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Video: Wahre Liebe – Golf-Legenden und der Claret Jug

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14. Jul 2015
"Wenn ich mich zwischen meiner Frau und dem Claret Jug entscheiden müsste? - Ich würde sie vermissen ... " Gary Player setzt Prioritäten. (Foto: Youtube/The Open)
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Jack Nicklaus, Gary Player, Tiger Woods, Rory McIlroy – Sie alle werden sentimental, wenn es um den Claret Jug geht, und erklären warum.

Legenden der Golf-Leidenschaft

Golf, das ist mehr als ein schneller Spaziergang mit Schläger und Ball. Golf ist Leidenschaft, Golf ist Passion, Golf ist – spätestens, wenn es um den Claret Jug geht – Liebe. Dass das nicht nur eine hohle Phrase ist, das sieht man den Gesichtern dieser Golk-Ikonen im Video an. Jack Nicklaus sagt, es fühle sich an wie ein Baby in den Armen zu halten. Gary Player schätzt, dass der Claret Jug nicht eine dieser riesigen Trophäen ist, er ist besonders, und müsste sich Player zwischen ihm und seiner Frau entscheiden, lautet die Antwort mit einem Augenzwinkern: „Ich würde sie vermissen.“ Auch Arnold Palmer, Tiger Woods, Rory McIlroy, Lee Trevino, Greg Norman, Ernie Els, Thomas Björn sind sich einig: Der Claret Jug ist das, worum es geht, wenn man Golf spielt.


Vom Boxer zum Sommelier – der Claret Jug

Die Atmosphäre, die der kurze Spot vermittelt, passt großartig zu der diesjährigen Open Championship. Zum 144. Mal wird die „Offene Meisterschaft“ ausgetragen, im Volksmund auch gerne als British Open bezeichnet, und 2015 ist es wieder soweit: Sie kehrt zurück auf eines der ursprünglichsten Fleckchen Erde, das Golf zu bieten hat, den Old Course in St. Andrews. Die Open Championship ist das älteste der vier Major-Turniere im Golf und wurde zum ersten Mal 1860 ausgetragen. Zu Beginn jedoch gab es einen Sieger-Gürtel: Der Prestwick Golf Club verlieh den ersten zehn Champions einen breiten Gürtel, wie aus dem Boxen bekannt, aus rotem Marokkoleder mit silbernen Schnallen und Verzierungen besetzt.

Im Juli 1931 gewinnt Tommy Armour aus Schottland den Claret Jug. (Foto: Getty)

Im Juli 1931 gewinnt Tommy Armour aus Schottland den Claret Jug. (Foto: Getty)

Aufgrund der Regel, dass derjenige, der die Open Championship dreimal hintereinander gewinnen könnte, die Trophäe behalten dürfe, gehörte der Gürtel ab 1870 Young Tom Morris. Mit diesem Verlauf der Geschichte hatte der Club wohl nicht so schnell gerechnet. Der Prestwick Golf Club hatte nicht genug Geld, um eine neue Trophäe zu besorgen, und musste sich etwas einfallen lassen. Die Idee: Prestwick, der Royal & Ancient Golf Club von St. Andrews und die Honourable Company of Edinburgh Golfers sollten sich für die Erstehung einer neuen Trophäe zusammenschließen, und im Gegenzug würde die Open Championship im Dreijahreszyklus in allen Clubs ausgetragen.

Weil sich die Verhandlungen darüber hinzogen, fiel die Open Championship 1871 aus. Bei seinem vierten und letzten Sieg 1872 kam Young Tom Morris nicht in den Genuss, den Claret Jug als erster Spieler entgegenzunehmen – er war nicht rechtzeitig fertig gestellt. Natürlich war sein Name trotzdem der erste, der im Fuß der Trophäe eingraviert wurde. Ab 1873, mit Tom Kidd als erstem Champion, wird die berühmte Karaffe Jahr um Jahr vom Sieger der Open Championship in Empfang genommen.

Zu früh gefreut, Mr. van de Velde

Der Claret Jug – sein offizieller Name ist übrigens „Golf Champion Trophy“ – ist eine Weinkaraffe. „Claret“ ist die englische Bezeichnung für einen trockenen Rotwein aus Bordeaux, „Jug“ bedeutet übersetzt etwa Krug, Kanne oder Karaffe. Da die Sieger des Turniers den Claret Jug bereits mit ihrem Namen eingraviert in Empfang nehmen, der Graveur dementsprechend zeitig anfangen muss, kam es schon zu skurrilen Szenen. Die vielleicht verrückteste 1999: „Jean van de Velde“ war bereits eingraviert, als dieser durch ein Triplebogey am 18. Loch noch ins Playoff musste und dort Paul Lawrie unterlag. Der Graveur musste den Namen durchstreichen und Lawries Namen drüber gravieren. Seitdem wird der Name erst graviert, wenn die Score-Karte unterschrieben und geprüft ist. Ebenso bekannt der Spruch von Marc Calcavecchia 1989: „Wie soll mein Name auf dieses Ding drauf passen?“

Jägermeister aus dem Claret Jug für für Rory McIlroy

Das Orginal, wie es mit fast allen Trophäen des internationalen Sports gehandhabt wird, ist längst nicht mehr im Umlauf. 1928 war Walter Hagen der erste Spieler, der die orinalgetreue und hochwertige Replica entgegennahm, die noch heutzutage Jahr um Jahr vom Vorjahressieger zum aktuellen Champion wandert. Wenn der Vorjahressieger den Wanderpokal weitergibt, erhält er von der R&A St. Andrews eine weitere Replica zur eigenen Verfügung. Dass das Orginal – zusammen mit dem ursprünglichen Gürtel – sicher im Clubhaus von St. Andrews aufbewahrt wird, das hat durchaus seinen Sinn, spätestens seit sich Rory McIlroy 2014 einen „speziellen“ Schluck aus dem Claret Jug gönnte.

Die Open Championship 2015

McIlroy wird seinen Titel 2015 nicht verteidigen können, soviel ist klar. Der Weltranglistenerste hatte sich etwa zwei Wochen vor dem Turnier bei einem lockeren Fußballspiel mit Freunden ein Band im Sprunggelenk gerissen. Doch das Feld strotzt trotzdem vor Namen, die – wie Nicklaus, Player, Woods & Co. – in den Genuss kommen wollen, wahrhaftige Golf-Geschichte in den Händen zu halten. Allen voran Jordan Spieth, der nach den Siegen beim Masters und der US Open noch die Möglichkeit hat, als zweiter Spieler der Geschichte, nach Bobby Jones 1930, den Grand Slam, also alle vier Major-Titel in einer Saison, zu gewinnen.


"The Home of Golf" - Die Geschichte von St. Andrews

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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