Aktuell. Unabhängig. Nah.

Bob Vokey: Der Meister der Wedges im Interview

Golf Post hat sich im GC Am Alten Fliess mit einer der Equipment-Legenden des 21. Jahrhunderts, Bob Vokey getroffen und Vergangenes und Aktuelles auf den Tisch gebracht.

Bob Vokey redet im exklusiven Interview mit Golf Post über seine Leidenschaft. (Foto: Golf Post)
Bob Vokey redet im exklusiven Interview mit Golf Post über seine Leidenschaft. (Foto: Golf Post)

Bob Vokey und der Golf Post Redakteur Robin Bulitz trafen sich im GC Am Alten Fliess, wo Vokey und sein Team unter anderem die Vokey Design SM6 Wedges vorstellten. Es war also die Gelegenheit für unseren Equipment-Experten, mit dem Meister der Wedges auf Tuchfühlung zu gehen. Genau das ist auch passiert. Im folgenden erfahren Sie, wer Bob Vokey eigentlich genau ist und was seine Schläger so erfolgreich macht.

Bob Vokey: Eine ganz spezielle Leidenschaft zum Golf

Vokey ist 78 Jahre alt, doch seine Begeisterung ist ungebrochen. Er ist immer noch mit ganzem Enthusiasmus dabei, wenn er den Berufsgolfern auf der PGA Tour mit ihren Wedges helfen kann. Wenn er nicht gerade am Tüfteln in seiner Werkstatt in Carlsbad, Californien, USA ist, findet man ihn bei allen wichtigen Golfturnieren.

Bob Vokey stellt die neue SM6 Serie in Köln vor. Golf Post ist natürlich mit dabei. (Foto: Golf Post)

Bob Vokey stellt die neue SM6 Serie in Köln vor. Golf Post ist natürlich mit dabei. (Foto: Golf Post)

Der Equipmenthersteller arbeitet seit Jahren mit Titleist zusammen. Gemeinsam wollen sie die besten Schläger für jeden Spieler und jede Situation entwickeln.

Auf den Golfsport sei er allerdings über Umwege geraten, verrät Bob Vokey. Er sei damals sieben Jahre alt gewesen, als sein Vater, Walter Vokey, ihn in seiner Heimat Montreal, Kanada zum ersten mal mit auf den Golfplatz nahm. "Ich wollte damals aber lieber Baseball spielen, also schenkte ich Golf erstmal wenig Beachtung", sagt Vokey mit einem lächeln.



Er hat dann aber schließlich doch noch zum Golf gefunden. Oder besser: sein Vater ließ nicht locker. "Ich wusste, dass ich ein schlechter Spieler bin. Das war aber schon okay." Vokey sagt selbst, wenn die Profigolfer mit seinen Schlägern gewinnen würden, bereite ihn das größere Freude als selbst auf dem Platz zu stehen. "Ich genieße es, Profis mit meinen Schlägern gewinnen zu sehen. Außerdem mag ich die Atmosphäre und den Thrill auf dem Platz. Wir hatten damals immer viel Spaß. Auch wenn ich selbst selten gespielt habe."

Alles begann in der väterlichen Werkstatt

Schon früh habe Bob Vokey seinem Vater in der damaligen Werkstatt geholfen. Walter Vokey stellte Präzisionswerkzeug her und tüftelte mit Begeisterung selbst an seiner Golfausrüstung herum.
"Ich habe ihm in den Sommerferien immer bei der Arbeit geholfen, bis ich merkte, dass er mich die ganze Drecksarbeit machen lässt, damit ich am Ende der Sommerferien auch auf jeden Fall wieder zurück in die Schule ging." Vokey lacht bei diesen Worten herzlich.

"Ich habe aber damals gelernt Schläger zu bauen und mit meinen Händen und dem passenden Werkzeug etwas zu erschaffen." Man sieht es seinen Händen an, die Zeit in der Werkstatt hat ihre Spuren hinterlassen. Ebenfalls offensichtlich ist die ungebrochene Leidenschaft für sein Handwerk. Golfequipment ist einfach sein Steckenpferd.



