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Von Adenauer bis Langer – Spitzensport und Weltpolitik im Golf- und Land-Club Köln

Der Golf- und Land-Club Köln war nicht nur Schauplatz hochklassigen Sports sondern auch politisch bedeutsam. Sogar der Bundeskanzler mischte sich in die Clubpolitik ein.

Der Golf- und Land- Club Köln blickt auf eine bewegte Geschichte. (Foto: Golf- und Land- Club Köln)
Der Golf- und Land- Club Köln blickt auf eine bewegte Geschichte. (Foto: Golf- und Land- Club Köln)

Hohe Bäume umgeben die Spielbahnen, Sonnenstrahlen dringen zwischen den Blättern hindurch auf das Fairway und der Sand in den neu angelegten Bunkern fällt gleißend ins Auge. Die Anlage des Golf und Land-Clubs Köln ist eine echte Besonderheit und versprüht aufgrund seiner Lage im Wald einen ganz eigenen Charme.

Durch seine Gründung im Jahr 1906 gehört der Club zu den Ältesten in Deutschland. Zahlreiche Weltstars des Golfsports haben bereits auf der Anlage gespielt. Aber auch hochrangige Politiker spielen in der Historie des Clubs eine bedeutende Rolle.

„Für uns ist es wichtig, immer weiter an unserer Qualität zu arbeiten“, erzählt Clubmanager Achim Lehnstaedt. „Auch ein Club wie dieser hier muss sich dem Markt stellen.“

Ein Golfplatz für die Außenpolitik

Zunächst auf einer Pferderennbahn und anschließend auf einem Gelände im Kölner Süden beheimatet, begann der Golf- und Land-Club Köln nach Ende des zweiten Weltkrieges unter Mithilfe golfbegeisterter Alliierter ein neues Gelände östlich von Köln herzurichten. Die neu gegründete Bundesregierung, welche unweit in Bonn beheimatet war, wurde alsbald auf den Club aufmerksam.



Bonn war Aufenthaltsort zahlreicher Diplomaten, unter welchen der Golfsport eine beliebte Freizeitbeschäftigung darstellte. Es lag also im Interesse der Bundesregierung, den auswärtigen Landesvertretern eine Möglichkeit zu schaffen, ihrem Sport nachzugehen.

In einem Brief bittet Konrad Adenauer um die Fertigstellung des Platzes. (Foto: Golf- und Land- Club Köln)

In einem Brief bittet Konrad Adenauer um die Fertigstellung des Platzes. (Foto: Golf- und Land- Club Köln)

„Es existiert noch ein Schreiben von Konrad Adenauer, der den Club um die schnelle Fertigstellung des Platzes bat, damit die Diplomaten den Golfplatz nutzen könnten.“, erklärt Achim Lehnstaedt. In dem Brief an den damaligen Präsidenten des Clubs, Freiherr von Rechenberg, heißt es „die baldige Fertigstellung des Golfplatzes in Refrath wäre [...] im Interesse der Förderung und Pflege der außenpolitischen Beziehungen der Bundesrepublik erwünscht.“

1952 wurden die ersten neun Löcher fertiggestellt und somit freuten sich nicht nur die Bonner Golfer sondern natürlich auch die Mitglieder des Golf und Land-Clubs Köln über eine neu geschaffene Möglichkeit, ihrem Hobby nachzugehen.



Durch den Besuch des Bundespräsidenten Theodor Heuss bei der Eröffnungsfeier Anfang der 50er Jahre wurde einmal mehr die politische Bedeutung des Clubs unterstrichen. In seiner Ansprache betonte Heuss, „dass hier eine Stelle geschaffen worden ist, an der über lokale Interessen hinaus Begegnungen zwischen Menschen möglich sein werden.“

Seve Ballesteros und Nick Faldo stellen Platzrekord auf

Durch die Fertigstellung der zweiten neun Löcher im Jahr 1955 verfügte der Golf- und Land-Club Köln schließlich über einen Meisterschaftsplatz. So wurden bald große Turniere veranstaltet, bei denen bekannte Namen des Golfsports an den Start gingen.

„Wir waren immer sehr sportlich orientiert“, erzählt ein in Erinnerung schwelgender Lehnstaedt. „Damals gab es noch nicht so viele Golfplätze, welche die nötige Klasse mitbrachten. National und International spielte sich das meiste in Frankfurt, Hamburg und Köln ab.“

Betritt man das Clubhaus erblickt man ein Bild von Gary Player in Lebensgröße. (Foto: Golf- und Land- Club Köln)

1957 trat Gary Player bei der German Open im Golf- und Land-Club Köln an. (Foto: Golf- und Land- Club Köln)





Nur zwei Jahre später wurde erstmals die German Open im Golf- und Land- Club Köln ausgetragen. Im Teilnehmerfeld standen mit Gary Player und Peter Thomson internationale Hochkaräter. Der Engländer Harry Weetman entschied das Turnier mit einer 66er Abschlussrunde für sich. Insgesamt wurde das Turnier stolze sechs Mal in Köln ausgerichtet.

Ein besonderes Highlight war die Veranstaltung 1978, welche unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel stand. Seve Ballesteros und Nick Faldo stellten in diesem Jahr mit 64er Runden einen neuen Platzrekord auf. Für spektakuläre Schläge sorgten auch Gary Player und ein junger und weitgehend unbekannter Bernhard Langer.

Clubgelände atmet Geist der Geschichte

Trotz Ausrichtung des Berenberg Masters als Bestandteil der European Senior Tour in den Jahren 2011 und 2013 finden die ganz großen Turniere nicht mehr im Golf und Land-Club Köln statt.

„In der heutigen Zeit scheitert es häufig an der fehlenden Infrastruktur, um ein Turnier in der Größenordnung einer German Open stattfinden zu lassen“, so Achim Lehnstaedt.

Neben der mangelnden Infrastruktur verlor der Club durch den Umzug der Bundesregierung nach Berlin an politischer Bedeutung, was dem Clubmanager jedoch wenig Sorgen bereitet: „Wir blicken sehr optimistisch in die Zukunft, indem wir uns in der Nische eines exklusiven Privatclubs positionieren und nicht mit den öffentlichen Plätzen konkurrieren.“

Heute wird der Club nicht mehr mit den großen Namen von Sport und Politik in Verbindung gebracht. Doch nach wie vor atmet das Clubgelände im Refrather Wald vor den Toren Kölns den Geist der Geschichte.

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