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Driver – der Kaufratgeber mit allen Informationen

10. Aug 2014
Der Driver ist nicht nur der längste Schläger im Bag, sondern auch der spektakulärste.
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Wie wichtig ist der Driver heutzutage? Ist es nur noch Show oder ist der Driver wirklich das Fundament eines guten Spiels und Vorraussetzung für ein gutes Ergebnis?

Fortschritte in der Sweetspot-Technologie, Größe, Abflugwinkel, Zusammensetzung, Ballbeschleunigung und Fehlerverzeihung sind nur einige Kategorien, bei denen die Hersteller viel Zeit und Geld in die Forschung und Entwicklung stecken. Das Ergebnis dieser Forschung und Entwicklung ist ein großes Angebot von Drivern auf dem Markt, jeder mit eigenen Funktionen und Vorteilen. Golfer haben damit die Qual der Wahl, den „richtigen“ Driver aus der riesigen Auswahl zu finden und somit bessere Annäherungsschläge, größere Weiten oder sogar Chancen auf Eagles zu erzielen. Es mag zwar nur dieser eine Schläger im Bag sein, dennoch ist er meist der teuerste. Es gibt eine Menge von Kriterien, die beim Kauf beachtet werden sollten, deswegen sind hier die wichtigsten Daten einmal zusammengefasst.

Driver im Überblick – was muss ich wissen als Golfer?

Welche Schlägerkopfgröße ist richtig für mich?

Die Schlägerköpfe werden nach Volumen in Kubikzentimetern gemessen, die Höchstgrenze sind dabei 460 ccm. Fast alle Driver auf dem heutigen Markt liegen zwischen 440 und 460 ccm. Normalerweise sind die 440 ccm Driver für Spieler mit mehr Ballgefühl und Präzision geeignet, 460 ccm sind dagegen fehlerverzeihender. Die Form des Schlägerkopfes variiert dabei vertikal oder horizontal und nach dem Grad der Fehlerverzeihung und dem Loft, die von dem Hersteller gewünscht sind.

TaylorMade R11 Driver

TaylorMade R11 Driver

Was ist das beste Material für den Driver?

Die Driver-Technologie hat nach Persimmon- und sogar Stahl-Hölzern einen langen Weg hinter sich. Heutzutage sind praktisch alle Driver aus Titan oder ähnlichen leichten Materialien. Der Grund, warum Titan so beliebt wurde, ist einfach: Das Material ist besonders fest, langlebig und leicht. Dies erlaubt es den Herstellern, die Schlägerköpfe zu vergrößern, ohne, dass auch das Gewicht signifikant steigt. Folglich können die Spieler schneller schwingen, weiter schlagen und haben mehr Spielraum für Fehler dank eines größeren Sweetspots. Driver mit einem Materialgemisch beinhalten oft leichte Stoffe wie Carbon oder schwerere wie Wolfram, die mit Titan für eine bessere Schlagleistung kombiniert werden.

Wird Carbon auf dem oberen oder hinteren Teil des Schlägers verwendet, kann das Gesamtgewicht gesenkt werden. Dies ermöglicht es den Herstellern, das Gewicht und den Schwerpunkt des Drivers zu variieren und mit einer Titan-Schlagfläche optimale Ballgeschwindigkeiten zu erzeugen. Schwerere Materialien wie Wolfram können dazu beitragen, das Umfangsgewicht der Schläger für den Trägheitsmoment zu verbessern. Um tatsächlich herauszufinden, was das richtige Setup ist und welcher Driver zu einem Spieler passt, sollte ein Fitting stattfinden. Wie so etwas abläuft erfahren Sie hier.

Trägheitsmomente – Was ist der Schwerpunkt beim Driver und wo liegt dieser?

Der Schwerpunkt eines Drivers ist ein einziger Gleichgewichtspunkt. Durch Bewegung von festen oder verstellbaren Gewichten im Schlägerkopf kann so das Gleichgewicht in alle Richtungen verschoben werden. Generell gilt, je weiter unter und hinten der Schwerpunkt des Drivers sitzt, desto mehr Spin wird erzeugt. Das führt dazu, dass der Ball automatisch auch höher fliegt und aufgrund eines größeren Trägheitsmomentes der Driver fehlerverzeihender wird. Verlagert man den Schwerpunkt beim Driver nach vorne, so vergrößert man zwar die Ballgeschwindigkeit, reduziert dadurch aber auch den Spin und somit den Trägheitsmoment.
MOI steht für Moment of Inertia, dem Trägheitsmoment. Dieser bezieht sich auf die Fehlerverzeihung des Schlägers, besonders aber auch auf den Widerstand beim Drehen im Treffmoment. Je höher der Trägheitsmoment ist, desto kleiner ist auch die Wahrscheinlichkeit, der Schläger zu verdrehen, wenn man nicht den Sweetspot trifft.

