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Der DGV stellt Konzept für Golf-Werbekampagne vor

30. Okt 2014
Das DGV-Hearing im Kosaido Golfclub in Düsseldorf. Die Arbeitsgruppen stellen ihre Beschlussentwürfe vor, über die am 29. November alle Clubs abstimmen werden. (Foto: Golf Post)
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Werbung für den Golfsport in TV-Kanälen und auf Plakaten: Der DGV stellt sein Konzept für eine Imagekampagne vor.

Der DGV und die Golfbranche wünschen sich „mehr spielende Golfer“, mehr Nachwuchs, mehr Mitglieder, mehr Greenfeekäufer. Dafür ist eine Reihe von Veränderungen im Golfsport geplant, über die die stimmberechtigten Vertreter der deutschen Golfclubs am 29. November 2014 abstimmen werden.

Eine der zur Abstimmung stehenden Maßnahmen ist eine Werbe- und Imagekampagne für 4,9 Mio. Euro. Auf Plakaten, im Internet und mit Werbespots im deutschen Fernsehen soll von 2015 bis 2017 der grüne Sport inklusive seiner Ausprobiermöglichkeiten (z.B. „Golferlebnistag“, ein Schnuppertag für Einsteiger für gewöhnlich Anfang/Mitte Mai) bundesweit beworben werden.

Crossmedia-Golf-Kampagne für 4,9 Mio. Euro

Grobes Ziel der Crossmedia-Kampagne ist es, mehr Interessierte auf die Golfanlagen zu locken. Potenzial ist da: Der DGV schätzt den Anteil der deutschen Bevölkerung, die „noch immer keinen Golfschläger in der Hand gehalten [haben]“, auf 96 Prozent (!). Die konkreten Zahlen jedoch, die der DGV mit einer Imagekampagne erreichen will, wieviele Neugolfer etwa oder welche Imagewerte erreicht werden sollen, formuliert der Verband derweil nicht. Nur die Zahl von gut 1600 neuen Mitgliedschaften macht die Runde; die werden nämlich gebraucht, um die Finanzierungslücken der Kampagne zu füllen.

Die Zielgruppen: „Etablierte“ und „Aufstiegsorientierte“

In den Fokus genommen werden sollen zwei Zielgruppen, die man in der Werbung „die Etablierten“ mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren und „die Aufstiegsorientierten“, durchschnittlich 45 Jahre alt, nennt. Dabei handelt es sich um insgesamt etwa 17 Mio. Personen (5,7 Mio. „Etablierte“ und 11,4 Mio. „Aufstiegsorientierte“), die überwiegend männlich, beruflich als Selbstständige, Beamte oder als leitende Angestellte tätig und mit einem Netto-Haushaltseinkommen von etwa 3.100 Euro ausgestattet sind. Etwa fünf Prozent beider Zielgruppen haben laut dem Marketing-Modell Sigma-Milieu „in ihrem Leben schon einmal einen Golfschläger in der Hand gehabt“.
Neben den beiden „Basiszielgruppen“ werden laut DGV noch zwei „Wachstumszielgruppen“ anvisiert: die „Liberalen“ (Durchschnittsalter 25 Jahre, 2.700 Euro Einkommen) und die „Postmodernen“ (durchschnittlich 57 Jahre alt mit 2.900 Euro Einkommen). Die Kernbotschaft der Werbekampagne soll den Aspekt „Lebensfreude“ betonen.

Die Finanzierung

Dein Teil der Finanzierung (1,4 Mio. Euro) soll aus einer Rücklage der VcG gestemmt werden. Hierbei betonte der DGV, dass die VcG erst zustimmen müsste, wobei sich die Frage stellt, warum die VcG ein solches Vorhaben unterstützen sollte, wenn sie vielleicht aufgelöst wird.

Der restliche Teil des Budgets soll von den Clubs getragen werden (evtl. mit einer Umlage von zwei Euro jährlich auf die Golfer selbst), weshalb die ganze Kampagne nur umgesetzt wird, wenn a) die Mehrheit der Clubs auf dem Verbandstag mit „Ja“ dafür stimmt und b) sich mindestens 40 Prozent aller deutschen Golfclubs dann auch tatsächlich daran beteiligen.

Rückmeldung der Clubs

Die Clubs im Rheinland zeigen sich der Kampagne zugeneigt; einige Clubs haben bereits ihre Zustimmung zugesagt.

Was sich für den Golfer ändern würde

Golf wagt sich raus auf die große Bühne: An Bushaltestellen, an Autobahnen und im Fernsehen wird, wenn diese Kampagne Realität wird, der kleine weiße Ball ins Bewusstsein der Zuschauer gerückt. Für den Golfsport auf den ersten Blick eine schöne Sache.

Aber die Kampagne stellt auch eine immense finanzielle Belastung dar, für die alle Kräfte mobilisiert werden müssen; aus Verband, Clubs und von den Golfern selbst. Angesichts einer anstehenden Ryder-Cup-Bewerbung, die vielleicht schon bald ebenfalls hohe Kosten produziert, ein mutiges Unterfangen. Erst recht, wenn man sich die ursprüngliche Einschätzung des DGV Ende letzten Jahres noch einmal vor Augen führt: „Wir müssen Abstand nehmen von oberflächlichem Aktionismus – zum Beispiel eine Imagekampagne für zweieinhalb Millionen Euro, einige bunte Bilder, aber dahinter ist nichts. Das wäre fatal.“ Der DGV betonte damals, er habe „nicht die Mittel, das Image in den Köpfen der Deutschen mit Fernsehspots zu verändern.“

Trotzdem liegt den Clubs nun ein Marketingentwurf vor, weil sie ihn Anfang des Jahres vom Verband eingefordert haben. Der ist nicht nur mit zweieinhalb, sondern mit knapp fünf Millionen Euro quantifiziert.

Ein Teil dieser 4,9 Mio. Euro, nämlich 400.000 Euro, sind allein eingeplant, um eine „optimale Umsetzung der ‚Vor-Ort‘-Anteile der Kampagne sicherzustellen.“ Heißt: Was in der Werbung versprochen wird („Lebensfreude“, „Sport“, „Spaß“), sollen die potenziellen Neugolfer auch auf der Anlage wiederfinden – und da verspricht der DGV, die Clubs zu unterstützen. Nur für die eigentliche Kampagne in den Medien bleibt nach Abzügen dieser Dienste, der Gehälter, der Produktions- und Druckkosten und der Erfolgsevaluation im Nachgang nicht mehr allzu viel übrig. Dann wird es wird es schwer, auf dem Werbemarkt über drei Jahre hinweg richtige Impulse zu setzen.

