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„Viele wissen heute noch nicht, dass sie morgen Golf spielen“

16. Jul 2015
Gelebtes urbanes Konzept bei Golfcity Puchheim: Neben den Wohnhäusern ist sogar die Ampelschaltung der nächsten Kreuzung vom Grün aus zu sehen. (Foto: Golf Post)
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Crowdfunding und Golf – geht das zusammen? Die Clubhaus AG hat es ausprobiert. Über Golfclubdemokratie und Investments für Jedermann.

Timing ist einer der entscheidendsten Faktoren bei unternehmerischen Entscheidungen – die Idee kann gut sein, aber die Welt noch nicht bereit. Marcus März, Hermann Bögle und Christian Köhler von der Clubhaus AG haben eine solche Entscheidung vor kurzem treffen müssen. Das Ergebnis war überraschend.

Golfcity Puchheim: Erstes Crowdinvesting in eine deutsche Golfanlage

Im Frühjahr 2015 hat die Clubhaus AG mit Golfcity Puchheim das erste über Crowdinvesting finanzierte Golfplatzprojekt in Deutschland gestartet – ein bis dato unbetretenes Terrain. Nie zuvor hat jemand in Deutschland eine Golfanlage via Schwarminvestment finanziert. Und wie sich schnell zeigte, war Golfdeutschland sehr bereit: Nur 14 Tage hat es gedauert, das erste wichtige Ziel zu erreichen. Controller Marcus März und Projektleiter der Anlage Golfcity Puchheim, Hermann Bögle, im Gespräch mit Golf Post.


Golf Post: Herr März, Herr Bögle, Sie haben via Crowdinvesting innerhalb von 14 Tagen eine halbe Million Euro  zusammen bekommen. Hand auf’s Herz: Hätten Sie das gedacht?

Marcus März: Wir sind selbst überrascht von der Geschwindigkeit, mit der das alles passiert, freuen uns aber sehr darüber. Immerhin war es ja ein Projekt, bei dem wir nicht wussten, wie es sich entwickeln wird, weil wir die ersten sind, die das in dieser Form versucht haben. Toll, dass die Kunden von GolfCity so viel Vertrauen in uns haben.

Golf Post: Haben Sie selbst auch in das Projekt investiert?

Marcus März: Selbstverständlich. Die ersten Investments kamen so schnell, ich habe es nicht mal geschafft, der Erste zu sein.

Golf Post: Aktuell sind es 116 Investoren. Sie alle bekommen in den nächsten fünf Jahren Einblick in Ihre Zahlen – besonders für die Konkurrenz ja ganz interessant. Haben Sie unter den Investoren schon bekannte Gesichter ausgemacht?

Marcus März: Wir sind in allem sehr transparent, was sicherlich ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Angaben zu Investoren möchten wir jedoch nicht machen. Ich denke, dass ist auch im Interesse unserer Investoren.

Hermann Bögle: Eine Großzahl der Investoren kennt das Konzept von unserer Anlage in Köln (Golfcity Pulheim; Anm. d. Red.); entweder waren sie einmal dort Mitglied, sind es noch oder kennen es von einem Besuch. Es hilft, eine solche Anlage vorzeigen zu können. Man muss weniger erklären und hat einen Showcase, der Vertrauen schafft.

Golf Post: Gibt es bei Ihnen, nachdem das Crowdinvesting so gut angelaufen ist, bereits die Bestrebung, bald das nächste GolfCity-Projekt anzugehen?

Hermann Bögle: Die Idee ist ständig da, aber im dicht besiedelten Deutschland ist es nicht einfach, Flächen dafür zu bekommen. Es ist dann ein langer Prozess, eine Fläche, die man haben könnte, auch politisch soweit zu bekommen, dass daraus tatsächlich ein Golfplatz entstehen kann. In Puchheim ist es z. B. ein Bürgerentscheid gewesen, der den Golfplatzbau ermöglich hat.

Marcus März: Es gibt noch einige Standorte in Deutschland, die für GolfCity infrage kommen. Die Verantwortlichen in Städten und Gemeinden tun meines Erachtens gut daran, eine GolfCity Anlage als Bereicherung der Infrastruktur Ihrer Region zu sehen und ein solches Projekt zu unterstützen.

Golf Post: Welche Parameter müssen erfüllt sein, damit ein Standort ins Visier der Golfcity gerät?