Was ist der optimale Abflugwinkel für den Driver?

Idealerweise sollte man sich vor dem Kauf eines neues Drivers vom Profi fitten lassen. Dabei wird sicher auch die Frage nach dem Loft aufkommen, welcher sich auf die Art und das Ergebnis des Schlages auswirkt. Es gibt viele Faktoren, die die Flugeigenschaften beeinflussen, die wichtigsten sind jedoch der Ballspin und der Abflugwinkel. Optimal ist ein Spin von 1700 Umdrehungen pro Minute mit einem Loft von 17 Grad, wobei das derzeit bei normalen Schwunggeschwindigkeiten nicht möglich ist. Das aktuelle Ideal liegt bei unter 3000 Umdrehungen pro Minute mit einem Loft von 10-12 abhängig von der Schlägerkopfgeschwindigkeit.

PING G25 Driver

PING G25 Driver

Welchen Neigungswinkel (Loft) sollte ich auswählen beim Driver?

Der Loft bestimmt, wie hoch oder flach der Ball das Schlägerblatt verlässt. Dies wird in der vertikalen Achse gemessen. Eine Schlagfläche von 0 Grad Loft würde zwar senkrecht zum Boden stehen, aber die meisten Driver haben normalerweise einen Loft zwischen 8 und 12 Grad. Loft erzeugt Backspin auf den Ball, sodass dieser Auftrieb erhält. Viele Golfer denken immer noch, dass ein geringer Winkel zu weiterem Ballflug führt. Tatsächlich führt ein höherer Winkel zu einer höheren Flugbahn und damit zu mehr Weite. Wichtig: Je mehr Loft, desto mehr Backspin. Damen und Senioren, die tendenziell langsamer schwingen, sollten daher einen Driver mit mehr Loft (10 Grad und höher) wählen.

Spieler mit einem niedrigen Handicap oder mit Schwunggeschwindigkeiten über 140km/h sollten besser einen Loft unter 10 Grad wählen. Der schnellere Schwung erzeugt dabei mehr Spin und Weite, sodass nicht so viel Loft erforderlich ist.

Die folgenden Informationen sollten hilfreich sein, um den passenden Driver zu finden.

Empfohlene Lofts und Schäfte für den Driver je nach Spielniveau

Spielertyp Schaft Loft
Damen und Senioren mit einer Schwunggeschwindigkeit von weniger als 100 km/h Damen bzw. Senioren 13 – 15 Grad
Senioren mit einer Schwunggeschwindigkeit von 100 – 120 km/h Senioren 13 Grad
Spieler mit einer Schwunggeschwindigkeit von 120-135 km/h Regular 12 Grad
Spieler mit einer Schwunggeschwindigkeit von 130-150 km/h Stiff 10 – 11 Grad
Spieler mit einer Schwunggeschwindigkeit von mehr als 150 km/h Stiff bzw. X-Stiff < 10 Grad
Stellschrauben sind dazu da, die Winkel der Driverneigung zu ändern. Das ist nicht für alle empfehlenswert. (Foto: Callaway)

Stellschrauben sind dazu da, die Winkel der Driverneigung zu ändern. Das ist nicht für alle empfehlenswert. (Foto: Callaway)

Wie funktioniert das Einstellen des Schlägers (Loft, Schlägerkopf & Gewicht)?

Die Mehrheit der heutzutage erhältlichen Driver haben einige Funktionen zur Verstellbarkeit auf die eigenen Wünsche zum Schwung, zur Größe und zu den Bedingungen. Diese individuellen Einstellungen des Drivers können unter drei Aspekten zusammengefasst werden:

Loft

Den persönlichen Loft und Abflugwinkel zu finden, kann sehr schwierig sein. Daher haben Hersteller eine Einstellung entwickelt, bei dem der Driver durch Verstellen einer Schraube angepasst werden kann. Viele Driver bieten einen Wechsel des Lofts bis zu 4 oder 5 Grad, abhängig von Marke und Modell. Bei einer Veränderung muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Schlägerblatt neu ausgerichtet wird. Dieses wird nämlich den Ballflug horizontal nach rechts oder links beeinflussen.

Schlägerkopf

Der Schlägerkopf bezieht sich auf den Winkel zum Ziel. Face angle refers to the angle of the face at address. Steht der Schlägerkopf völlig senkrecht, so ist dieser im rechten Winkel zum Ziel. Dreht man die Schlägerfläche von sich weg, so ist der Schlägerkopf geöffnet und der Loft wird folglich reduziert. Zeigt das Schlägerblatt hingegen zum Spieler, so wird mehr Loft erzeugt. Für Spieler, die einen Slice spielen, kann eine geschlossene Schlägerfläche helfen, den Winkel zum Ziel zu behalten und den Ball nicht nach rechts zu verlieren. Umgekehrt, neigt der Spieler zu einem Hook nach links, so kann ein offener Schlägerkopf die gerade Ausrichtung verbessern. Wollen Sie ihre Schlägerkopfgeschwindigkeit verbessern, haben wir hier einige Tipps für Sie.