Was halten Sie von einer Werbekampagne für 4,9 Mio. Euro?

Sollte Ihr Club beim Verbandstag für oder gegen eine Werbe- und Imagekampagne stimmen? Möchten Sie den Golfsport ab 2016 in der Werbung sehen (und dafür u.U. persönlich über Ihren Mitgliedsbeitrag einen Zuschuss von etwa zwei Euro jährlich leisten)?

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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33 LESER-KOMMENTARE

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  1. Also geht es hier um eine Werbekampagne um das Spiel wieder ins rechte Licht zu rücken. Na dann sollte man mal damit anfangen Nachwuchs zu generieren. Wer hat den in der Zeit wo Golf boomte gespielt? Richtig , Kinder , Jugendliche die Spaß am Spiel hatten am Sport an der Bewegung am Ehrgeiz am Training.

    Wir haben damals keine Sekunde Golf aus dem Augen verloren nach der Schule Hausaufgabenund ab auf den Platz. Bälle kloppen dann „zocken“! Was will ich den mit einer Kampagne erreichen wo ich wieder nur eine Zielgruppe anspreche?
    Ich will dieses Donnerstags Nachmittags 14:00Uhr Zombie Gegolfe nicht mehr wo Prof. Dr. Müller – Hasenklops ( 86Jahre) in Begleitung seiner Mutter über den Platz hechelt. Seinen Ball 450 m in die Out of Bounds Zone kloppt und fröhlich mit seiner 4 – pfotigen Ballsuchmaschine namens „Purzel“ verschi….. 15min im Feld des Bauers verschwindet ohne nach hinten zu gucken.Aber es muss ja gesucht werden den der Ball war ja von Titt – Leist ( ahhhhhhhhhhhhhhhhh )…
    Verstehen sie mich nicht falsch jeder soll Golf spielen sich bewegen aber leider sehe ich bei uns in der Region nur noch ebend genau diese Dr. Hasenklops. Kein Jugendlicher , Keine Kinder und ich glaube das es eine Bereicherung wäre für jeden Golfclub die Kinder wieder sprechen zu lassen. Dann kommen die Erwachsenen automatisch und sie müssen nicht Bushaltestellen zu kleben.

    Antworten

    • Genau das (Kinder und Jugendliche) hat ja ihr Vorschreiber abgelehnt. Sie machen zu viel Arbeit und bringen nichts ein (überspitzt gesagt).
      Das bedeutet, alle die, die Golf gesellschaftlich breit aufgestellt sehen wollen, sind hoffnungslose Idealisten?

      Wenn man das rein auf Clubgolf sieht, mag das auf kurze Sicht vielleicht richtig sein, aber was ist wenn genau das der Beginn einer Welle wird und mehr Golfspieler generiert?

      Was Golf im FreeTV angeht, es wird sicher keine oder wenn im verschwindend geringen % Nteil generieren, was es aber schaffen kann ist: Golf in das Bewusstsein eines jeden zu bringen und es somit raus hebt aus diesem geschlossenen „Prof. Dr. Ambiente“.
      Und wenn schon Golfer dieses bemängeln, braucht man sich auch an der momentanen Außenwirkung nicht wundern. Und genau in diese Fußstapfen tritt auch der DGV mit der Werbekampagne für Besserverdienende.

      Bis denne

      Antworten

      • Lieber Rebel,
        vor dem Antworten bitte genau lesen!!! Zu ihren vier Punkten:

        Ich habe in meinem Post Kinder und Jugendliche nicht abgelehnt, sondern dargestellt, dass für ein Wirtschaftsunternehmen Golfclub ein „Midager“ ein wertvolleres Gut darstellt als ein Kind, Jugendlicher oder Student. Schauen Sie einmal in die Beitragstabelle Ihres Golfclubs, dann können Sie dies nachvollziehen.

        – Eine „Welle“ im Golf kann es aus vielen Gründen nicht geben:
        1. Aus den oben genannte Gruppen werden unvermeidbar alsbald engagierte Berufstätige und Familienoberhäupter, die (in der Regel!!! Nicht ausnahmelos!!!) alles andere im Sinn haben als ihre karg bemessene Freizeit auf der Wiese zu verbringen. Traurig, aber Realität! Das kann Ihnen jeder Golfplatzbetreiber (in aller Welt, auch bspw. aus UK oder USA) bestätigen, denn es liegt in der Natur der Sache.

        2. Golfplatzauslastung: Bei 700+ Golfanlagen in Deutschland können zur „Prime Time“ Wochenende eben (über den Daumen gepeilt) nur ca. 140.000 Menschen spielen (bei max. 200 Runden/ Anlage an einem Sommer-Wochenende), was einer Vollauslastung entspricht. Stellen Sie sich mal vor, alle eingetragenen deutschen Golfer fassen den Entschluss, an einem Sommertag Golf spielen zu wollen. Wir bräuchten also mehr Golfanlagen für Ihre „Welle“. Und wer soll diese finanzieren? So eine Wiese kostete mehr als das gesamte Budget der DGV-Werbekampagne. Golf wird nicht staatlich gefördert, das finanzielle Risiko ist riesig und die Aussicht auf das Erreichen der Gewinnzone lächerlich gering. Haben Sie dafür einen Vorschlag parat?

        – Welches Bewusstsein meinen Sie bei Golf im relevanten Free-TV? Das Bewusstsein, dass diese (für Nichtgolfer) superöde, viertägige, stundenlange Sportübertragung anstatt von einem „normalen“ TV-Programm gesendet wird. Ok, wenn man es so sieht, findet garantiert ein Prozess in puncto Imagewandel statt. Ist nur die Frage, in welche Richtung. Zudem bin ich mir sicher, dass die Werbeindustrie Schlange stehen wird, um in diesen Sendungen Werbung zu schalten (Ironie aus).

