Panorama

Golf Jahresrückblick: Der letzte Putt und viele neue deutschsprachige Kapitel

31. Dez. 2025 von Laura Gailus in München, Deutschland

Der Golf-Jahresrückblick 2025: Von Langers letzter Runde bis zu Fünfstücks Premierensieg. (Fotos: Getty)

Der Golf-Jahresrückblick 2025: Von Langers letzter Runde bis zu Fünfstücks Premierensieg. (Fotos: Getty)

Was 1985 mit dem Green Jacket begann, endete 2025 mit Standing Ovationen auf dem 18. Fairway. Bernhard Langers letzter Auftritt in Augusta war der emotionale Höhepunkt eines Golfjahres, das aus deutscher Sicht noch viele weitere Geschichten schrieb. Über Siege in Macao, London und Gut Altentann, über junge Talente in München und erfahrene Champions in North Carolina. Der Golf Jahresrückblick 2025.

Ein letzter Start beim Masters

Kaum ein Moment hat das deutsche Golfjahr 2025 so geprägt wie Bernhard Langers letzter Auftritt beim Masters in Augusta. Nach 41 Teilnahmen, zwei Green Jackets und unzähligen Runden verabschiedete sich der 67-Jährige von dem Ort, der ihn berühmt gemacht hat. Die Zuschauenden erhoben sich, der Applaus begleitete ihn über jedes Fairway. Seine Abschiedsrunde endete zwar nicht mit dem Einzug ins Wochenende, sondern mit einem emotionalen Abschied auf dem 18. Grün. Langer, begleitet von Sohn Jason als Caddie, verabschiedete sich damit von einem Ort, der ihn geprägt hat und den er mitgeprägt hat.

Doch das letzte Kapitel war sportlich noch nicht geschrieben

Denn wer dachte, dass Langer mit seinem Abschied vom Masters auch den Schläger endgültig an die Wand hängt, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Nur wenige Monate später zeigte er bei der WINSTONgolf Senior Open, dass er weiterhin konkurrenzfähig ist – und wie. Mit 21 Schlägen unter Par stellte der 68-Jährige einen neuen Turnierrekord auf und holte sich den Sieg auf heimischem Boden. Kurz danach feiert Alex Cejka bei der SAS Championship in den USA seinen ersten Titel seit zwei Jahren. Auch er glänzte mit Konstanz, verteidigte seine Führung souverän und festigte damit seinen Platz in den Top 15 des Schwab Cup Rankings.

Ein erster großer Titel für von Dellingshausen

Wenige Wochen später rückte die nächste Generation in den Fokus. Auf der DP World Tour gelang Nicolai von Dellingshausen bei der Austrian Alpine Open der erste große Coup. Mit präzisem Spiel und einem Eagle zur richtigen Zeit sicherte er sich den langersehnten Premierensieg. Dass Marcel Schneider mit ihm auf dem Treppchen stand und Marcel Siem eine der besten Finalrunden des Turniers spielte, machte das Wochenende in Österreich zu einem der erfolgreichsten für den deutschen Golfsport auf der Europa-Tour. Drei Deutsche unter den besten Fünf – ein seltener Anblick.

Fünfstück gewinnt nach 115 Starts

Ähnlich emotional verlief ein anderes Kapitel in diesem Golfjahr. Laura Fünfstück gewann im Sommer bei der PIF London Championship ihren ersten Titel nach über 100 Turnierstarts. Der Weg zum Sieg war nicht geradlinig: Ein Fehlstart im Finale brachte sie früh in Rückstand, doch sie kämpfte sich mit Birdies auf den Back Nine zurück. Ein letzter starker Abschlag an der 18 eröffnete ihr die Birdie-Chance – und sie nutzte sie. „Ich wollte es mir verdienen“, sagte sie hinterher. Olivia Cowan ergänzte das deutsche Ergebnis mit einem geteilten vierten Platz.

Wiedemeyer überrascht bei Heimspiel

Ein junger Name brachte sich derweil bei der BMW International Open in Erinnerung: Tim Wiedemeyer, erst 20 Jahre alt und Amateur aus München, spielte sich mit einer 66er Runde am Freitag in die Top 15. Mit sechs Birdies auf den zweiten Neun schob er sich an etablierten Tourspielern vorbei, nur einen Schlag hinter Marcel Siem und vor Spielern wie Martin Kaymer und Yannik Paul – und bewies, dass auch der deutsche Nachwuchs auf dem richtigen Weg ist. „Es war wie eine Abendrunde mit Freunden.“

Foos siegt erstmals auf der Asian Tour

Ebenfalls weit entfernt vom Rampenlicht der Major-Turniere gab es für einen weiteren Deutschen Grund zur Freude: Dominic Foos gewann mit dem SJM Macao Open sein erstes Turnier auf der Asian Tour. Mit konstantem Spiel über alle Runden hinweg setzte er sich in einem internationalen Feld durch.

Signature-Sieg von Straka

Zurück auf die große Bühne der PGA Tour. Sepp Straka gewann 2025 die Truist Championship im Quail Hollow Club und holte sich damit sein erstes Signature Event auf der PGA Tour. Im Duell mit Shane Lowry und Justin Thomas, die geteilte Zweite wurden, behielt er die Oberhand. Strakas Sieg war gleichzeitig der zweite PGA-Titel seiner Saison. Dieser Erfolg setzte ihn auf Platz 2 im FedExCup und brachte ihn erstmals in die Top 10 der Weltrangliste. Ein weiterer deutscher Moment im gleichen Turnierfeld kam von Stephan Jäger: T7, bogeyfrei, zwei Birdies auf der Front Nine, ein Eagle-Putt aus über sieben Metern. Es war seine dritte Top-10-Platzierung der Saison.


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