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Fernmitgliedschaft als Alternative zum heimatnahen Club?

19. Sep 2014
Günstig in einem Club fern der Heimat Mitglied zu sein, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. (Foto: Getty)
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Ende September müssen sich Golfer alljährlich entscheiden, ob sie weiterhin in ihrem Golfclub bleiben möchten. Die Alternativen sind umstritten.

Eine Fernmitgliedschaft kann die Kosten für Golf als Lieblingshobby beträchtlich senken. Diese besondere Art der Mitgliedschaft, bei der auf Distanz zwischen Wohnort und Club gesetzt wird, hat bei genauerer Betrachtung jedoch nicht nur Vorteile.

Was ist eine Golf Fernmitgliedschaft?

Viele Golfclubs bieten neben der regulären Mitgliedschaft ebenfalls Fernmitgliedschaften an, um ihr Kontingent an Mitgliedschaften besser auszulasten. Um eine solche Mitgliedschaft erwerben zu können, muss das künftige Fernmitglied im Besitz der Platzreife sein, außerdem muss eine Mindestentfernung (meist 100 Kilometer oder mehr) zwischen dem Golfclub und dem Heimatort des Golfers bestehen. Nur so kann über einen Vermittler die Fernmitgliedschaft in einem Golfclub in Deutschland erworben werden. Wenn der ausgewählte Golfclub Mitglied im Deutschen Golf Verband (DGV) ist, dann erhält der Spieler einen entsprechenden Ausweis mit Verwaltung seines Handicaps und kann auf einem Großteil der Plätze im In- und Ausland gegen die Entrichtung des Greenfees dort spielen.


Eine Fernmitgliedschaft ist deutlich günstiger als eine reguläre Mitgliedschaft im heimischen Golfclub – die Kosten für eine Jahresmitgliedschaft fangen schon bei etwa 140 Euro an, bis zu ca. 600 Eur0 reicht das Kostenspektrum. Günstiger ist die Fernmitgliedschaft vor allem deshalb, weil die Betreiber des Golfplatzes damit rechnen können, dass das betreffende Mitglied durchschnittlich weniger Tage auf der Anlage verbringt als die ortsansässigen Mitglieder des Clubs.

Es besteht im Übrigen ein fundamentaler Unterschied zwischen einer Fernmitgliedschaft und einer Gastmitgliedschaft: Bei einer Gastmitgliedschaft ist auch im Handicap-verwaltenden Golfclub das Spielen nur nach der Zahlung des Greenfees möglich. Deshalb ist diese Art der Mitgliedschaft oft noch günstiger. Eine Fernmitgliedschaft schließt ein nötiges Greenfee allerdings per definitionem ebenfalls nicht aus.

Für wen lohnt sich eine Fernmitgliedschaft?

Eine Fernmitgliedschaft bietet Golf-Anfängern die Möglichkeit, in den sonst kostenintensiven Sport preiswert einzusteigen. Eine Alternative hierzu ist auch die Vereinigung clubfreier Golfer (VcG). Als Mitglied bei der DGV-Tochter genießt der Golfer ähnliche Vorteile. Allerdings erfreuen sich weder Fern- noch VcG-Mitgliedschaftler besonders großer Beliebtheit in jenen Clubs, die ihre Mitgliedschaften fast ausschließlich vor Ort an den Mann bzw. die Frau bringen. Hier werden teils sogar höhere Greenfees für Fernmitglieder verlangt. Der Grund: Viele Clubs argumentieren, die „Billiggolfer“ schadeten dem Markt. Golfclubs, die Fernmitgliedschaften anbieten, argumentieren hingegen häufig damit, dass sie sich ohne die Fernmitglieder finanziell überhaupt nicht halten könnten. Wenig begeistert auf Fernmitglieder reagieren oft auch Spieler, die als reguläre Mitglieder in einem örtlichen Club einen wesentlich höheren Jahresbeitrag zahlen.

Seit der Einführung des Hologramms auf dem DGV-Ausweis sind Fernmitglieder problemlos als solche zu erkennen und müssen sich mit dem Ruf, den sie genießen, auseinandersetzen. Das führt zu immer wieder aufkeimenden Debatten, ob die Hologramme auf den Ausweisen eine „Klassengesellschaft“ unter Golfern fördern. Für Neugolfer, die noch nicht wissen, ob und wie lange sie dem Sport überhaupt treu bleiben oder wie oft sie dazu kommen, eine Runde zu spielen, sind Fernmitgliedschaften trotzdem eine günstige Alternative. Wenn die Runden mehr werden, lohnt es sich allerdings, nicht jedesmal auf den Plätzen nahe des eigenen Wohnorts das volle Greenfee entrichten zu müssen und stattdessen einem heimatnahen Golfclub beizutreten.

Arbeitsgruppe im DGV beschäftigt sich mit Alternativen

Da es für Wenigspieler eine Alternative zur Vollmitgliedschaft geben muss, sucht mittlerweile eine vom DGV initiierte Arbeitsgruppe nach Alternativlösungen, welche die Fern- und VcG-Mitgliedschaften in einem für alle Seiten akzeptablen Rahmen beerben kann.

„Wichtig ist, dass […] wir die Fernmitglieder und VcG-ler nicht wie Aussätzige behandeln, sondern ihnen eine Plattform bieten, im normalen Club-Leben Aufnahme zu finden“, formulierte Michael Weichselgartner die Ziele der Arbeitsgruppe in einem Statement der Golf Time. Dem Besitzer und Präsidenten von Golf Valley in München schwebt dabei zusammen mit den Teilnehmern der Arbeitsgruppe 3 (Golfentwicklung in Deutschland) des DGV ein Wenigspieler-Pass vor Augen. Für 195 bis 350 Euro könne der Golfer damit kostenfrei in einem Club üben, er erhält einen DGV-Ausweis mit Handicap-Führung sowie drei Greenfees.

Welche Golfclubs diesen Weg mitgehen würden, bleibt jedoch offen, fällt eine Entscheidung über die Ergebnisse und Vorstellungen der Arbeitsgruppen immerhin erst auf einem außerordentlichen Verbandstag im November. Jegliche Resultate werden damit also frühestens 2015 relevant, die Kündigungsfristen für 2014 sind zu dem Termin schließlich lange abgelaufen.

„VcG oder Fernmitgliedschaft“ – Montag im Golf Post Talk

Zur Frage „VcG oder Fernmitgliedschaft“ wird am Montag, den 22. September 2014 um 17 Uhr, im Golf Post Talk ein Streitgespräch zwischen dem Geschäftsführer der VcG, Marco Paeke, und dem Geschäftsführer der Deutschen Golf Marketing (DGM), Christian Köhler, stattfinden. 

Zum Golf Post Talk –>

Jacqueline Sauer

Jacqueline Sauer - Freie Autorin für Golf Post

Jacqueline mischt bei den redaktionsinterenen Tippspielen ganz vorne mit. Kein Wunder: Die großen und kleinen Namen des Golfs hat sie ständig im Auge, damit der nächste Tipp stets ein sicherer Treffer wird.

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