        – Auch hier gilt wieder: Erst lesen, dann schreiben: Hier wird nichts bemängelt, sondern festgestellt. Bemängeln kann ich nur das Fehlen jeglicher umsetzbarer Vorschläge, die in erster Linie die Gruppe in den Fokus stellen, auf deren Schultern Golf stattfindet: die Clubbetreiber und und die in der finanziellen Verantwortung stehenden Risikoträger. Solange Golf nicht wie bspw. in Schweden staatlich gefördert wird und als Schulsport stattfindet, werden keine Zuwachszahlen bei Kindern und Jugendlichen generiert. Warum sollte ich bspw. als Golfplatzbetreiber meinen Platz für 100 Jugendliche sperren, die einen Bruchteil des Umsatzes generieren, wenn ich die gleiche Zahl an erwachsenen Vollzahlern haben kann? Weil Sie als „Wortführer der Jugendbewegung“
        dann „Danke “ sagen?

        Wie gesagt, es gibt kein „Grundrecht auf Golf“! Solange die Risikoträger keine handfeste Unterstützung erhalten (Fördermittel), wird man in Deutschland den gleichen Stiefel weiterfahren, nämlich die Kundengruppen ansprechen, die das Geld haben, um für die Golf-Party zahlen. End of story!

        Abschließend: Wenn Herr Nothelfer und Co. eben jene Gruppe 55+ immer wieder heraushebt, ist diese Vorgabe vielleicht nicht dazu gedacht, Sie und mich als Golfer glücklich zu machen, sondern wurde getätigt, um den Clubbetreibern zu gefallen. Ist unsexy, macht aber Sinn. Was meinen Sie?

  2. Vielleicht sollte man sich erst einmal wieder ins Gedächtnis rufen, dass jeder Golfclub für sich genommen ein eigenständiges Wirtschaftsunternehmen darstellt, welches hier mal hochprofessionell bspw. über eine Betreibergesellschaft und dort „von Enthusiasten“ idealistisch aber doch reichlich amateurhaft geführt wird. Insofern trägt die Hauptverantwortung, Mitglieder zu gewinnen (und zu erhalten!!!), immer der Golfclub – das kann jeder, der schon einmal ins Tagesgeschäft eines Clubs involviert war, bestätigen.

    Wenn ich schon Sätze lese wie „…die (der DGV) wollen zahlendes Mitgliedsvieh in den Clubs …“ Ja, so mancher engagierter Golfer glaubt, es existiere eine Art „Grundrecht auf Golf“, für die Clubbetreiber ist der Golfclub jedoch NUR ein Wirtschaftsunternehmen wie jedes andere auch. Läuft es unrentabel, muss man es auf den Prüfstand stellen. Da würde ich als Betreiber lieber zehn Endvierziger als Neumitglieder präferieren, als drei Paare mit Kindern zwischen 8 und 10 Jahren und vier coole Studenten mit niedrigem Handicaps, die in der ersten Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga II klarmachen, in zwei Jahren jedoch in München, Berlin oder Hamburg wohnen. Denn wohlgemerkt ist nicht jedes neue DGV-Mitglied auch ein wertvolles und vor allem langfristig kalkulierbares Gut für den Clubbetreiber, ohne dessen Anlage niemand einen Ball schlagen könnte. Der effektive Durchsatz vom Schnupperkurs über die abgelegte Platzreife hin zum Clubeintritt, also Golf als Hobby zu installieren, liegt aus eigener Erfahrung im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Und von diesen Neumitglieder hören exorbitant viele, die sich im Alter zwischen 20 und 45 befinden, nach einer Test-Saison wieder auf.

    Jeder Golfclub hat ein vitales Interesse, wirtschaftlich zu operieren, zumindest aber, zu überleben. Niemand, der halbwegs seriös in einem Golfclub (mit-)wirtschaftet, vertraut auf eine zentral gesteuerte Kampagne. Das Problem ist vielmehr wie immer die gesellschaftliche Gemengelage. Die Motivation, Golf zu testen, sich „anfixen“ zu lassen und letztendlich Golfer zu werden, entsteht IMO zu 99,9 Prozent durch das soziale Umfeld, die vorhandene Infrastruktur und ist in der Konversion zum relevanten Hobby zu werden, im überwiegenden Maße von der individuellen Flexibilität abhängig. Im Spannungsfeld Beruf (Faktor Zeit), Familie (Faktor Zeit/ Geld) und verfügbares Kapital („Funny Money“ für das neue Hobby) fallen komplette Altersschichten als Zielgruppe heraus, die ansonsten Golf mit großer Begeisterung als Hobby betrieben hätten.

    Unter dem Strich kann man den Aktionismus des DGV gerne soviel kritisieren wie man möchte, doch es fällt schwer, nachhaltig zu widerlegen, dass die interessanteste Zielgruppe für signifikantes Mitgliederwachstum jenseits der Mitte 40, eher aber bei 55+ angesiedelt ist. Hier sind die Kinderbetreuungsaufgaben weitestgehend abgeschlossen, man steht finanziell solide da und hat vor allem das wichtigste Kapital „Zeit“ ausreichend zur Verfügung.

    IMO kann sich der DGV in puncto Marketing auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln, an der Schraube Mitgliedergewinnung wird man als Verband in dieser Gemengelage nicht signifikant drehen können. Deshalb muss ich den Kritikern (und vielleicht auch mir selbst) leider attestieren:“ „Kommen Sie mit Lösungen, oder Sie sind selbst Teil des Problems“

    Mein 2 Cent: Der DGV sollte, wenn man überhaupt einen Minimaleffekt erzielen möchte, den Clubs ein Potpourri an professionellen Werbemitteln und abrufbaren Mitteln/ Personal für Werbeaktionstage zur Verfügung stellen bzw. Workshops anbieten, in denen Clubbetreiber und Verband individuelle Ansätze austauschen können (was es z. T. schon gibt). Zudem könnte man es Clubs grundsätzlich freistellen, ob der DGV-Ausweis oder eine entsprechendes Dokument beim Greenfee-Spielen von Nöten ist oder ob man „Pay & Play“ zulässt. Dann kann jeder Betreiber testen, ob diese legere Form des Golfens (wie bspw. in USA oder UK praktiziert), wirklich mehr Golfinteresse und damit Umsatz generiert oder (was eher zu befürchten ist), zum lokalen Niedergang der etablierten Clubkultur führt, was letztlich eine noch dramatischere Schieflage des Clubs bewirken kann.