Marcus März: Der Kaufkraftindex muss überdurchschnittlich sein, ganz klar. Innerhalb der 30-Minuten-Isochrone um den Standort müssen über eine Million Einwohner leben – da fallen viele Standorte durch. Auch der öffentliche Personennahverkehr muss fußläufig erreichbar sein. Unsere Anlage in Köln hat uns gezeigt, dass es diese Zahlen braucht, um eine Anlage nachhaltig erfolgreich zu betreiben.

Golf Post: Fünf Kilometer von GolfCity Puchheim entfernt gibt es bereits eine Neun-Loch-Anlage, die sich an eine ähnliche Zielgruppe wendet. Mindert das den Wert des Standortes Puchheim?

Hermann Bögle: Wir bei der Clubhaus AG und bei GolfCity sind der Überzeugung, dass es viele Menschen gibt, die heute noch nicht wissen, dass sie morgen Golf spielen wollen. An deren Tür hat man noch nicht geklopft geschweige denn für sie das richtige Angebot gefunden. Hier haben wir zwar eine andere Neun-Loch-Anlage in der Nähe und die Konzepte überschneiden sich teilweise, aber wir wollen das Neun-Loch-Konzept auf einem höheren Standard anbieten. Zudem wohnen hier so viele Menschen, dass man wahrscheinlich weitere drei Neun-Loch-Anlagen bauen könnte.

Golf Post: Welche Etappe wird am Ende am meisten gefeiert; das Erreichen der Fundingschwelle (500.000 Euro) oder das Maximalziel (750.000 Euro)?

Marcus März: Die Fundingschwelle war ein wichtiger Schritt, aber wir wollen das Gesamtziel erreichen und freuen uns über viele weitere Investoren.

Investing-Phase läuft noch maximal bis 10. September 2015

Die GolfCity-Crowdinvesting-Kampagne läuft bis zum 10. September 2015 oder bis das Investmentlimit von 750.000 Euro erreicht ist. Alle Investoren erhalten über eine Laufzeit von fünf Jahren eine fixe Verzinsung von vier Prozent und ggf. eine ergebnisabhängige Bonusverzinsung von ein bis zwei Prozent. Je nach Investmenthöhe sind Greenfeegutscheine, Reiseangebote bis hin zu einem lebenslangen Spielrecht auf allen CLUBHAUS-Anlagen im Investment inbegriffen.

Golfcity in Puchheim: Der Spielbetrieb läuft seit wenigen Wochen, parallel wird an zusätzlichen Bahnen gebaut. (Foto: Golf Post)

Golfcity in Puchheim: Der Spielbetrieb läuft seit wenigen Wochen, parallel wird an zusätzlichen Bahnen gebaut. (Foto: Golf Post)

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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3 LESER-KOMMENTARE

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  1. wilhelm seidel

    Hallo Frau Yvonne,
    ich bin absolut dafür,dass jeder der eine Golfanlage betreibt damit Geldverdienen soll und muss,weil ansonsten hat er mit Zitronen gehandelt.

    Zitat: Aber was ist der Spirit of the Game?

    Der Spirit of the Game im Golfsport jeder Spieler muss mit seinem Hcp gewertet werden für den Bruttopreis !!!

    Antworten

  2. wilhelm seidel

    “Viele wissen heute noch nicht, dass sie morgen Golf spielen”

    Noch mehr wissen gar nicht,die mit Golfspielern Geld verdienen möchten,dass sie es nur können,wenn sie sich dem Spirit of the Game im Golfsport unterwerfen.

    Antworten

    • Hallo Herr Seidel,

      interessanter Einwand mit dem Sie sicherlich Recht haben. Aber was ist der Spirit of the game. Slope und Stableford und CSR und Herrennachmittage und Hologramme und Platzreife und und und…?

      Oder ist der Spirit of the game nicht recht einfach. Spiel den Ball wie er liegt und hab Spass dabei?

      Das frage ich mich, wenn ich mir die immer komplizierte Entwicklung in unserem Sport anschaue.

      Ich spiele bei GolfCity in Köln und ich habe das Gefühl, dass man dort den Spirit wiederbelebt. Und das Menschen, die eine Golfanlage betreiben, damit Geld verdienen möchten, finde ich auch nicht wirklich verwerflich. Was finden Sie so schlimm daran?

      Antworten

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