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Für eine Handvoll Dollar mehr: Die 9 teuersten Golfclubs der Welt

USA, England und ein Platz am Ende der Welt – wenn die Aufnahmegebühren für Mitglieder in sechsstelliger Größenordnung rangieren.

Der Liberty National am Hudson Bay gehört zu den teuersten Golfclubs der Welt. (Foto: Getty)
Der Liberty National am Hudson Bay gehört zu den teuersten Golfclubs der Welt. (Foto: Getty)

Amerika, so hieß es früher, sei das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Gemeint waren Pioniergeist und Karrieren vom Tellerwäscher zum Millionär, beispielsweise. Freilich lässt sich der Slogan auch aufs Golf übertragen. Vom Klickern auf irgendeiner Wiese mit Sechserpack und Ghettoblaster bis zum piekfeinen Country-Klub mit handverlesener Klientel ist alles drin. Bei der Klub-Teilhabe im elitären Segment indes zählen – wen wundert‘s? – zuvorderst zwei Kriterien: Entweder die Zugehörigkeit zum Gesellschaftsadel, stolze Namen wie Shinnecock Hills, Merion oder Winged Foot seien stellvertretend genannt. Oder schlichtweg das Geld, ab und an in geradezu unanständiger Größenordnung. Wir haben in punkto Aufnahmegebühr mal die teuersten Golfclubs der Welt zusammengesucht; wenig überraschend sind fast alle in den USA angesiedelt.

Liberty National Golf Club

Die Freiheit nehm‘ ich mir: 500.000 Dollar sind als Einstand zu berappen, will man dem Klub am Rand von Jersey City beitreten. 2006 eröffnete Paul Fireman auf einer einstigen Schadstoff-Deponie am Westufer des Hudson sein Golfrefugium, samt gläsernem Klubhaus, Heli-Port, Jachtservice etc. 250 Millionen Dollar ließ sich der damalige Besitzer des Sportartikel-Riesen Reebok das angeblich kosten. Von allen Bahnen des Kurses aus der Feder der Designer Bob Cupp und Tom Kite eröffnet sich der Blick auf die Freiheitsstatue, die Skyline von New York und Manhattan. Die PGA Tour gastierte mehrmals auf Liberty National und modelte den Platz 2012/2013 gehörig um; Phil Mickelson, Entertainer Justin Timberlake und Schauspieler Mark Wahlberg zählen zu den Mitgliedern.

Der Liberty National GC. (Foto: Getty)

The Bridge Golf Club

Ich mach‘ mein Ding: Er wolle gar nicht erst versuchen, die „älteren Geschwister“ in der Nachbarschaft zu imitieren, sagte Robert Rubin, als der exzentrische Rohstoff-Makler 2003 seinen Klub auf New Yorks Atlantikterrasse Long Island vorstellte. Gemeint waren amerikanische Ikonen in den Hamptons wie der diesjährige US-Open-Kurs Shinnecock Hills, gegenüber dessen Historie „The Bridge“ eher einem Emporkömmling gleicht. Rees Jones baute die stark ondulierten 18 Loch mit Blick auf Sag Harbour, wo heuer Tiger Woods während des Majors mit seiner Jacht „Privacy“ ankerte. Die „New York Times“ schrieb über das Klubhaus, es wirke eher wie der Bau eines Museums für zeitgenössische Kunst in Berlin. Entsprechend entspannt geht es zu – Jeans und Baseball-Caps statt Blazer –; genau so lässig werden als Aufnahmegebühr allerdings auch 550.000 bis 600.000 Dollar aufgerufen.

 


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Sebonack Golf Club

Neureicher Nachbar: Es gibt in den USA keine nationalstolzere Adresse als die National Golf Links of America, jenes ehrwürdige Geläuf, das Charles Blair Macdonald mit Bauleiter Seth Raynor – beide zählen zum Pantheon der Golfplatz-Architektur – Anfang des 20. Jahrhunderts an den Rand der Peconic Bay auf Long Island pflanzte. Direkt nebenan konzipierten Tom Doak und Jack Nicklaus zu Beginn des 21. Jahrhunderts den Sebonack Golf Club in die hügelige Landschaft, ein großartiges Design im Linksstil, mit einschüchternden Bunkern, dünenartigen Waste Areas und famosen Sichtachsen auf die Bucht. Inhaber Michael Pascucci hatte allein für den Ankauf des exklusiven Geländes 45 Millionen Dollar hingeblättert, dafür kostet die Mitgliedschaft dann auch 550.000 bis 650.000 Dollar.

Der Sebonack Golfclub. (Foto: Getty)

Bighorn Golf Club

Es grünt so grün: Eine Oase erstreckt sich in der Landschaft der kalifornischen Wüste – die Golf- und Wohnanlage Big Horn nahe Palm Desert im Coachella Valley, eine ziemlich elitäre geschlossene Gesellschaft. Für 325.000 Dollar wird man Mitglied und darf die beiden Plätze, den spektakulären „Mountains“ von Arthur Hill auf den Höhenzügen und den etwas schlichteren „Canyons“ von Tom Fazio in der Talsohle spielen, die sensationellen Panoramablicke aus dem für 70 Millionen Dollar errichteten Klubhaus auf 300 Metern Höhe über Grund genießen sowie die Einrichtungen des Country Club nutzen. Big-Horn-Resident zu werden, ist dann noch mal eine andere, deutlich kostenintensivere Angelegenheit. Jon Rahm ist übrigens Golf-Botschafter des Klubs.

