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Golf als Breitensport: Nie und nimmer!

29. Dez 2015
Ist Golf ein Sport für Viele, oder nur für Bestimmte? (Foto: Getty)
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Die heutige Spaßgesellschaft will einen schnellen, unkomplizierten „Kick“, kein komplexes und anspruchsvolles Spiel. Eine Betrachtung.

Demnächst ist wieder Inventur in der deutschen Golfszene. Der Deutsche Golf Verband veröffentlicht den 2015er-Bestand an registrierten Golfern. Die Zuwächse – wenn überhaupt – werden nicht im zweistelligen Promillebereich durch die Decke schießen. Trotz einer millionenteuren Werbekampagne. Um das zu prognostizieren, bedarf es keiner hellseherischen Qualitäten. Ebenso wenig für die Vorhersage, dass anschließend all die reflexhaften Forderungen zum vermeintlichen Nutzen und zur Förderung des Spiels erneut laut werden. Golf muss billiger werden! Golf muss näher an die Menschen! Mehr Golf im Fernsehen! Golfanlagen müssen auch ohne Auto erreichbar sein. Golf muss einfacher werden! Golf muss muss muss … Golf muss Breitensport werden! Wirklich? Warum eigentlich?

Problemkanon beginnt mit Bewegungsablauf

„Breitensport“ ist laut Duden ein „von der Bevölkerung auf breiter Ebene betriebener Sport“. Andere Definitionen sprechen von „Sport für möglichst viele Menschen“. Einfachheit ist von Vorteil. Allgemein anerkannte Breitensportarten basieren in den notwendigen Grundfertigkeiten auf simplen Bewegungsabläufen und schlichten Regeln.

Da fängt der Problemkanon schon an: Golf kann nicht mit Kronkorken gegen Garagentore gespielt werden. Es ist ein komplexer Bewegungsablauf nötig, um den Ball überhaupt irgendwohin zu befördern. Das will erlernt und geübt sein. Regulierungswut und ein überfrachtetes Regelwerk handikappen das Spiel zusätzlich. Dieser Dschungel gehört ordentlich durchgeforstet. Allerdings, zum Breitensport taugt Golf selbst dann noch nicht.

Wie der Mars: Weit weg, eventuell belebt, unerreichbar

Nicht in unserer modernen Freizeitkultur mit einem Überangebot an „coolen“ Beschäftigungsmöglichkeiten, an „Kicks“, „Thrills“ und „Entertainment“, an leicht zugänglichen Aktivitäten mit schnellem Erfolgserlebnis. Golf ist ein anspruchsvolles, nicht nur zeitaufwändiges Spiel. Dem man sich verschreiben muss. Das in seiner Komplexität kein oberflächliches Amüsement bietet. Dessen Wert und dessen Werte fernab des „Mainstreams“ rangieren.

Wir leben aber in einer Spassgesellschaft: Also, warum ein reliktisches Hobby? Warum kompliziert, wenn‘s einfach besser geht? Mit anderen Aktivitäten nämlich. Golf ist für Außenstehende, für Uneingeweihte, wie der Mars: Uralt, sehr weit weg, eventuell belebt, aber unerreichbar. Und dabei haben wir noch nicht mal übers Image geredet.

Billiger geht‘s nicht

Golf muss billiger werden? Wie soll das gehen? Golf ist eine flächenintensive Angelegenheit, vom Gestaltungs- und Pflegeaufwand mit keinem anderen Spielfeld zu vergleichen. Für den Betrieb eines durchschnittlichen 18-Loch-Platzes braucht‘s laut DGV-Betriebsvergleich nun mal rund knapp 900.000 Euro, ohne Kapitaldienst. Irgendwo müssen die herkommen! Bei maximal 65 Prozent an Vollzahlern im Mitgliederbestand. Zur Erinnerung: Einem Drittel der deutschen Golfanlagen geht es richtig schlecht, ein weiteres Drittel kommt gerade mal so über die Runden.

Als Ausweg wird gerne nach simpleren Plätzen gerufen, um an der Kostenschraube zu drehen, auch für den Golfer. Noch simpler, als mancher schon bestehende Parcours? Das sind genau die Anlagen, denen mangels attraktiver Alleinstellungsmerkmale die Golfer weglaufen. Solche Wiesen sollen Interessierten und Einsteigern das Wesen und den Reiz des Golfspiels vermitteln? Würde nicht funktionieren! Die eine Hälfte verliert wegen der Eintönigkeit gleich ganz die Lust, die andere Hälfte wandert dahin ab, wo‘s schöner ist.