    P.S. Weder TV-Spots zur Primetime, vollgekleisterte Plakatwände usw. werden ein Mitglied mehr generieren. Ebenso hanebüchen ist der Gedanke, Profigolf im Free-TV würde Erfolg haben und Neumitglieder generieren. Golf ist eine der Sportarten, die weltweit fast ausschließlich von Aktiven im TV verfolgt wird (anders als bspw. Skispringen, Boxen oder Fußball). Für einen Nichtgolfer sind mehrstündige Golfübertragungen eine Zumutung und würden zudem den Rahmen von ARD/ZDF sprengen. Damit wären wir wieder im Sparten-TV angekommen (EinsPlus, ZDFneo etc.). Auch von den Millionen Sky Sport-Abonnenten schalten im Schnitt weniger als ein Prozent der für sie frei verfügbaren Golfübertragungen ein…

    Antworten

  3. Wenn ich daran denke, dass es in Berlin an zentraler Stelle keinerlei Übungsmöglichkeiten mehr gibt (vor 10 Jahrne noch die Driving Range an der Chausseestrasse, danach die am Potsdamer Platz, mittlerweile hat auch die letzte an der AVUS dicht gemacht), wo man einfach mal – ohne Platzreife, ohne lange Anfahrt, ohne Berührungsängste und für wenig Geld – ein paar Bälle kloppen konnte, um erst mal zu sehen, wie viel Spass das machen kann, wundert mich nicht, dass der Nachwuchs fehlt.
    Dass die Klubs rund um Berlin nicht versuchen, so was auf die Beine zu stellen, um innerhalb Berlins ein Potential abzurufen, das sicherlich da ist, verstehe ich auch nicht…

    Na, dafür gibt der DGV jetzt viel Geld aus. Herr Karl hat’s treffend beschrieben. Unsinnige Geldverschwendung.

    Antworten

  4. Hallo Herr Karl,
    selten habe ich so eine ausführliche und vor allem auch gut dargestellte Kritik gelesen.
    Ich würde sie sehr gern in meinen Podcast einladen, um mit ihnen und anderen noch ein wenig über das Thema zu sprechen.
    Meinen Podcast finden sie hier: http://golfpod.volans.uberspace.de ich werde sie auch darüber noch persönlich anschreiben.

    Bis denne
    rebel

    Antworten

  5. 4,9 Mio? Lächerlich.

    Antworten

  6. Ich bin dagegen – Lokale Affinität kommt nur durch lokale Präsenz!

    Es gab in den letzten 5 Jahren 2-3 „Konzepte“ u.a. z.B. Handwerks-Branche in Norddeutschland, die durch dezentralisierte Aktionen, nicht den lokalen Handwerker unterstützen konnten.

    Denn der Kunde sucht -wie auch beim Golfclub- nicht nur im Hinblick auf MItgliedsbeitrag, Umlage oder Aufnahmegebühr sondern eben auch „Wie weit muss ich zum Club fahren?“ („Wie weit ist der Handwerker mit seinem Gewerk weg?“).

    Der Ansatz ein „Produkt“ (Golfsport) über reichweitenstarke Medien reichweitenstark zu kommunizieren ist sicherlich nicht ganz falsch. Doch das Gießkannenprinzip einer Marke, die in jedem Supermarkt gekauft werden kann funktioniert hier nicht, da der Streuverlust für die Lokalität des einzelnen Clubs bei sicherlich 70-80% liegt. Aus kaufmännischer Sicht würde ich hier „Totalschaden“ attestieren.

    Der Ansatz sollte in meinen Augen nicht sein „Wieviele muss ich investieren, um Menge X zu bekommen“ sondern warum ist die Hürde in einzelnen Gebieten/(Bundes-)ländern/Städten unterschiedlich ausgeprägt, welche Schnittmengen gibt es und wo kann ich wie diese Hürden INDIVIDUELL und AUSGESTEUERT anpassen.

    Und das dies funktioniert, macht unsere Agentur seit 18 Jahren erfolgreich vor. Denn wir haben uns auf lokales Marketing spezialisiert und vermarkten einen Golfclub (in dem ich selbst spiele) recht erfolgreich (hohe Neumitgliedschaften in 2013 & 2014). Leider muss an dieser Stelle auch gesagt werden, das die Golfclubs dem Marketing (gerade im Bereich Online) alles andere als offen gegenüber stehen, siehe auch http://www.urbandivision.de/golfclubs-online-marketing/

    Antworten

    • Gut geschrieben, das Thema mit dem Clubmarketing kenne ich nur zu gut. Es ist erschreckend, welche Vorstellung der DGV hat. Vielleicht sollte hier einmal der „Altersdurchschnitt“ überprüft werden… ,-)

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    • Sehr gut erkannt! Die nationale Kampagne verpufft und entspricht in keinster Weise den Empfehlungen, die der DGV seinen Mitgliedern sogar vorgibt: Geo-Marketing ist das Motto der Stunde! Es wurden bzw. werden noch Millionen verschleudert und am Ende muss der Club selbst sehen wie er vor Ort die Mitglieder gewinnen kann. Leider werden viele Clubs noch sehr „vereinsmäßig“ geführt und sind mit dem Thema Marketing im Tagesgeschäft oft überfordert. Hier ist der Club gut beraten, sich Hilfe von außen zu holen.

      Antworten

  7. In welcher surrealen Welt lebt der DGV und Ihre Entscheider. Ich kann nur die vorheren Beiträge bekräftigen.

    1) Zielgruppen 40+ bringen den Sport in Deutschland nicht nachhaltig nach vorne, sondern können hier ausschließlich „Ihren“ Golfsport erleben und im Einzelfall vlt. finanziell unterstützen
    2) Welcher Mitte 20 Järiger hat ein Netto einkommen von 2700 EUR. Diese Zielgruppe ist viel zu klein um nachhaltige Erfolge zu erziehlen

    Leider werde ich selber den Eindruck nicht los, dass beim DGV alteingebrannte egozentrische Herrscher regieren wollen.

    Dies bestätigt nicht nur die akuelle Werbekampange, sondern auch das Modell der Ligasysteme. Wo werden Leute unter 35 Jahren berücksichtigt, welche nicht im Kindesalter mit dem Sport begonnen haben oder Ihr Handicap auf ein Mindesmaß runter spielen und trotzdem ein solides Spiel pflegen.

