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DGV-Verbandstag: Diese Vorschläge stehen zur Abstimmung

26. Nov 2014
DGV-Präsident Hans-Joachim Nothelfer im Interview nach dem DGV-Hearing in Düsseldorf einen Monat vor dem großen Verbandstag 2014. (Foto: Golf Post)
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Handicap, Hologramm, Werbekampagne: Ende der Woche stimmen die Clubs ab. Die DGV-Anträge im Überblick.

Der Deutsche Golf Verband (DGV) hat vergangenen Monat seinen Mitgliedern, den Clubs, Vorschläge zur Golfergewinnung vorgelegt. Am kommenden Samstag, den 29. November 2914, wird über diese Ideen in Frankfurt/Main abgestimmt – eine spannende Angelegenheit, haben diese Änderungsvorschläge doch direkte Auswirkungen auf das Golfspiel und -erleben der Breitensportler.

Erklärtes Ziel der Maßnahmen ist es, auf lange Sicht mehr spielende Golfer in Deutschland für den Sport und die Clubs zu gewinnen. Damit das gelingen kann, werden in Frankfurt verschiedene Themen zur Abstimmung gestellt, zum Beispiel die weitere Praxis mit der „freiwilligen Ausweiskennzeichnung“, bekannt als Hologramm. Auch, ob der Verband 4,9 Mio. Euro für eine Werbekampagne ausgibt und ob die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) aufgelöst wird, steht zur Debatte.

Die wichtigsten Änderungsvorschläge des DGV im Überblick:

1) Reform des Handicap-Systems

Der DGV plant schon seit einiger Zeit, sein Handicap-System zu überarbeiten.
Folgende Änderungen sind in Arbeit: In den Handicapklassen von -54 bis voraussichtlich -24 sollen ab 2016 nur noch Verbesserungen möglich sein (die genaue Grenze wird noch festgelegt). Golfer sollen somit ein sogenanntes „Lebenshandicap“ (Nothelfer) erhalten, das sie, einmal erspielt, nicht mehr verlieren können. Der DGV ist hierfür im Gespräch mit der European Golf Association (EGA) und anderen europäischen Verbänden und hofft auf eine europaweite Umsetzung, schließt aber auch einen „nationalen Alleingang“ nicht aus.

2) Abschaffung des Hologramms

Das Hologramm, die „freiwillige Ausweiskennzeichung“ der Golfclubs soll ab 2016 „ersatzlos“ gestrichen werden – erst ab 2016, damit sich die Clubs, deren Vertriebsmodell auf dem Hologramm aufbaut, noch Zeit haben, um sich neu aufzustellen. Es ist seit 2010 bereits der fünfte Antrag dieser Art.

3) DGV-Managementberatung für die Clubs

Mit dem verstärkten Wettbewerb soll es für die Golfclubs ab 2016 eine vom DGV angebotene Managementberatung geben. Hintergrund für diesen Antrag ist die „teilweise nicht ausreichende golfspezifische Qualifikation“ im Management der Golfclubs und das durch Ehrenämter geprägte Personalgefüge der Clubs. Der DGV bietet allen Golfclubs ab 2016 eine „Initialberatung“ vor Ort an, nach deren Inanspruchnahme die Clubs selbst entscheiden, ob sie auf eigene Kosten weiterberaten werden möchten.

Die Rückmeldungen auf diesen Antrag waren seitens der Clubs positiv. Bedarf scheint es zu geben und er wird von den Clubs erkannt. Wenn die Managementberatung fruchtet, ist zu erwarten, dass es zu einer Professionalisierung des Golfmanagements führt, die in der Regel vor allem dem Golfer zugute kommen.

4) Crossmedia-Kampagne für 4,9 Mio. Euro

Mehr Golfer, besseres Image – das sind die Ziele einer geplanten, dreijährigen, bundesweiten Werbekampagne für den Golfsport in Plakat-, Online- und TV-Werbung. Ziel ist es, das Golfimage in den Köpfen der Nichtgolfer aufzufrischen und so mehr Neugierige auf die Plätze zu locken.

Am Samstag wird den deutschen Golfclubs in Frankfurt zur Abstimmung gestellt, ob man zusammen 4,9 Mio. Euro investieren möchte.

Video: DGV-Präsident Nothelfer im Interview mit Golf Post über die DGV-Imagekampagne und die Handicapreform (ab Minute 6:36).

5) VcG zugunsten einer „flexgolfCard“ auflösen

Aus Sicht der Clubs ist flexgolfCard der Aufreger unter den DGV-Vorhaben.

Mit der flexgolfCard soll die VcG abgeschafft und ein neues Angebot für Clubs und Golfer installiert werden. Gedacht ist sie für Wenigspieler, die eine Vollmitgliedschaft nicht bezahlen wollen oder können. Das Prinzip ähnelt der Vereinigung clubfreier Golfer (VcG), aber das Vertriebsmodell ist anders.

Video: DGV-Präsident Nothelfer im Interview mit Golf Post über den Entwurf zur „flexgolfCard“.

Was halten Sie von den Entwürfen des DGV?

Sind die Ansätze aus Ihrer Sicht die richtigen? Welche Vorschläge befürworten Sie, welche nicht?

