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Andy Sullivan klaut Schwartzel die South African Open Championship

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11. Jan 2015
Aus dem Nichts ins Stechen und weiter zum Sieg: Andy Sullivan gewinnt das erste Turnier 2015. (Foto: Getty)
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Nach Schwartzels Einbruch und einem aufreibenden Stechen entscheidet Andy Sullivan die South African Open Championship 2015 für sich. 

Charl Schwartzel hätte die South African Open Championship, das erste Turnier der European Tour 2015 und seinen siebten Heimsieg, eigentlich nur noch eintüten müssen. Alle Zeichen standen auf Sieg, doch ein katastrophaler Einbruch auf der Zielgeraden brachte Andy Sullivan zurück ins Spiel. Im Stechen konnte sich der Engländer, der lange im Clubhaus gewartet hatte, mit einem Birdie auf dem ersten Extra-Loch durchsetzen.

Mit fünf Schägen Vorsprung war Schwartzel in die Finalrunde gestartet, drei Schläge Vorsprung hatte er noch bei drei Löchern zu gehen, am Ende wurde es nochmal spannend. Wirklicher Druck vom Verfolgerfeld kam in der Schlussrunde eigentlich nicht auf, doch Schwartzel verschenkte drei Schläge auf den Löchern 16 und 17 (Doppelbogey – Bogey). Es kam zum Stechen.


Kaltstart zum Sieg für den „Spaceman“

Erster Sieg - Andy Sullivan nimmt die Einladung an. (Foto: Getty)

Erster Sieg – Andy Sullivan nimmt die Einladung an. (Foto: Getty)

Andy Sullivan spielte mit fünf unter Par die zweitbeste Runde des Tages und war schon früh der Clubhouse-Leader. Lange hatte das keine Bedeutung, denn noch drei Löcher vor Schluss hatte Charl Schwartzel drei Schläge Vorsprung. Doch nach Schwartzels 17 hieß es: Raus auf die Range, es könnte ein Stechen geben. Der „Spaceman“, der seinen Spitznamen einem gewonnenen Weltraumflug durch ein Hole-in-One bei der KLM Open verdankt, witterte doch noch seine Chance. Und als Schwartzel seinen Birdie-Putt auf der 18 knapp verfehlte, war es soweit.

Beide starteten mit weit verfehlten Drives in das erste Extra-Loch. Schwartzel hatte keine gute Lage rechts vom Fairway, Sullivan hatte es kürzer auf der linken Seite. Nachdem der Lokalmatador nur vorlegen konnte, zauberte der „Spaceman“ einen unglaublichen Schlag aus dem Rough, der etwa drei Meter zum Turniersieg liegen blieb. Sullivan ließ sich die Chance nicht entgehen und klaute Charl Schwarzel einen sicher geglaubten Sieg.

Charl Schwartzel und die verpasste Chance

Alles sprach für Charl Schwartzel, nicht zuletzt seine beeindruckende Bilanz: Von neun Siegen auf der European Tour fuhr er sieben Siege in der Heimat ein. Dreimal konnte Schwartzel bisher die traditionsreiche Alfred Dunhill Championship gewinnen, zweimal die Joburg Open und einmal die Africa Open. Die South Africa Open Championship 2015 hätte gut in der Liste gepasst.

Über das gesamte Turnier hatte Schwartzel mit seinem langen Spiel zu kämpfen, er traf weniger als die Hälfte aller Fairways. Durch seinen starken Auftritt auf den Grüns konnte er trotzdem einen guten Score forcieren: In Runde eins und drei brauchte der Südafrikaner nur 25 Putts, deutlich weniger als die Konkurrenz und genug, um sich eine komfortable Position für den Finaltag zu erspielen. Da der Druck der Verfolger nicht wirklich zwingend wurde, taten die verfehlten Fairways lange nicht weh. Doch mit einem Doppelbogey und Bogey auf Loch 16 und 17 war der Vorsprung passé, und Schwartzel schaffte es nicht mehr, das schlechte Momentum zu drehen.

Erfolgsgeschichte mit Schönheitsfehler

Die Überraschung des Turniers ist sicherlich der 20-jährige Matthew Fitzpatrick. Mit Runden von 73, 68, 67 und abschließend 69 Schlägen erspielte sich der Rookie den geteilten fünften Rang, sein bisher bestes Profi-Resultat. Lange konnte Fitzpatrick ganz oben mithalten, bevor ihn am Schlusstag ein Triplebogey auf Loch 13 aus der Spitzengruppe warf. In seiner englischen Heimat gilt Fitzpatrick schon länger als größte Nachwuchshoffnung im Golf.

Während seiner Jahre als Amateur konnte er bereits die Boys Open Championship und die US Amateur Championship gewinnen und schloss bei der Open Championship 2013 und der US Open 2014 als bester Amateur ab. Anschließend wechselte er im vergangenen Jahr ins Profi-Lager und qualifizierte sich über die Q-School für die European Tour 2015.  Die Entwicklung des in Sheffield geborenen Briten wird spannend sein zu verfolgen.

Els und Ritthammer bei South African Open Championship

„The Big Easy“ Ernie Els hatte sich in Runde drei mit einer 77 aus dem Spiel genommen, und auch am letzten Tag schwächelte der 45-Jährige. Durch die abschließende Even-Par-Runde sprang nicht mehr als ein geteilter 20. Rang bei -3 raus. Bernd Ritthammer, der einzige deutsche Starter bei der South African Open Championship, scheiterte vor dem Wochenende am Cut.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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