    Jeder Verein / Gesellschaft lebt von unterschiedlichen Generationen, wo jung von alt profitiert und jung selber die Rolle „Alt“ vlt. zu einem späteren Zeitpunkt wahrnimmt. Nur im Golf nicht.

    Meines Erachtes ergben sich nachfolgene Fragen
    – Wie gestalte ich den Einstieg für Jugenliche einfacher und erhalte darüber vlt. die Erwachsenden als vollwertige Mitglieder —- Kinder und Jugenliche brauchen bestätigungen von gleichgesinnten um was dauerhaft erfolgreich zu verfolgen. In den Ländern wo Golf populärer ist, dasprechen Kinder in der Schule oder bei Freunden über den Sport. In Deutschland weiß wahrscheinlich nur jedes 5. Grundschulkind überhaubt was Golf ist.

    – Wie mache ich den Sport für die Zielgruppe 20 – 30 Jahe erreichbarer

    – Wie bekomme ich mehr Aufmerksamkeit und Interesse in der Öffentlichkeit um Reize zu setzen und sportliche Gedanken zu wecken — Es unterhält sich doch keiner über Dinge von denen er a) keine Ahnung hat und b) nichts mitbekommt. Fragt man in Köln nach, welche höchste DGL Liga durch einen heimischen Club besetzt ist —- wird wahrscheinlich nur jeder 50. eine Antwort finden. Schade wenn man bedenkt, dass in der abgelaufenden Spieljahr ein Club in der 1. Bundesliga war und im kommenden Jahr immerhin zwei Clubs in der 2. Bundesliga sind.

    Die Generation 50+ wird es trotz einer stark verjüngerten Kampagne geben, da diese oft auf anderem Wege zu dem Sport gefunden haben und dies weiter tun werden.

    Wir brauchen aus Golf keinen Breitensport zu machen, aber es muss für die breite zugänglich sein und zumindest mal ein mindestmaß an attraktivität gewinnen. Hierzu zählen ebenso Übertragungen aus dem TV. Für einen Golfeinsteiger wird es hochangweilig sein 50 % der Übertragung beim Putten zuzusehen. Der Drive, der Schlag ins Grün, vergigte Schläge und / oder mehr Emotionen und Bewegung in den Übertragungen täte ganz gut …. insbesondere dem Golfeuling.

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  8. Sehr geehrter Herr Nothelfer, liebe Kollegen, Clubmanager, Golfspieler und sonstig involvierte,

    als erstes frage ich mich natürlich, wer außer dem Präsidenten der „PGA of Germany“ noch der Kommission angehört die mit Marketingfachwissen ausgestattet dieses Konzept ausgearbeitet hat, denn angesichts der bisher bekannten Begriffe, Zahlen und Zielgruppen möchte ich vorschlagen, dass diese in 3 Jahren geschlossen ihren Hut nehmen, wenn man feststellt, dass die anvisierten Ziele nicht erreicht wurden.

    Apropos anvisierte Ziele:
    Nach wie vor, fehlen konkrete Aussagen des DGV zu den anvisierten Wachstumszahlen in den nächsten 5-10 Jahren. Zwar ist klar, dass der Großteil der deutschen nicht Golf spielt, dies aber mit dem Pool an potentiellen Golfspielern gleich zu setzen ist Quatsch. Ich bleibe bei meiner Aussage von vor ein paar Wochen: Signifikant über die 700.000 Golfspieler wird es in Deutschland in den nächsten Jahren nicht geben.

    Zu den Zielgruppen aus dem Cross-Media (hierzu später mehr) Konzept.

    Man konzentriert sich wohl auf „etablierte (62 Jahre)“ und „aufstiegsorientierte (45 Jahre)“ Menschen (Männer) mit einem NETTO Haushaltsnettoeinkommen von > 3.100 €. Dabei wird schon mal komplett außer Acht gelassen, dass in Deutschland nicht die Männer alleine größere Kaufentscheidungen treffen, sondern dies zu einem erheblichen Teil mit der Partnerin oder in der Familie passiert.

    Eigentlich könnte man an dieser Stelle das Konzept direkt wegen Unbrauchbarkeit schon mal dem Altpapier zuführen.

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    Sehr geehrter Herr Nothelfer, liebe Konzeptschreiber,

    die Zielgruppe die Sie umwerben wollen, haben keine Entscheidungskraft und selbst wenn dann, spielen die schon Golf oder wollen es nicht! Dafür haben der DGV und die Clubs in den letzten 25 Jahren nachhaltig gesorgt.
    Da wird auch ein Plakat an einer Bushaltestelle nix ändern. Zumal jemand mit diesem Einkommen, mit dem fetten SUV zur Arbeit, zum Einkaufen und die Kinder in die Schule fährt, aber sicher nicht mit dem Bus!

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    Auch spannend sind die beiden anderen Zielgruppen:
    Liberal: 25 Jahre und 2500 € Netto
    Ein 25 jähriger mit 2500 € Nettoeinkommen? In Deutschland? Also wenn es den in ausreichender Zahl gäbe, dann würde der 60-80 Stunden / Woche im Büro sitzen oder im Außendienst Kilometer machen. Wann passt da nochmal die 6 Stunden dauernde Golfrunde in seinen Terminkalender? Ganz zu schweigen von den 6 Monaten die er eigentlich erst mal investieren muss um halbwegs brauchbar zu spielen.

    Postmodern: 57 Jahre und 2900 € Netto
    Der Unterschied zwischen Postmodern und etabliert erschließt sich mir nicht so ganz. Aber vielleicht sind die postmodernen ja die Retter der deutschen Golflandschaft.

    Sehr gespannt bin ich jedoch wie Sie Golf in Verbindung mit „Lebensfreude“ bringen wollen. Von 100 aktiven Golfspielern, kommen doch nach einer Golfrunde 99 komplett frustriert und verärgert ins Clubhaus, weil sie schlecht gespielt haben und sich 6 Stunden mit einer Golfino Schnäpfe und einem Regelpapst haben rumärgern müssen. Klopfen Sie denen doch mal auf die Schulter und fragen nach der empfundenen „Lebensfreude“.

    Zum Begriff Cross-Media.
    Für den DGV ist es doch schon Cross-Media wenn am Abend das im Fernsehen kommt, was am Tag zuvor in der Fernsehzeitung angekündigt wurde.

    Cross Media bedeutet eben nicht, wir nehmen ein Motiv und eine Message und treiben diese durch alle verfügbaren Kanäle (print, online, tv, radio).