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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11 LESER-KOMMENTARE

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  1. Eine stolze Summe 4.9 mln Euro, d. H. 1000 Schulen mit je 4.900,00 Euro hätte man unterstützen können. Ich meine es würde wesentlich mehr bringen als eine Frenseh-reklame.
    Mit lieben Gruß an alle Golfer und Golferinnen

    Antworten

  2. Ich möchte einfach nur 4-6 mal im Jahr Golfen gehen, 2x im Urlaub spielen und das alles ohne dieses ganze Bramborium.
    Habe vor Jahren meine Platzreife gemacht und ein „Lebenshandicap“ von ca 36.
    Bin weder in einem Club noch habe ich eine DGV Karte….und habe jedes Jahr meine 6-8 Runden gespielt. Kein Club hat mich nach kurzer Rücksprache abgewiesen.
    Jeder Club brauch das Grennfee der Nichtmitglieder und hat es auch im Budget eingeplant.

    Antworten

  3. Es bewegr sich was, und das ist alleine schon ein gutes Zeichen. Die enge Verzahnung mit den Clubs ist auch zu begrüßen. Ich wünsche dem Verbandstag inFrankfurt einen guten Verlauf und die Verabschiedung erfolgreicher Massnahmen.

    Antworten

  4. Die freiwillige Kennzeichnung ist doch kein Problem. Ein Club muss ja bei goldenem Hologramm keinen Nachlass gewähren.
    Lebenshandicap 36 reicht doch aus. Man könnte auch stattdessen zwischen 24 und 36 den Puffer vergrößern.
    Flexgolfcard oder VcG. Wie das Kind heißt, ist egal. Wichtig ist, dass die Wenigspieler den Clubs nicht ganz wegbleiben.
    Crossmedia-Kampagne: Wenn wir Golfer offen bekennen, dass wir Golf spielen und dafür Mund zu Mund Werbung machen, oder die Golfzeitschriften auch die weniger elitäre Seite des Golf zeigen, dann kommen auch mehr Mitglieder.

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  5. naja – ganz so dramatisch seh ich das nicht – diese flexicard wird nicht kommen, die Clubs stimmen ganz sicher dagegen . Dann geht das Spiel weiter – was wird dann aus der VCG????

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  6. genial für wenig Spieler – geringere Beiträge – wie ist das für die doch geringe Vielspieler ??? z.B. Seniorinnen und Senioren – wie finanziert sich dann der Golfclub mit den aufwendigen Platzkosten ??? – angemessene Mitgliedsbeiträge sind notwendig um die doch sehr hohen Kosten aufzubringen!

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  7. da gebe ich „reiner“ in allen Punkten Recht. ich kenne auch einen Senior mit ähnlichem Spielverhalten für den Vollbeitrag. Einen Seniortarif gibts aber (hier) nicht. Flexibilität wäre in vielen Fällen sogar lukrativ für die Clubs.

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  8. Unfassbar wie sich der DGV jetzt einfach mit der Flexcard die aufkommende Kritik an der VCG ersticken will und dem Kind einfach nur einen neuen Namen gibt. Was soll der Golfclub mit einer Flexicard anfangen? Welcher Club soll diese denn mit oder ohne Spielrecht vor der eigenen Tür anbieten wollen? Der Club müsste doch wirklich doof sein dies zu tun, Mindestens 20-30 Prozent der Mitglieder einen Clubs spielen nur 5-10-mal im Jahr. Die werden dann bestimmt gerne die Flexigolfcard nehmen und die 5 -10 x im Jahr das Greenfee bezahlen und der Club hat dann am Ende des Jahres wieder 20 % Vollmitglieder weniger.
    Sorry, dass ich es einmal auf den Punkt bringe, aber ich habe selten so einen schwachsinnigen Vorschlag gelesen.
    Man bekommt wirklich das Gefühl, dass es nur noch darum geht, dass der DGV/ VCG die Kassen voll bekommt. Jeder Club kann doch sein eigenes Modell mit verschieden artigen Mitgliedschaften erzeugen. Da wären z.B. Wochentagsmitgliedschaften,Greenfeemitgliedschaften,Drivingsrangemitgliedschaften usw.
    Die Clubs sind teilweise wirklich einfach nur zu träge.
    Hier kommt einmal ein Beispiel aus der Praxis.
    Mitglied A ist 75 Jahre alt und war die letzten 40 Jahre im Club. Er spielt noch 2 x 9 Loch im Monat (Wintermonate sogar ausgenommen)mit einem Elektro-Card. Er musste kündigen, weil der Club nicht bereit gewesen ist, Ihm ein wenig entgegen zu kommen. Dem Mitglied würde ich doch sofort einen halben Mitgliedsbeitrag inklusive 20 mal 9 Löcher frei spielen anbieten. Lieber 700 Euro kassieren als gar nichts.
    Jetzt soll endlich einmal das blödsinnige Hologramm verschwinden und es geht munter weiter mit der Flexicard.
    Die Anbieter von ausländischen Mitgliedschaften werden sich freudig die Hände reiben.
    Der DGV sorgt schon dafür!

    Antworten