 


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Wentworth Club

Zankapfel Zaster: 2014 erschütterte ein Beben die friedvolle Klub-Herrlichkeit nahe Windsor Castle im Speckgürtel von London. Die chinesische Reignwood-Gruppe hatte Minirock-Erfinder und Milliardär Richard Caring den fast hundert Jahre alten englischen Prestige-Klub in Virginia Water samt seiner 45 Löcher abgekauft und versuchte anschließend, das Mitglieder-Establishment durch Umlagen und saftige Jahresbeiträge von umgerechnet 20.000 Euro raus zu ekeln, um Platz für eine neue, neureiche Klientel zu schaffen. Zwar musste Reignwood-Inhaber Dr. Chanchai Ruayrungruang seine Pläne angesichts des massiven, sogar bis in die britische Politik lancierten Widerstands aufgeben, bei Neuzugängen langt er dennoch richtig hin: Rund 230.000 Pfund (264.000 Euro) kostet die Mitgliedschaft in Wentworth.

Hamilton Farm Golf Club

Auf hohem Ross: Das Anwesen in Gladstone/New Jersey ist bis heute die Zentrale der US-Springreiter, die sich dort beispielsweise auf Olympische Spiele vorbereiten. Bereits bei der Gründung 1911 hatte Hamilton Farm eine Stallanlage mit 50 Boxen. 1998 kam die Golfanlage hinzu, der 18-Loch-Kurs „The Highlands“ und ein Par-3-Layout mit ebenfalls 18 Bahnen namens „The Hickory“, beide entworfen vom Architekten-Duo Michael Hurdzan/Dana Fry. Für manche ist der Kurzplatz sogar das interessantere und abwechslungsreiche Golferlebnis, während der Meisterschaftsplatz so gleichmütig fließt wie das ihm zugrunde liegende wellige Gelände. Wie auch immer: Hamilton Farm ist eine private Enklave, wo die Uhren noch anders ticken, den Zugang als Mitglied darf man sich mindestens 300.000 Dollar kosten lassen.

 


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Bear‘s Club

Vergoldeter Bär: 1999 hat sich Jahrhundert-Golfer Jack Nicklaus in Jupiter/Florida den Traum vom Zweitklub nach seinem Muirfield Village in Columbus/Ohio erfüllt. Seither ist der Bear‘s Club eine Begegnungsstätte für Golf- und sonstige Stars, zu den Mitgliedern gehört u. a. Rory McIlroy. Der 2000 eröffnete Platz liegt knapp zwei Kilometer vom Atlantik entfernt auf sandigem Schwemmland, das Nicklaus künstlich erweiterte; seine von Eichen, Kiefern und Zypressen gesäumte Bahnen winden sich durch eine der weltweit exklusivsten Wohngegenden. Ein besonderes Merkmal sind die wegen der heftigen Regenfälle in Florida sehr hochrandig gebauten Bunker mit ihrem aus Ohio importierten gröberen Sand. All diesen Luxus lässt sich der „Goldene Bär“ Nicklaus mit Aufnahmegebühren von 200.000 Dollar genau so golden bezahlen.

Trump National Golf Club Los Angeles

Fass ohne Boden: Der Klub in Rancho Palos Verdes über der kalifornischen Pazifikküste gilt als kostspieligstes Golf-Engagement der Welt. Insgesamt 264 Millionen Dollar soll die Trump-Organisation in den bankrotten ehemaligen Ocean Trails Golf Club investiert haben, dessen Pleite von einem Erdrutsch ausgelöst wurde, bei dem das 18. Loch fast vollständig ins Meer absackte. 2002 wechselte die Anlage für 27 Millionen Dollar den Besitzer und wurde nach Trump‘schen Größenmaßstäben renoviert, inklusive prunkvollem 4.200-Quadratmeter-Klubhaus. Allein 25 Millionen Dollar flossen in die Aufarbeitung und ins Redesign des Pete-Dye-Platzes und in die drei künstlichen Wasserfälle, die allerdings im Zuge der kalifornischen Dürre 2015 abgebaut wurden. Die Aufnahmegebühr liegt bei 188.000 Dollar.

 


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Tara Iti Golf Club

Am anderen Ende der Welt: Tara Iti an der Ostküste von Neuseelands North Island ist der Exot in dieser Liste und mit einer Erstgebühr von 125.000 Dollar für die Mitgliedschaft zudem beinahe ein Schnäppchen. Der Platz des Privatklubs, 90 Kilometer nördlich von Auckland, zählt zu den Meisterwerken von Tom Doak. Das Gelände, ursprünglich von Kiefern und Gestrüpp überwuchert, ist purer Sand; der US-Designer goß ein puristisches, baum- und wasserloses Links-Design mit Festuca-Parkett darüber, verzichtete zugunsten der indigenen Spinifex-Gräser auf künstlich gezüchtetes Rough, legte wilde Waste Areas statt formstrenger Bunker an und verkniff sich angesichts des generell sehr bewegten, anspruchsvollen Terrains überdies strafende Hindernisse. Das Ergebnis ist großes Golfplatz-Kino.

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1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Helmut Otto FAUST

    Leider ist Ihre Liste nicht komplett, da Sie viele Golfclubs in Asien (Japan, China, Hong Kong, usw.) vergessen haben. Selbst einige GC in den USA fehlen!

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