Gleiches gilt für die mantrahafte Forderung nach stadtnahen, mit Bahn, Bus oder Fahrrad erreichbaren, günstigen Kurzplätzen. Möglichst öffentlich überdies, von notorisch klammen Kommunen eingerichtet, die ansonsten Theater schließen, Büchereibusse still legen, Spielplätze verrotten lassen und in Kindergärten und Schulen den Sanierungsstau verwalten – absurd!

Null Action fürs Fernsehen

Stadtnah und günstig ist in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft eh ein Widerspruch. Bei Pachtpreisen von 2.000 Euro pro Hektar und einen angenommenen Bedarf von 30 Hektar braucht es allein dafür zur Kostendeckung 6.000 Greenfee-Spieler pro Jahr, die pro Runde bloß einen Zehner berappen. Und ein bisschen Drumherum soll ja auch noch sein. Das durchschnittliche Greenfee-Aufkommen auf Deutschlands Golfanlagen liegt derzeit übrigens bei knapp 4.000 Runden.

Mehr Golf im TV? Leute! Niemand rennt, driftet, grätscht, fliegt, japst, stürzt, schwitzt. Null Action! Golf im Fernsehen ist langweilig, sogar für viele Golfer. Wie war das noch mit den Einschaltquoten beim Solheim Cup 2015?

Fazit: Golf ist in jedweder Hinsicht nicht zeitgemäss, bestenfalls zeitlos. Auch mit Sechs-Loch-Runden und Löchern von der Größe einer XXL-Pizza wird daraus nie und nimmer ein Breitensport. Nehmen wir Golf wie es ist: Ein großartiges Spiel, das uns fasziniert, zu jeder Sekunde, bei jedem Schlag, in jedem Augenblick auf dem Platz. Reichen wir denen die Hand, die sich dieser Faszination hingeben wollen. Für alle anderen gibt es genug Alternativen.

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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15 LESER-KOMMENTARE

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  1. Ist der Artikel jetzt ein Advert für Ihre Tätigkeit als „Berater für Corporate Identity“? ich lebe mittlerweile in Südafrika, einem Land in dem zumindest bei der weissen Bevölkerung Golf ein Breitensport ist. Das liegt aber vor allem auch an der Einstellung der Spieler und Clubmanager. Hier steht der Spaß im Vordergrund! Kein Club fragt nach einem Handicap. Es wird kein Spieler schief angesehen, der ein hohes oder gar kein Handicap hat. Clubmitgliedschaften (oder VCG) sind nicht erforderlich um irgendwo zu spielen. Gastspieler werden besser bahandelt und nicht abgeschreckt, weil die Clubs teilweise 40 % ihres Umsatzes damit machen.
    Noch eine Anmerkung zu den wirtschaftlichen Problemen der Clubs. Hier kommt das Phänomen freie Marktwirtschaft zum Tragen. Überhöhte Greenfees, schlechter Service, mangelhafte Platzpflege, unfreundliches Personal, usw. Da wandern die Mitglieder ab und Gastspieler verzichten gerne auf eine Runde in diesen Clubs.
    Mittlerweile finde ich es belustigend, welche Dinge herangezogen werden, um den Status Quo zu erhalten oder noch schlimmer, das Rad der Entwicklung zurück zu drehen.