    Cross Media bedeutet vielmehr, dass diese Kanäle so intelligent miteinander vernetzt / verbunden werden und den Empfänger integrieren und teilweise zu einer Interaktion auffordern, dass eine Vervielfachung des einzelnen Effektes erzielt wird.

    Eine solche Kampagne für 1,62 Mio Euro / Jahr durchzuführen ist mehr als sportlich. Welche Agentur hat sich dafür denn angeboten? Wie sind die entsprechenden Erfahrungen und Referenzen dieser Agentur?

    Wo wir gerade beim Geld sind.
    Die im Konzept genannten Zielgruppen (so unsinnig sie sein mögen) erreicht man wohl am ehesten über die öffentlich rechtlichen Sender ab 18.00. RTL2 mit Frauentausch (HartzIV Hausfrau tauscht mit Profimutti) oder VOX Goodby Deutschland (wir wandern mit 1000 € aus) sind da wohl eher ungeeignet.

    Laut Preisliste 2014 des ZDF liegen hier die Wochenpreise für Werbespots mit 20-30 Sekunden Länge und 3-6 Ausstrahlungen / Woche bei 72.000 € – 182.000 € je nach Jahreszeit.

    Mit dem Jahresbudget von 1,6 Mio € könnte man also ganze 12 Wochen (bei 127.000 € Durchschnittspreis / Woche) im ZDF Fernsehwerbung schalten.

    Das macht 1 Woche / Monat.

    Es gibt aber ein paar Haken an der Sache:
    – Der Spot ist noch gar nicht konzipiert oder produziert
    – Es gibt mehr als einen relevanten Sender der Spots ausliefern müsste
    – Cross Media ist es erst wenn man Print, Online und Radio auch mit einbezieht

    Den „liberalen“ mit 2500 € Nettoeinkommen und 25 Jahren Altersdurchschnitt bekommen Sie am ehesten auf den Sendern der ProSiebenSat1 Media AG.

    Auszug aus den Mediadaten:
    „Zielgruppe: 14 bis 49 Jahre, besondere Kennzeichen: jung, gebildet, einkommensstark“
    „Technische Reichweite in HH (Haushalte): 35.500.000“
    Da zahlen Sie PRO SPOT auch gerne mal 340.000 € (knapp ¼ des Jahresbudgets)

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    Sehr geehrter Herr Nothelfer, liebe Konzeptschreiber,

    das ist doch alles Augenwischerei. Das von Ihnen eingeplante (und bei weitem noch nicht erreichte / genehmigte) Budget reicht für ein paar Flyer und online Werbebanner und vielleicht für einen RBB / SWR3 / BR3 Radiowerbespot, aber doch nicht für eine Cross Media Kampagne die im Verlauf von 3 Jahren das Image des Golfsports aufpolieren oder gar drehen UND für einen Boost an Mitgliedern sorgen soll.

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    Unterm Strich sichert sich der DGV aber hinsichtlich des drohenden Misserfolges bezüglich der Kampagne durch eine Abwälzung der Verantwortung auf die Clubs ganz gut ab.
    Zitat StQ: „Die Club müssen bereits sein, sich tatsächlich mit Marketing zu beschäftigen und auch weiteres Geld in die Hand zu nehmen“.

    Heißt übersetzt: „Wenn die Kampagne nicht greift, sind die Clubs schuld, denn die haben sich dann doch zu wenig mit Marketing beschäftigt und auch zu wenig Extrageld in die Hand genommen. Wir (der DGV) haben ja alles getan was wir tun konnten.

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    Sehr geehrter Herr Nothelfer, liebe Konzeptschreiber,

    Sie halten sich konsequent an erst kürzlich getroffene Aussagen:
    “Wir müssen Abstand nehmen von oberflächlichem Aktionismus – zum Beispiel eine Imagekampagne für zweieinhalb Millionen Euro, einige bunte Bilder, aber dahinter ist nichts. Das wäre fatal.”

    Mit einem völlig am Markt vorbei gedachten Konzept für 4,9 Mio Euro haben sie diesen Abstand ja einfach mal vergrößert, fast verdoppelt. Sauber gemacht.

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    Vorschläge:
    Zuerst würde ich mal jedem einzelnen Club, dem wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals steht (das dürften in Deutschland wohl so einige sein), empfehlen, gegen das Konzept zu stimmen und den DGV einfach mal DGV sein lassen. Sie haben ein ungefähres Einzugsgebiet von 100 km das für die Mitgliedergewinnung in Frage kommt. Weiter fährt in der Regel kaum jemand um 6 Stunden Golf zu spielen. Dieses Einzugsgebiet muss mit geeigneten und finanzierbaren Mitteln bearbeitet werden. Öffnen Sie die Schranken, bieten Sie alternative Konzepte und Angebote an und sorgen sie somit für einen lokalen Imagewandel beim Thema Golf. Wenn das nur 20% aller Clubs in Deutschland machen erreicht man eine fast 100% ige Abdeckung der Zielgruppe (jedoch nicht der die der DGV definiert hat). Mal im Ernst: Was interessiert Sie denn was ein Berliner Bürger über Golf denkt, wenn Ihr Club in Stuttgart beheimatet ist? Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten neue Mitglieder zu gewinnen, ohne Fernsehwerbung ohne 4,9 Mio Euro schweres (Cross Media) Konzept. Vertrauen Sie nicht auf einen (bequemen) zentral gesteuerten Versuch das Image des Golfsports in Deutschland zu verbessern. Ein verbessertes Image garantiert noch lange keine neuen Spieler, sondern nur dass die die bereits Golf spielen nicht mehr schief angeschaut werden.
    Die Clubs denen es wirtschaftlich gut geht, sind bisher auch ohne DGV Cross Media Imagekampagne ausgekommen. Warum jetzt eine?