Jeder fängt mal klein an

Für Vokey begann zwar alles ganz klein, doch ist er ein zielstrebiger Mann. 1976 eröffnete er seinen eigenen Golf Shop. Der lief so gut, dass er vier Jahre später in größere Räumlichkeiten umzog. Zu dieser Zeit begann er, sich mit seinen Schlägern einen Ruf zu erarbeiten, der bis heute erhalten blieb. 1986 ging er zu TaylorMade, wo er sich richtig austoben durfte: "Sie stellten mir alles zur Verfügung, was ich brauchte". sagt der heute 78 jährige schwärmerisch.

1991 dann der nächste Schritt. Zusammen mit Gary Adams, dem Gründer von Titleist, rief er den Founders Club ins Leben. Eine Manufaktur, die sich auf Metallschläger spezialisierte. "Mein erstes Projekt diesbezüglich war der Titleist Titanium 975D Driver. Ab da war meine Leidenschaft wahrlich geweckt." Noch heute schwören viele Profis auf das angenehme Feedback beim Schlag.

Doch Vokey ruht sich nicht auf erreichtem aus und erzählt Golf Post von einem ehrgeizigen Ziel. "Ich möchte den perfekten Golfschläger machen. Auch wenn ich glaube, dass das nicht geht. Jedenfalls nicht den einen perfekten [den Schläger, Anm. d. Red.] für jeden Spieler." Und tatsächlich, sein Engagement hat sich jüngst erneut ausgezahlt. 2017 wurde er in The Canadian Golf Hall of Fame and Museum aufgenommen. Doch nicht als Spieler, sondern als Schlägerbauer was vor ihm noch niemandem gelungen ist.

Vorgestellt: die neue SM6 Serie





Kurz nach dem Interview im Clubhaus des GC Am Alten Fliess ging es raus auf den Platz, wo jeder einmal Hand anlegen durfte. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Fitting für den einzelnen Spieler.

Moderne Messmethoden vs. Erfahrung

Viele wollen mit einer professionellen Ausrüstung spielen und da spielt ein richtiges Fitting eine große Rolle. Als unser Redakteur und Equipmentexperte Robin Bulitz auf die neuesten Fitting-Methoden (z.B.: Clevelands Wedge-Analyzer, Anm. d. Red.) zu sprechen kommt, lächelt Vokey müde und winkt ab. Die Rede ist von computergestützten Analysen der Spieler und des Schlägerverhaltens beim Schlag.

Bob Vokey (l.) beim fitting der neuen MS6 Schläger in Köln. (Foto: Golf Post)

Bob Vokey (l.) beim Fitting der neuen MS6 Schläger in Köln. (Foto: Golf Post)

Auf die Frage, ob er die neuen Messmethoden für hilfreich hält, antwortet er mit heiterer, fast belustigter Stimme. "Absolut nicht. Du benutzt dabei ja schließlich nicht deine Hände. Das direkte Feedback vom Golfer ist zu wichtig, um es einem Computer überlassen zu können. Ich mag es, wenn ich mit dem Golfer direkt arbeite und er mir sagt, wie es sich anfühlt. Das subjektive Feedback ist wirklich wichtig."

Vokey betont im Gespräch immer wieder, wie wichtig das richtige Fitting eines Schlägers sei. Als Bulitz nachfragt, antwortet Vokey souverän: "Du willst das Spiel doch genießen. Du willst den Ball da haben wo du ihn hin haben willst. Also lässt du ihn [den Schläger, Anm. d. Red.] persönlich, individuell und im 1 zu 1 fitten. Damit du mehr Kontrolle hast und präziser schlagen kannst. So einfach."

Wenn auch Sie es nun gerne so einfach hätten, machen Sie hier einen Termin zum Fitting mit den Experten von Titleist aus und lassen Sie sich die Vokey SM 6 Wedges einmal präsentieren. Golf Post hat sich bereits ein ausführliches Bild von einem Wedge-Fitting bei Titleist gemacht, wie Sie hier im Video sehen können.

1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Ich habe vor ein paar Wochen ein Titleist Wedge-Fitting am Alten Fliess absolviert und kann den Aussagen uneingeschränkt zustimmen. Für die optimale Abstimmung der Faktoren Loft, Bounce und Grind ist dieses Fitting unbedingt empfehlenswert wenn nicht sogar notwendig. Zumal bei einem zeitlichen Aufwand von nur 60 Minuten. Ausserdem hat es Spass gemacht, aus der Vielzahl der Variationsmöglichkeiten, die richtigen Schläger zu identifizieren.

    Antworten