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  2. Also, zwischen Kronkorken gegen das Garagentor kloppen (wrklich? Kronkorken? Wir haben da immer leere Coladosen genommen, aber die sind heute pfandbedingt gottseidank ja fast ausgestorben) und dem, was wöchentlich in den Stadien der Welt so geboten wird, liegen Welten. Sowohl was das Können (auch das Kicken eines Fußballs ist nämlich kein ganz einfacher Bewegungsablauf und wird einem nicht in die Wiege gelegt), aber auch was Platzbedarf und andere Einstiegshürden angeht. Und auch ältere Hobby-Fußballspieler sind in der Regel froh, wenn auf ihrem Heimatplatz wenigstens Gras wächst. Neulich habe ich einen Spielplatz gesehen, wo der Bolzplatz asphaltiert war, aber die Basketballkörbe daneben standen auf Rasen … den muss ein Sportmuffel gebaut haben. Egal. Fakt ist, die Kids könnten auch mit Opas umgedrehten Spazierstock Walnüsse oder Tannenzapfen übers Feld hauen (doch, das geht). Damit kämen sie den Ursprüngen des Golfsports sehr nahe. Golf ist doch nicht von Donald Trump erfunden worden. Golf hat sozusagen als Breitensport angefangen (und war so beliebt, dass es gesetzlich untersagt wurde, weil es die Leute von „sinnvolleren“ Dingen wie Bogenschießen abhielt). Möglich ist das also durchaus. Die Idee, dass man zur Ausübung der Sportart etliche Hektar künstlich angelegte Landschaften mit mindestens 18 Löchern und 6000 m Kurslänge braucht, ist deutlich neuer. Davon, dass Golfausrüstung, die früher über Generationen vererbt wurde, heute nach zwei Jahren schon als veraltet und somit quasi unbrauchbar gilt, mal ganz abgesehen. Will sagen: man kann auch mit einem Schläger vom Trödel und ein paar Teichbällen ganz ohne Golflehrer, Launchmonitor und Laserentfernungsmesser eine Menge Spaß haben und eine Menge über den Bewegungablauf lernen. Und das wirkt als Einstiegsdroge für Golf mindestens so gut wie die Sache mit dem Garagentor. Und bestimmt besser als der DGV-Werbespot.

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  3. @rebel, mit „Aber wie gesagt, man muss es wollen! “ ist es leider oft nicht getan. Am Ende läuft es doch immer wie auf das Gleiche hinaus… Golf ist zu teuer!
    Das hier trifft den Nagel auf den Kopf;
    „Golf muss billiger werden? Wie soll das gehen? Golf ist eine flächenintensive Angelegenheit, vom Gestaltungs- und Pflegeaufwand mit keinem anderen Spielfeld zu vergleichen. Für den Betrieb eines durchschnittlichen 18-Loch-Platzes braucht‘s laut DGV-Betriebsvergleich nun mal rund knapp 900.000 Euro, ohne Kapitaldienst. Irgendwo müssen die herkommen! Bei maximal 65 Prozent an Vollzahlern im Mitgliederbestand.“
    Diejenigen die wenig spielen und deshalb auch wenig zahlen möchten wollen dann die wenigen Runden aber gerne auf tollen gepflegten Plätzen spielen. Das sind die aktuell noch zu erreichenden Neugolfer.
    Das ist das zweite Problem;
    „…die andere Hälfte wandert dahin ab, wo‘s schöner ist.“
    „Wandergolfer“. Golfer der älteren Generation, die viel Zeit haben und so viele wie mögliche verschiedene Plätze spielen wollen. Da geht es nicht ums Golf spielen, das geht es um Golf „wandern“. Am Besten keine Mitgliedschaft und mit dem 2-für-1 Heft durch die Clubs der Republik ziehen oder jedes Jahr eine Schnuppermitgliedschaft/Jahresmitgliedschaft.
    Es ist eben so, dass die Menschen sich nicht mehr festlegen wollen… schon gar nicht was ihre Freizeitaktivitäten angeht. Wenige Vereine und fast nur noch Betreiberanlagen. Darauf wir des hinauslaufen. Golf als Sport ist doch sowieso nicht ernst zunehmen, bei einem Altersschnitt von über 50 und knapp über 10% von Spielern unter 26 Jahren. Das da mal ein PGA oder ET Spieler bei raus kommt ist pure Glückssache.

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    • Lieber Hans,
      Sie machen genau den Fehler, den sehr viele Verantwortliche auch machen. Sie ziehen für ihre Rückschlüsse genau den Status Quo heran, wie wir ihn gerade haben.

      Für Gelegenheitsgolfer reichen auch 6 oder 9 Loch Anlagen in einem ordentlichen Zustand. Kein Gelegenheitsgolfer erwartet die Grüns von Augusta aber genau das wird von vielen immer voraus gesetzt.

      In Deutschland wird immer alles verhindert, was nicht schon immer so war.

      Wenn, dann muss man es wollen. Denn genau dann findet man auch Wege.

      Cappella und D Schukai scheinen das ähnlich zu sehen und zeigen das auch.

      In der jetzigen Verbandsstruktur und dem beibehalten des Status Quo, wird Golf auf lange Sicht wieder ein „Sport“ für die Reichen und Schönen werden.