    Dem DGV rate ich nochmal zu überdenken ob es wirklich Sinn macht, ein Produkt welches nachweislich schlecht von der Zielgruppe aufgenommen wird, einfach einer anderen Zielgruppe anzubieten (jetzt mit Nachdruck durch Werbung) und darauf zu hoffen dass man ein paar verlorene Seelen mehr einsammeln kann, oder ob es nicht viel Sinnvoller wäre das Produkt grundlegend zu verbessern. Und dabei reicht es nicht Teile des Produktes einfach anders zu nennen (flexigolfcard), oder Änderungen am Produkt rückgängig zu machen, die vor Jahren bereits dazu geführt hatten das Produkt noch schlechter zu machen (Hologramm). Damit haben Sie nämlich das Produkt, das vor ein paar Jahren schon schlecht war, einfach wieder aus der Schublade geholt. Anders gesagt: Wenn ihr Schokoriegel nicht gekauft wurde, weil er nach Käse geschmeckt hat, und Sie den Geschmack vor ein paar Jahren auf Fisch geändert haben, dann werden sich die Absatzzahlen nicht ändern wenn Sie den Geschmack wieder auf Käse zurückändern. Erst wenn der Schokoriegel auch nach Schokolade schmeckt, wird dieser Absatz finden.

    Ich freue mich auf das Feedback auf meine populistischen, provokanten, subjektiven und unbequemen Ansichten.

    Mike Karl
    0034 628 252 313 – mail@mikekarl.comhttp://www.mikekarl.com

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    • Sensationeller Beitrag der mir total aus dem Herzen spricht!!

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    • Toller Kommentar. Sollten die Verantwortlichen einmal lesen und beantworten. Liebe Golfpost, ist das nicht vielleicht sogar möglich?

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    • Seit langer Zeit das Beste, was ich zu dem Thema „Golf & Mitglieder“ gelesen habe. Stellt sich nur die Frage, warum der DGV das nicht weiß..

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  9. Es ist wirklich erschreckend mit anzusehen, welche Zielgruppen der DGV als Nachwuchs bezeichnet. Das Geld sollte lieber, völlig losgelöst vom Status, in Schulprogramme, Kinder und Jugend Förderungen fließen. Das größte Problem der meisten Golfclubs ist doch die hohe Mortalität der überalterten Mitgliederstrukturen und dem daraus resultierenden Mitgliederschwund.

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  10. Jede Werbung ist gut, ganz klar. Die Zielgruppen sind jedoch vollkommen die falschen! DGV will sich auch als Förderer des Sports sehen, aber genau hier geht es in die falsche Richtung. Es wird eine Zielgruppe angesprochen, die den Golfsport wieder nur als ein teures Hobby betreiben soll. Natürlich müssen wir auch diese ansprechen, aber allein, dass die Zielgruppen in der Kampagne öffentlich gemacht werden, schreckt doch bereits wieder vollkommen ab! Wenn ich die Kommentare hier verfolge, fühlen sich sogar Golfer ausgeschlossen, die nicht in dem gennanten Verdienstspektrum liegen. Ein völlig schwachsinniges Signal, dass der DGV in die Welt shicken möchte, dass wir nur die Besserverdiener und „Ältere“ ansprechen wollen. Da sind wir doch auf dem selben Stand wie bislang!

    Der Golfsport in Deutschland braucht Helden! Wir haben mit Kaymer und Siem bereits zwei, aber wir brauchen noch mehr! Wir benötigen die Erfolgsgeschichten, dass Kinder aus „schwierigen“ Verhältnissen den Durchbruch schaffen, dass der Golfsport Ihnen eine Zukunft geben kann.

    Wir brauchen in den Großstädten Anlagen wie Top Golf (http://topgolf.com/uk/), die Spaß vermitteln! Zu den Top Golf Anlagen noch einen Fussball-Golfplatz und ein günstiges Fitnessstudio, dass JEDER auf die Anlage kommt. Wir alle waren nach dem ersten Ballkontakt begeistert und haben weitergemacht. Wir müssen jedem einen Ballkontakt ermöglichen und am besten einen der nicht in einem „Club“ stattfindet. Weg von dem „Ruhe bitte“ und „keine Jeans und T-Shirt“. Selbstverständlich soll es dann auf dem Golfplatz später nach den Regeln und den Vorstellungen der jeweiligen Clubs gehen, aber nicht beim Erstkontakt! Der muss SPASS machen und rocken. Jeder der den Sport dann wirklich weiterführend angeht, wird sich dann einen Club aussuchen, der zu ihm passt.

    Also: Mit den 5 Millionen lieber Anlagen unterstützen die den Erstkontakt auf die möglichst einfachste und ungezwungenste Art und Weise ermöglichen. Ich kenne einige Pesonen, die diese Konzepte auf dem Tisch haben, aber Startkapital benötigen. Die brauche die Kohle und nicht die Bushaltestellen.

    Auf den öffentlichen Anlagen finden wir dann auch Talente, Kinder und Jugendliche, die Bock haben Golf zu spielen, mit dem Rad bei Wind und Wetter kommen und nicht mit der Luxuslimousine vorgefahren werden. Aus denen werden Helden!

    Meine Meinung!

    http://www.birdies-fuer-bildung.de

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  11. damit golf zum breitensport wird muß dieser wunderbare sport auch für normalverdiener bezahlbar sein … und das ist er nicht, da nützt auch keine Kampagne was!!!
    Außerdem wäre es wichtig das Golf in den öffentlich rechtlichen fernsehprogrammen übertragen wird und nicht nur auf SKY!!
    Ich gehöre übrigends auch nicht zu der erwünschten Zielgruppe… verdiene weniger, spiele seit 14 Jahren golf und bin so golfverrückt das ich auf alles verzichten würde nur nicht auf golf!
    LG

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    • Neben vielen richtigen, guten Argumenten noch der Hinweis, dass es möglich sein muss Großkonzerne für diesen lächerlichen Betrag als Sponsoren zu finden.
      Mercedes, BMW, Telekom, VW, Siemens, Addidas z.B. stecken jedes Jahr Unsummen in das Sport-Sponsoring, auch in Golf-Werbung, da liegt es doch auf der Hand auch diese Quellen anzuzapfen.

