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Handicap-Änderung in den USA verärgert ab 2016 Einzelspieler

30. Dez 2015
Das Handicap mit einer Golfrunde alleine aufbessern? In den USA geht das ab nächstem Jahr nicht mehr. (Foto: Getty)
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Gemütlich eine Runde alleine drehen und dabei das Handicap verbessern? In den USA ist damit ab dem kommenden Jahr Schluss.

Für viele US-amerikanische Golfer könnte mit dem Jahr 2016 eine unangenehme Zeit beginnen. Die United States Golf Association (USGA) hat nämlich einige grundlegende Änderungen beschlossen, die das amerikanische Handicap-System in seinen Grundfesten erschüttern könnten. Ab dem 1. Januar 2016 treten die Änderungen gemeinsam mit den aktualisierten Rules of Golf in Kraft und betreffen etwa zehn Millionen Golfer, deren Handicap-Verwaltung nach USGA-Standards erfolgt.

Einsame Runden zählen nicht mehr

Besonders umstritten ist die Regeländerung, die jene Golfer trifft, die manchmal eine Runde alleine über den Platz präferieren – eine solche zählt ab dem neuen Jahr nicht länger für das Handicap. Anders als hierzulande darf das Handicap nämlich in den Vereinigten Staaten nicht nur durch vorgabewirksame Turniere oder EDS-Runden im Heimatclub, sondern auch über private Trainingsrunden berechnet werden. Doch privat oder nicht, das Handicap bestimmt sich also fortan nur noch durch Runden, die gemeinsam mit anderen Spielern absolviert wurden. Diese Veränderung der Regel 5-1 („Akzeptanz von Scores“) unterstreicht laut USGA „die Bedeutung des Abgebens voller und genauer Information zu den spielerischen Fähigkeiten des Spielers, sowie der Fähigkeit der anderen Spieler, eine vernünftige Basis zu schaffen, um einen notierten Score entweder zu bekräftigen oder zu bestreiten.“


Für diejenigen, die sich der neuen Regelung nicht beugen wollen, gibt es allerdings ein Schlupfloch nördlich der Grenze: Kanada nämlich weist die Änderung zurück. Via Twitter meldete sich Golf Canada, der nationale Sportverband für Golf in Kanada, zu Wort und teilte mit, dass sich das betreffende Komitee der Vereinigung gegen eine Anpassung der Regelsektion 5-1e vi des USGA Handicap System Manuals ausgesprochen hat:

Damit reagiert der Verband auf die Verärgerung, die die Ankündigung der USGA zur Regeländerung hervorgerufen hatte. So wandte beispielsweise ein Twitter-User ein, er finde für seine morgendliche, schnelle Runde auf dem Platz keinen Flightpartner und einige andere erbosten sich über das Misstrauen der USGA.

 

Fünf weitere Handicap-Änderungen ab 2016

Steven Edmondson, Entscheidungsträger bei der USGA in Bezug auf Handicapping und Course Rating, betonte hingegen die Wichtigkeit der Änderungen: „Das Handicap-System der USGA entwickelt sich ständig weiter um zu garantieren, dass das System sowohl heute als auch morgen noch für das Spiel funktioniert“, sagte er Funktionär. „So, wie wir das Spiel aus heimischem und globalem Blickwinkel beobachten, unterstützen diese Überarbeitungen die Integrität und die Verlässlichkeit, die Millionen von Spielern weltweit von diesem System erwarten. Während wir in den kommenden Jahren auf ein Welt-Handicap-System hinarbeiten, werden wir auch weiterhin wesentliche Veränderungen entdecken.“

Neben der neuen Regelung für Einzelspieler gibt es zu 2016 fünf weitere signifikante Veränderungen. Eine davon betrifft das Verbot der Anker-Technik beim Putten – eine Methode, die sich beispielsweise auch die deutsche Golflegende Bernhard Langer bis zum kommenden Jahr abgewöhnen muss. Doch auch den Otto-Normal-Golfer trifft die neue Regel: Wer nämlich den Schläger „ankert“, aber die entsprechende Strafe nicht verbucht, dessen Runde ist für das Handicap ebenso ungültig wie die eines Spielers ohne Flightpartner.

Weitere Änderungen gibt es im Bezug auf die Kennzeichnung der Handicaps temporär oder permanent behinderter Spieler und die Bestimmung von Turnier-Scores. Zudem ist die Regelung zum Anpassen von Ergebnissen an einzelnen Löchern ergänzt worden, ebenso wie die Vorschrift, wann das Ergebnis eines Spielers trotz dessen Disqualifikation für das Handicap gewertet werden kann.

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Jacqueline Sauer

Jacqueline Sauer - Freie Autorin für Golf Post

Jacqueline mischt bei den redaktionsinterenen Tippspielen ganz vorne mit. Kein Wunder: Die großen und kleinen Namen des Golfs hat sie ständig im Auge, damit der nächste Tipp stets ein sicherer Treffer wird.

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