Gewicht

Die Möglichkeit, Gewichte in Teilen des Schlägerkopfes zu verändern oder bewegen und damit den Schwerpunkt und Trägheitsmoment zu beeinflussen, kann einen signifikanten Einfluss auf den Ballflug haben. Das Ziel ist, unabhängig von der Einstellung der Gewichte, den optimalen Schwerpunkt beim Schlag zu erzielen.
Diverse bewegliche Gewichte von 1 bis 20 Gramm können individuell an der Sohle des Drivers befestigt werden. Diese sorgen für einen Draw (mehr Gewicht hinten), Fade (mehr Gewicht vorne) oder sogar einen höheren Ball (mehr Gewicht am hinteren Teil). Jeder Hersteller hat dabei seine eigenen Methoden für die Einstellungen und Gewichte.

Was ist der COR-Wert?

COR steht für „Coefficent of Restitution“ und ist die Messung des Energietransfers. Es wird manchmal auch als „Characteristic Time“ (CT) bezeichnet. Ist COR gleich 1.00, würde die ganze Energie vom Schlägerkopf auf den Ball übertragen werden. Der Aufsichtsrat des Golf hat jedoch die COR-Grenze bei 0.83 festgesetzt, was bedeutet, dass nicht mehr als 83% der Energie vom Schlägerkopf auf den Ball übertragen werden können.

Ist COR das gleiche wie der Smash-Faktor?

Der Smash-Faktor gibt an, wie gut der Treffer tatsächlich ist und wie effizient die „Energie“ auf den Ball übertragen wird. Dieser errechnet sich mit anhand der Ballgeschwindigkeit geteilt durch die Schlägerkopfgeschwindigkeit. Ein Smash-Faktor von 1,50 ist ideal. In diesem Fall erreicht der Ball eine Geschwindigkeit von 150 mph (ca. 240km/h) bei einer Schlägerkopfgeschwindigkeit von 100 mph (ca. 160km/h).

Wie wirkt sich die Schaftart auf meinen Driver aus?

Der Schaft ist entscheidend bei allen Schlägern, besonders aber bei Drivern. Der richtige Schaft kann dazu beitragen, dass der Spieler den Ball weiter, gerader und beständiger schlägt. Die meisten Hersteller bieten Driver mit regular (R), stiff (S) und extra stiff (XS) Schaft an. Darüber hinaus gibt es noch light oder ladies flex (L), senior (A) und weitere extra stiff Möglichkeiten (XXS, XXXS). Weniger stiff bewirkt einen höheren, von rechts nach links verlaufenden Ballflug. Mehr stiff führt zu einer niedrigeren Flugkurve mit einer Tendenz nach rechts.

Wie wirkt sich die Schaftlänge auf meinen Driver aus?

Die festgesetzte Länge eines Drivers beträgt 48 Zoll, die meisten liegen jedoch zwischen 43 und 46 Zoll. Da stellt sich die Frage, warum dann die Hersteller keinen 48-Zoll-Driver produzieren, wenn doch alle anderen Anforderungen erfüllt sind? Die Antwort kommt aus der Physik: Je länger der Driver ist, desto mehr Geschwindigkeit lässt sich beim Schwung aufbauen. Dies klingt an sich gut, doch bringt ein längerer Driver auch einen Kontrollverlust und eine Streuung der Schläge mit sich. Daher haben die meisten Driver einen Schaft von 45 Zoll, um das optimale Gleichgewicht von Weite und Kontrolle zu erzielen.

Wie geht’s nach dem Driver weiter?

Ist der Driverschlag vom Tee gelungen, zählt es das Grün in Vorgabe oder sogar darunter zu erreichen. Hier kommen die Fairwayhölzer und die Eisen ins Spiel. Was es mit den „anderen“ Hölzern auf sich hat und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie hier. Einen umfangreichen Ratgeber zu den Eisen können Sie wiederum hier einsehen.


Für Männer und Frauen: Die neuen Driver 2015

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Jacqueline Sauer

Jacqueline Sauer - Freie Autorin für Golf Post

Jacqueline mischt bei den redaktionsinterenen Tippspielen ganz vorne mit. Kein Wunder: Die großen und kleinen Namen des Golfs hat sie ständig im Auge, damit der nächste Tipp stets ein sicherer Treffer wird.

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