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Verletzungsgefahr: Ist Golf gefährlicher als Rugby?

Eine Studie besagt, das Verletzungsrisiko sei beim Golf größer als beim Rugby. Wie gefährlich ist Golf wirklich und was können Sie dagegen tun?

Kopfverletzungen stellen eine große Gefahr beim Golf dar. (Foto: Getty)
Kopfverletzungen stellen eine große Gefahr beim Golf dar. (Foto: Getty)

Golf gilt als eine ruhige und entspannende Sportart, bei manchen sogar als langweilig, perfekt geeignet auch für ältere Leute. Umso überraschender ist der Bericht der Seite GolfSupport.com, demnach Golf gefährlicher sei als Teamsportarten wie Rugby und Hockey und sogar tödlich sein könne.

Wie gefährlich ist Golf wirklich?

Der Bericht stützt sich auf verschiedene Studien. Ein National Health Statistics Report untersuchte 8,6 Millionen Sport- und Freizeitverletzungen von Personen im Alter von fünf Jahren oder älter in den USA zwischen 2011 und 2014. Dieser ergab, dass die meisten Menschen, nämlich 5,3 von 1.000 Personen, sich bei allgemeiner sportlicher Betätigung verletzen, also bei Aktivitäten wie Aerobic, Laufen oder Krafttraining.

Darauf folgten Basketball (3,3) und American Football (3,1). Bei Golf seien es 1,8 aus 1.000 Personen. Damit läge die Verletzungsgefahr bei Golf höher, als bei Teamsportarten wie Rugby und Hockey, die zusammengefasst mit Volleyball und Cricket für 1,5 in 1.000 Verletzungen verantwortlich seien. Golf läge außerdem höher als Kampfsportarten (1,2) und Sportarten, die im Schnee stattfinden (1,1).

Die Auswertung der Studie sollte jedoch kritisch betrachtet werden. Golf ist ebenfalls mit anderen Sportarten zu einer Kategorie zusammengefasst, nämlich mit Tennis, Badminton, Bowling, Angeln, Wandern und anderen Freizeitaktivitäten.



Die Zahl der Verletzungen, die tatsächlich durch Golf selbst verursacht werden, kann also auch deutlich geringer sein, als beim Rugby. Eine genaue Aussage lässt die Studie nicht zu. Zusätzlich werden die Verletzungen nicht in Relation zur Anzahl der US-Einwohner gesetzt, die die Sportart betreiben.


Welche Verletzungen entstehen beim Golf?

Dass es beim Golf, wie bei fast allen Sportarten, ein Verletzungsrisiko gibt, ist aber natürlich nicht zu bestreiten. Das Verletzungsrisiko bewege sich laut einer Auswertung des British Journal of Sports Medicine bei Amateuren zwischen 15,8 und 40,9 Prozent im Jahr, bei Profis zwischen 31 und 88,5 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit, sich als Golfer mindestens einmal im Leben zu verletzen, sei sowohl bei Amateuren und Profis noch höher. Die hohen Schwankungen der Daten kommen dadurch zustande, dass das Journal Studien aus aller Welt ausgewertet und deren Ergebnisse zusammengefasst haben.



Dabei gehe es sowohl um Verletzungen, die sich der Golfer durch das Spiel und Training zuzieht, wie am unteren Rücken (34 Prozent), am Ellbogen (27 Prozent), an der Schulter (19 Prozent) und dem Handgelenk (10 Prozent) als auch um Verletzungen durch umherfliegende Gegenstände, wie Bälle oder Schläger.

Wie gefährlich sind Kopfverletzungen beim Golf?

Gerade mit diesen durch Bälle und Schläger verursachten Verletzungen ist nicht zu spaßen, besonders wenn sie in Kopfnähe passieren. Laut einer Studie von Golf Digest würden jedes Jahr 40.000 Golfer wegen verirrten Golfbällen oder umherfliegenden Schlägerköpfen in der Notaufnahme behandelt.


Laut Golf Digest könne der Aufprall eines Golfballs zehn Prozent der Kraft eines frontalen Autounfalls entwickeln. Es sei zwar unwahrscheinlich (wenn auch nicht unmöglich), dass solche Kollisionen zwischen Ball und Kopf tödlich enden, sie können aber zu Gehirnerschütterungen, Hirnblutungen und besonders bei Kindern oder älteren Personen zu Schädelfrakturen führen. Dabei spiele es eine große Rolle, wo genau der Golfball den Kopf trifft.

Diese Sicherheitsmaßnahmen gilt es zu beachten

Viele dieser Unfälle liesen sich jedoch verhindern, wenn ein paar einfache Sicherheitshinweise beachtet würden: Nicht zu den vorderen Tees gehen, während auf den hinteren abgeschlagen wird, Sicherheitsabstand zum Schlagenden halten und sich neben oder hinter ihn stellen.





Außerdem gilt natürlich, "Fore" zu rufen, wenn ein Ball auch nur ansatzweise die Richtung anderer Personen auf dem Golfplatz einschlägt und sich zu ducken und den Kopf mit den Händen zu schützen, wenn "Fore" gerufen wird.


Ein weiteres Verletzungsrisiko entstehe durch Golfcarts. Jährlich würden 15.000 Verletzungen durch diese Gefährte verursacht, wenn auch nicht alle davon tatsächlich im Zusammenhang mit Golf entstehen. Häufige Verletzungen passierten durch Stürze, Zusammenstöße und eingequetschte Gliedmaßen.

Auch nicht zu vernachlässigen sei die Gefahr durch Blitze. Zwischen 2006 und 2016 sind in den USA neun Menschen an Blitzeinschlägen auf dem Golfplatz gestorben, umso wichtiger sei esl sofort Schutz zu suchen, wenn es die ersten Anzeichen eines Gewitters gibt oder eine Wetterwarnung vom Golfplatz gegeben wird.

Golf - Gut für die Gesundheit?

Was der Artikel von GolfSupport.com verschweigt, sind die positiven Effekte, die Golf haben kann. Darauf geht beispielsweise auch das British Journal of Medicine ein.

Als moderate Aktivität sei es nur logisch, dass Golf sich positiv auf die Vorbeugung und Behandlung von chronischen Krankheiteten wie Herzerkrankungen, Diabetes, Schlaganfälle und Darm- und Brustkrebs auswirke. Außerdem könne Golfspielen die Lungenfunktion verbessern und bei älteren Menschen erhalten.

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