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Der Smash Factor – Die Vision von 1,5

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05. Aug 2014
Auf der Suche nach mehr Länge eine entscheidende Variable: Der Smash Faktor. (Foto: Getty)
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Der Smash Factor im Golf ist in aller Munde, aber worüber macht er eigentlich welche Aussagen? Und wie kann man ihn verbessern?

Der Smash Factor ist ein relativ neuer Terminus in der Golflandschaft, der sich vor allem seit der Einführung des Trackman Systems etabliert hat. Das radargestützte High-End Schwung-Diagnose-System wird heutzutage von vielen Profis auf den großen Touren verwendet und liefert detaillierte Werte über nahezu jede Einflussgröße auf den Golfschwung. Der Smash Factor spiegelt dabei die Qualität der Energieübertragung vom Schlägerkopf auf den Ball wieder. Es geht darum, die gegebene Schlägerkopfgeschwindigkeit in möglichst viel Ballgeschwindigkeit, und damit Distanz, umzusetzen.

Der Smash Factor – So simpel wie komplex

Präzise ausgedrückt: Ballabfluggeschwindigkeit /  Schlägerkopfgeschwindigkeit = Smash Factor. Der anzustrebende Smash-Factor-Wert liegt bei 1,5. Ein Beispiel: Ein Spieler beschleunigt seinen Schlägerkopf auf 100 mph, sein Ball fliegt mit 140 mph ab, also hat er einen Smash Factor von 1,4. Ein anderer Spieler schickt seinen Ball bei gleicher Schlägerkopfgeschwindigkeit mit 150 mph auf die Reise, er hätte einen idealen Wert von 1,5. Laut Trackman machen die 10 mph Unterschied in der Ballgeschwindigkeit zwischen den beiden Spielern einen Längenunterschied von etwa 20 Yards, also gut 18 Metern aus.


Der Smash Factor drückt also die Fähigkeit eines Spielers aus, seine generierte Schlägerkopfgeschwindigkeit in eine für ihn maximale Ballgeschwindigkeit umzuwandeln und damit auf die für ihn größtmögliche Weite zu kommen. So leicht, so gut, doch ist der Smash Factor insgesamt ein relativ komplexer Wert. Neben dem größten Einflussfaktor, dem Treffpunkt auf dem Schlägerblatt, spielen für den Smash-Factor-Wert der COR (Coefficient of Restitution – zu deutsch: Trampolineffekt), der Loft und das Masseverhältnis zwischen Ball und Schlägerkopf eine Rolle. Die Physik und die R&A stecken die Grenzen des Möglichen ab.

Technikexkurs: Was geht überhaupt?

Optimale Smash-Factor-Werte angelehnt an durchschnittlichen PGA-Tour-Statistiken. (Grafik: Trackman)

Optimale Smash-Factor-Werte angelehnt an durchschnittlichen PGA-Tour-Statistiken. (Grafik: Trackman)

Für den Trampolineffekt hat die regelgebende Institution des Golfsports, der Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews, für Ball und Schläger einen Maximalwert von 0,83 festgelegt. Für den Loft ist ein Wert von unter acht Grad für Spin und Abflugwinkel unpraktisch und damit nicht sinnvoll. Das Masseverhältnis wird durch das Gewicht des Balles, der nicht mehr als 45,93 Gramm wiegen darf, und das Gewicht des Schlägerkopfs, das in der Regel bei 197 bis 201 Gramm, , bei Tour Pros bis 207 Gramm anzusiedeln ist, bestimmt. Fredrik Tuxen, Entwickler des Trackman, sagt, der schwerste Tour-Schlägerkopf, von dem er gehört habe, sei 212 Gramm schwer.

Legt man also den COR-Wert 0,83, den Loft-Wert von 8 Grad und das Masseverhältnis von 45,93 g/212 g zugrunde, ergibt sich aus der Rechnung ein maximaler Wert für den Smash Factor mit dem Driver bei 1,494. Auf dem absoluten Top-Niveau der Touren, sowohl der Herren, wie auch der Damen, erreichen nahezu alle Spieler diesen Wert.

Smash Factor Tipp No 1: Triff ihn mittig!

Unterschiedliche Geschwindigkeiten des Schlägerkopfes auf der Schlagfläche. (Foto: Trackman)

Unterschiedliche Geschwindigkeiten des Schlägerkopfes auf der Schlagfläche. (Foto: Trackman)

Der Smash Factor ist der Grund, warum Amateure, die, den Schläger genauso schnell schwingen wie die Pros, trotzdem kürzer schlagen. Zuerst einmal ist das Equipment bei den Profis natürlich absolut auf den Spieler abgestimmt, bei Amateuren kommt es seltener vor, das alles perfekt zusammen passt. Punkt zwei: Der Treffpunkt. Wie in der Grafik zu sehen ist, hat der Schlägerkopf an unterschiedlichen Stellen der Schlagfläche unterschiedliche Geschwindigkeiten. Das liegt an der größeren Distanz, die die Spitze des Schlägerkopfes zum Schaft hat, und an der Rotationsgeschwindigkeit. Die durchschnittliche Differenz von der Spitze des Schlägers zur Ferse beträgt 14 Prozent.

Der Smash Factor ist also ein Wert, der sich aus verschiedenen Variablen zusammensetzt, aber einen entscheidenden Einfluss auf die Schlagdistanz hat. Neben dem optimalen Equipment ist vor allem der optimale Treffpunkt ausschlaggebend. Spieler mit einer geringeren Schlägerkopfgeschwindigkeit können gleiche oder größere Weiten erreichen, als Spieler mit einer höheren Schwunggeschwindigkeit, wenn sie über einen besseren Smash Factor verfügen. Oder um es mit Jack Nicklaus‘ Worten zu sagen: „Golf sollte viel mehr ein Spiel der Präzision als der Kraft sein.“

Jason Dufner bei der Smash-Factor-Analyse

 

Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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