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Philosophie mit Gary Player

04. Aug 2013
Gary Player: Fitter und selbstbewusster denn je? Der Südafrikaner lud im Rahmen der Berenberg Masters zum Gespräch. (Foto: Getty)
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Golf-Legende Gary Player hat richtig vom Leder gelassen: In Köln lässt er von Ryder Cup, über den Fitnesszustand seiner Kollegen bis hin zu Bernhard Langer nichts unkommentiert.

„Black Knight“ wird er genannt, wegen seiner stets schwarzen Kleidung. Gary Player, der schwarze Ritter, kam genauso auch nach Köln zur Berenberg Masters, nur dass er diesmal eher an einen schwarzen Panther erinnerte, der im Clubhaus vom Golf- & Landclub Köln auf der Couch lungert. Etwas erschöpft sieht er aus, die Augenlider hängen tief, er lächelt halbherzig die hinzukommenden Besucher an. Die hindert das nicht daran, ihm Kameras vor’s Gesicht zu halten und mit Blitzlicht auf den Auslöser zu drücken; der Panther aber nimmt’s gelassen.


Der große Gary Player, Grand-Slam-Sieger, Golf-Legende und kürzlich als 77-jähriges Aktmodel im Body Issue von ESPN erschienen, nimmt sich noch eine kleine Auszeit. Er wartet, lauert fast, auf den Pressechef.

„Deutschland muss endlich erkennen, was Golf für das Land tun kann“

Alle Anwesenden haben seine lustlos wirkende Körpersprache bemerkt, keiner hat auch nur im Traum daran gedacht, dass gleich viel passieren könnte. Doch so sehr Gary Player gerade noch in Gedanken versunken war, so sehr ist er plötzlich hellwach. „Golf ist nicht nur ein Spiel“, eröffnet er geheimnisvoll. Stattdessen bedeute Golf, dass man mit Leuten kommuniziert – wie hier, bei der Berenberg Masters. „So viele Leute vor Ort, das ist toll – vor allem bei einem Senioren-Turnier!“ Am ersten Tag waren 3200 Besucher bei der Berenberg Masters.

„Ganz Deutschland, allen voran die Politiker, müssen endlich erkennen, was Golf ist und was es für das Land tun kann“, so Player weiter. China, Südafrika, Frankreich,… alle hätten erkannt, dass Golf für die Gesundheit seiner Bürger ein wichtiger Sport ist, nur Deutschland nicht. „Dabei sind eure Politiker doch sonst so clever“, wirft der Südafrikaner hinterher.

Gary Player: „Treibt Sport! Es kann die Welt verändern“

„Golf ist wie eine Krankheit; einmal angefangen hört es nie wieder auf – nur dass es eben gesund macht.“ Dann steht er auf und haut sich einmal kräftig auf den Bauch, der stählern gegenhält. Gary Player ist topfit, das versteht spätestens jetzt jeder. Damit er sich dessen sicher sein kann, schwingt er sein rechtes Bein nach oben bis über Schulterhöhe, schimpft noch ein bisschen über alte Knacker, die ihr bestes Stück lange nicht gesehen haben und setzt sich wieder.

„Sport kann die Welt verändern. Wenn mehr Leute Sport machen, sind sie gesünder und fitter und das kann allen viel Geld sparen. Also Kinder, treibt Sport! Golf, Fußball, was auch immer. Nur ein Tipp: Golf kann man sein Leben lang spielen.“

Gary Players Sicht auf Deutschland und den Ryder Cup

Nun denn, Gary Players philosophischer Rundumschlag war noch lange nicht vorbei. Er hat noch Deutschland und den Ryder Cup angesprochen und empfohlen, dass Deutschland „am besten jetzt schon“ die nächste Bewerbung vorbereiten solle: „Ihr Deutschen würdet es bestimmt super organisieren“, hat er gesagt. „Und der Golfsport würde in Deutschland endlich die Bühne erhalten, die er verdient.“ Gary Player hat wohlgemerkt als Südafrikaner nie an einem Ryder Cup teilnehmen können.

Player sprach außerdem über Niederlagen und zweite Plätze: „Im Turnier hast du nur 30 Sekunden Zeit dich zu entscheiden. Die falsche Entscheidung kostet dich den Sieg“. Er lobte den jungen Chinesen Guan Tianlang, der beim Masters als jüngster Golfer jemals den Cut schaffte, damit eine „Wahnsinnsleistung“ hinlegte und „fälschlicherweise“ eine Strafe für Slowplay erhielt. „Tiger Woods hat für seine Runde genauso lange gebraucht ohne dass er eine Verwarnung erhalten hätte.“ Er hat sogar über Kriege geredet und darüber, dass sie vermutlich nie aufhören werden.

Gary Player und die Fitness sind untrennbar

Schließlich hat er Bernhard Langer hochgelobt und den Fakt betont, dass Langer so gut „in shape“ sei. Überhaupt war Gary Player sichtlich stolz darauf, dass er selbst so ein fitter Fast-78er ist: „Als ich mit Golf anfing, hat kein Golfer seine Fitness trainiert. Sie haben mich ausgelacht für meine Hantelstangen und mich zur Eintagsfliege erklärt. Aber ich bin noch immer da, und was sagt ihr jetzt?“

Gary Player spielt keine Turniere mehr. Als Grand-Slam-Sieger hat er alles erreicht und zeigt sich inzwischen nur noch bei Pro-Ams und Ehrenabschlägen. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass er mit seiner Firma „Black Knight International“ nun hauptsächlich als Golfplatzdesigner unterwegs ist, eine Stiftung („The Player Foundation“) betreibt und einen Bauernhof hat. Die Berenberg Masters hat er sich aber nicht nehmen lassen: „Die hat in Südafrika einen viel größeren Stellenwert“, so Player zum Schluss. Nicht nur die Berenberg Masters, wie es scheint.


Bernhard Langer bei der Berenberg Masters

Bilder Hier geht's zur Fotostrecke

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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