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  12. Ich hoffe, dass die Zustimmung verweigert wird. Diese Zielgruppen sind doch in Regel bereits mit Golf in Kontakt gekommen. Und wenn sie es nicht spielen, dann liegt es wohl eher daran, dass dieser Sport immer noch kein Breitensport ist. Sie bewegen sich lieber unter Menschen, die aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen, wie z.B. beim Fußball, Radsport etc. . Der DGV dagegen schein total vernagelt zu sein. Er wundert sich, warum es kaum Nachwuchs gibt, bewirbt diesen aber nicht bzw. schließt in aus. Golf sollte schon in die Kindergärten gebracht werden. Insbesondere in den Schulen muss der Golfsport ankommen, aber nicht nur bei den Gymnasien. Warum denn nicht auch bei Real- und Hauptschulen? Wir schließen in Deutschland aufgrund der sozialen Herkunft und Bildung so viele Menschen aus, obwohl gerade in diesen ein Supertalent schlummern könnte. Mir fällt da immer der eine US-Professional ein, der als Kind in einer Hütte ohne Wasser und Strom neben einem Golfclub aufgewachsen ist. Er konnte kaum lesen und schreiben, aber sein Talent wurde erkannt. Leider komme ich gerade nicht auf seinen Name. Aber egal. Der Golfsport wir immer ein Nischenprodukt bleiben, solange er sich so verstaubt gibt und nicht bereit ist, sich in alle Richtungen zu öffnen. Erst wenn Kinder Golf mit einem Krückstock und einem Flummi auf der Straße oder der Wiese nachspielen, ist dieser Sport angekommen. Kinder brauchen Anfangs keine teure Ausrüstung. Clubs sollten Kids bis 13 Jahren kostenfrei trainieren. Sollten die Eltern sich den Sport danach nicht leisten können, sollten die Clubs für diese Kids Möglichkeiten finden, trotzdem spielen zu können. Das wäre mal eine Image- und Werbekampagne, die den Golfsport und den DGV gut da stehen lassen könnte. Und die engagierten Clubs auch.

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  13. die wundersame welt des DGV !
    in 3 jahren, 4,9 mio €, also p.a. 1,6 mio. € und daraus 1.600 neue mitglieder?! toll !
    so einfach ist es neue kunden / mitglieder zu gewinnen.
    glauben die das oder sind die einfach nur naiv?

    ich kann den anderen kommentaren nur zustimmen. es fehlen markt-, kunden-, zielgruppen orientierte konzepte und ideen.
    und noch ein hinweis an den DGV und seine „marketing experten“:
    bei den sponsoren und partner (audi, vodafone etc.) gibt es marketing profis
    die täglich daran arbeiten neue kunden zu gewinnen.
    kümmern sie sich um den sportlichen teil und überlassen es profis kampagnen für die gewinnung von neuen mitgliedern zu entwickeln.

    allen ein schönes golf wochenende

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  14. conni de witt

    unbestritten ein guter ansatz. aber 4,9 mio. fuer drei jahre ist zuwenig. Sagen werbefachleute. Auch sind die zielgruppen zu stark diversifiziert. Es fehlt ein konzept der direkten ansprache ( mit den oertlichen clubs): warum nicht betriebssportgruppen ansprechen (haben meist groessere unternehmen und nur noch dort gibt es die gehaltsklassen, die der DGV sich vorstellt). Fuer das geld miet-aussendienstler anstellen, die regional die gc dabei unterstuetzen.
    Und nie vergessen: was haenschen nicht lernt… Ansprache der schulen, innerhalb des schulsports golf vorzustellen, evtl. auch als projekt. Solche erstkontakte mit dem golfsport praegen. Wer als jugendlicher nicht gleich mitglied wird, erinnert sich gern daran und wird es vielleicht spaeter als erwachsener oder hat begriffen, das golf wirkl. ein sport ist. Und letztlich: freie golfplaetze foerdern, denn sie sind die eintrittspforte zu normalen golfclubs. Genauso foerdern street- und crossgolfer. Auch sie wechseln spaeter meist zu normalen gc’s. Weiere kommentare: Es gibt einfach eine eintrittsschwelle zu normalen gc’s. Wenigspielerkonzepte erniedrigen die schwelle – weg von den herkoemmlichen mitgliedsmodellen. Mehr mut dazu. Die heutige freizeitgesellschaft sieht golf als ein teil der freizeitgestaltung. Eine vierstundenrunde ist utopie. Und nicht vergessen: wer heute gut verdient (vgl. die DGV zielgruppen) ist berufl. mit einer mind. 50 stunden woche angespannt. Da hat man nicht mehr soviel zeit, einen uebungsintensiven sport zu betreiben… Eigentlich reichen 6loch kurzspielplaetze voellig. Und das komplexe regelwerk… und die nicht einfache platzreife… alles schon einmal gehoert? Stimmt. Es scheint bei allen positiv zu bewertenden ansaetzen des DGV zeit zu sein, sich einmal MUTIG mit den basics des deutschen golfsports zu beschaeftigen. Oder wollen wir marketing machen und mitgliedsbeitraege ausgeben fuer etwas was schon organisierte golfspieler als problematisch ansehen?

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    • Na ja, ich gebe ihnen fast in allem Recht – aber.
      Der DGV ist kein Verband der Golfer, sondern der Betreiber und Clubs und die haben bekanntlich ganz andere Interessen als wir normalen Golfer.
      Hier müsste ein ganz neuer Ansatz her und ggf ein Verband der Golfer in Deutschland gegründet werden um dem DGV zu zeigen – das Golf auch anders wahrgenommen wird.

      bis denne
      rebel

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  15. Warum investieren nicht Großfirmen vor allem aus Süddeutschland nicht in diese Kampagne.
    4,9 Millionen für 3 Jahre werden nicht reichen.

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  16. Ich schmeiße meine Schläger in de Mülltonne. Wenn man das liest, gehöre ich ja nicht zu der Zielgruppe, da ich zuwenig Geld verdiene.
    Mit dem Wunsch Golf zu einem Breitensport zu machen hat das nichts zu tun. Es soll wohl ein elitärer Sport bleiben, bei dem Otto Normalbürger nichts zu suchen hat.

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  17. siegmar.beier@sap.com

    Dafür stimmen!!
    Es muss auch in Deutschland mittelfristig möglich sein Golf im Breitensport zu etabieren.

    Gruss
    Siegmar Beier

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    • Da muss ich leider dagegen halten, wenn der DGV in den Zielgruppen, Einkommen von 2.700 € und mehr ausgeht – haben die nicht die Basis im Blick sondern die besser verdienenden.
      Sicher ist es schön, wenn Golf mehr Aufmerksamkeit bekommt – aber allein mit der Klassivizierung der Einkommen – grenzt sie große Teile der Bevölkerung wieder aus.

      Aber gut, die wollen zahlendes Mitgliedsvieh in den Clubs….

      bis denne

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