      Antworten

      • „Für Gelegenheitsgolfer reichen auch 6 oder 9 Loch Anlagen in einem ordentlichen Zustand. Kein Gelegenheitsgolfer erwartet die Grüns von Augusta aber genau das wird von vielen immer voraus gesetzt.“
        Dann möchte ich mal auf Kommentare in einem anderen Golfforum verweisen;
        – „Das mit den 6 Loch Plätzen geht doch vollkommen am Thema vorbei. Diese Golfer spielen ein paar Runden im Jahr, aber ihre paar Runden dann natürlich nicht auf einem 6 Loch Platz. Wenn man schonmal Zeit hat, dann geht man doch auf einen möglichst schönen Golfplatz.“
        – „6 Loch ????
        Ich bin Fernmitglied (HC27) und habe dieses Jahr exakt 4×9-Loch Runden gespielt, alle 4 waren Turniere/vorgabewirksam.
        Diese Runden möchte ich natürlich auf einem richtigen Platz spielen und nicht auf einem 6 Loch Platz.“

  4. Michael Wörner

    Habe nichts hinzuzufügen zum Bericht von Herrn Basche. Perfekt die Situation wiedergegeben und auch zukunftsmäsdig richtig eingeschätzt.

    Es mag der ein oder andere fragen, warum es auf der Insel deutlich besser funktioniert?
    1. 200 Jahre Vorsprung
    2. Andere, passendere klimatische Bedingungen –> durchgehende Saison
    3. Niedrigere Personal- und Maschinenbetriebskosten
    4. Niederigere Pachtkosten
    5. Andere Einstellung der Golfspieler zum Spiel und zum „spirit of the game“

    Antworten

  5. Siegfried Manzel

    Ja, Sie haben Recht, Herr Paetzold. Und die VcG als die sinnvollste Lösung für Greenfee-Golfer gibt 1,4 Mio Euro Zuschuß für die Werbekampagne des DGV. Das hätte besser in 3 öffentliche Kurzplätze investiert werden können.
    Aber mit dem neuen DGV-Präsidium wird alles besser 😉

    Antworten

  6. Bei genau dieser Frage prallen zwei konträre Meinungen über Golf und wie es aussehen soll, aufeinander.
    Zum einen die, für die Golf etwas ist, wo nicht Hinz und Kunz dabei sein sollen und man lieber doppelt so viel ausgibt, das das auch so bleibt.
    Dann die jenigen Golfer, für Golf ein geiler Sport ist, für die man noch mehr Freunde begeistern möchte und es zum Teil auch kann aber vom ganzen System, so wie es jetzt besteht, ausgebremst wird.

    Wie man aus einigen Kommentaren lesen kann, ist die Fraktion der „Abschotter“ recht groß und die Frage wird sein, können die Golfer die für eine Öffnung sind, die Wortführenschaft übernehmen?
    Mann muss auch nicht das System umkrempeln sondern vielmehr eine neue Schiene öffnen, um genau die Menschen abzuholen, die Golfen wollen aber nicht zu den Bedingungen wie sie jetzt in Deutschland herrschen.

    Auch was Turniergolf angeht, braucht es ganz neue Ansätze die mehr Spannung bringen und auch für Laien einfacher zu verstehen sind.
    Das muss man von ganz unten und mit der Jugend anfangen und kontinuierlich ausbauen, dann klappt es ggf auf lokaler Ebene auch mit der Berichterstattung und von da aus dann überörtlich.
    Aber wie gesagt, man muss es wollen! Und die alten Zöpfe ihr ding machen lassen aber auch nicht vergessen, wie leben nicht mehr in den 1960ern….

    Ich würde mich da auch gern über einen weiteren Dialog freuen.

    Bis denne
    rebel

    Antworten

  7. conni de witt

    Lieber Herr Basche,
    es wurde sehr viel diskutiert zu diesem Thema – auch hier auf golfpost.de. Alles in allem erschien mir dass ein frueher Kontakt – jawohl, schon in der Schule – sehr nuetzlich, nicht zuletzt um ein besseres Verstehen einer oft leichtfertig abqualifizierten Sportart zu ermöglichen. Die drop-out Quote wird zwar gross sein (Pubertaet, andere Interessen wie Internet…) aber ein Samen ist gesaet. Andere Erfolge waren immer zu verbuchen mit direktem Ansprechen durch aktive Spieler und Mitnehmen von Interessierten auf den Platz oder eben Erstkontakt via Street-/ Crossgolf. In diesem Sinne waere es auch schoen, golfpost.de nimmt mit dem vodcast auch solche Themen intensiver auf (ja, nicht nur Turnierrueckblicke). Herr Basche, wie waere es mit Ihnen, Sie haben sich so rar gemacht bei dem Podcast? Sozusagen die weiteren Gute Vorsaetze fuers neue Neue wieder sich zu beteiligen?

    Antworten

  8. Lieber Herr Basche,

    Ihrem Statement ist eigentlich gar nichts hinzufügen. Ich will es aber trotzdem, weil ich mich schon lange ein wenig ärgere über den von Ihnen beschriebenen Kurs des DGV.

    Es schon schade, dass übereifrige, nach meinem Verständnis strategieuntaugliche Freizeit-Funktionäre des DGV den gelungenen Versuch unternommen haben, diesen faszinierenden, ziemlich eigenwilligen und faszinierenden Sport irgendwo zwischen allgemeiner Konsum-Hektik, Preisdumperei und Profitgier kaputt zu positionieren. Denn für´s Golfen (unabhängig von der alten Platzreiferegel) braucht es doch eine besondere Passion und Leidenfähigkeit in jeder Beziehung. Und nicht so etwas wie dieses Minigolferselbstverständnis wie anno 65. Es geht ja auch nicht jeder Segeln, Sgelfliegen oder Reiten. Aber ich hoffe noch auf die Selbstreinigungskräfte des Marktes, die hoffentlich alsbald zu einer Bereinigung von „Anlagen“ und Golfspazierern mit HCP 36 + X führt. So schmerzlich das sein mag für den einen oder anderen Club.

    Gerne auch eine kleine starische Buchempfelung zu dem Thema:

    http://www.echtwerk.de/unsere-b%C3%BCcher/ein-denkmal-f%C3%BCr-otto-scholl-golfclubsatire-in-zwei-akten-2014/

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  9. Rasti Dominik

    Mit den aktuellen Mechanismen wird man den Golfsport nicht nach vorne bringen. Es geht ja im Grund aktuell darum den Bestand zu sichern, nicht mal zu wachsen!

    Man muss neue Wege gehen um überhaupt das Interesse der Menschen für diesen Sport zu wecken. Der Einstieg muss spaßig und preiswert erfolgen. Auch jahrelange Verfplichtungen durch Mitgliedschaften und Einlagen mit mehreren Tausend Euro sind kein positiver Faktor in manchen Regionen der Republik.

    Als Gründer der Stuttgarter Crossgolfer, veranstalten wir schon seit 7 Jahren Crossgolfturniere in der Region rund um Stuttgart. Unser Turniere sind teilweise in 5-10 Tagen restlos ausverkauft (ca 90-100 Teilnehmer pro Event) Die Leute wissen das Sie für wenig Geld einen tollen Tag haben werden mit netten Menschen ohne Getue. Viele konnten wir über diese Schiene parallel zum Platzgolf bringen.

    Dies ist sicher nur ein Ansatz um die Leute auf diesen sehr tollen Sport aufmerksam zu machen. Leider sind die Strukturen in vielen Vereinen sehr festgefahren, die Konsequenz ist aus meiner Sicht eine Überalterung der Mitglieder und das führt zum Tot des Clubs.

    Man sagt nicht umsonst: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

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  10. Michael Weimar

    Völlige Übereinstimmung mit Herrn Basche. Golf als Breitensport ist weder ein erstrebenswertes Ziel noch ist es realistisch.

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  11. Die sachlichen Schwierigkeiten Golf in der Gesellschaft „breiter“ zu platzieren, sind richtig benannt. Ich denke, das wird nicht gehen, trotz hohem Werbeaufwand. Nach meiner Beobachtung wäre es dem Golfsport sicherlich schon etwas geholfen, wenn Golf-Interessierten, die sich unweigerlich etwas ungeschickt anstellen, bei ihren ersten Besuchen nicht gleich durch „unhöfliches“ Verhalten der „Könner“ von weiteren Besuchen abgeschreckt werden.

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  12. Norbert Paetzold

    Ich stimme dem vom ersten bis zum letzten Satz zu. Und das Geld für die Werbekampagne hätte man sinnvoller stiften können 😉

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