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Golfpro oder Doktor Google – Wo findet man die beste Hilfe?

Wer mit seinem Schwung alleine nicht mehr weiter kommt, der holt sich Hilfe. Doch wo und wie ist einem wirklich geholfen?

Technische Unterstützung im Golftraining kann sinnvoll sein, doch hilft der Computer allein? (Foto: Getty)
Technische Unterstützung im Golftraining kann sinnvoll sein, doch hilft der Computer allein? (Foto: Getty)

Jeder Golfer kennt es, das permanente Auf und Ab der Qualität des eigenen Schwungs. Nichts liegt demnach näher, als sich professionelle Hilfe zu holen. Doch wo und wie?

Doktor Google

Durch das Internet ist heutzutage der Zugang zu Anleitungen rund um das Erlernen/Verbessern des Golfspiels so schnell und einfach wie nie zuvor. Hinzu kommt, die Inhalte sind überwiegend kostenlos. Doch dieser Vorteil der Digitalisierung kann den Golfer auch überfordern. Während früher das Arbeiten mit einem Golflehrer wahrscheinlich die einzige Möglichkeit war, sind heute Tipps, Methoden, Analysen, Seminare und Coachings zum Golfspiel scheinbar unerschöpflich und in sämtlichen Medienformaten abrufbar. Da ist es schwer den Überblick zu behalten und noch problematischer, das Richtige für das eigene Spiel herauszufiltern.

Beim Betrachten der einzelnen Hilfestellungen fällt auf, dass oft jene Übung als „DIE LÖSUNG“ für einen bestimmten Aspekt des Schwungs angepriesen wird. Es stellt beispielsweise kein Problem dar, innerhalb von fünf Minuten mindestens zwanzig unterschiedliche, ultimative Lösungen zur Vermeidung von Sockets zu finden. Dies kann wahlweise zu jedem Aspekt des Schlages durchgeführt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass jede Erklärung zur Vermeidung eines bestimmten Fehlers in sich schlüssig klingt sowie nachvollziehbar erscheint.

Der Golflehrer

Der klassische Weg führt immer noch zum Golflehrer. Doch auch hier sind die Herangehensweisen zur Verbesserung des Golfspiels durchaus heterogen. In jedem Golfclub werden sich Spieler finden, die bei diesem und andere, die nur bei jenem Trainer ihre Übungseinheiten absolvieren. So gibt es Golflehrer, die eine ganzheitliche Schwungbetrachtung lehren. Andere fokussieren sich auf Teilaspekte des Schwungs und sezieren den Schwung förmlich. Wer kennt ihn nicht, jenen Pro, dem der Aufschwung egal zu sein scheint und behauptet, dass nur entscheidend ist, wie der Schläger an den Ball kommt. Gerne mit Verweis auf Golfgrößen wie Jim Furyk oder Bubba Watson. Andere Trainer legen durchaus Wert auf den Aufschwung und sehen darin oft die Wurzel des Übels. Je nach Pro kommen dann noch unterschiedliche Hilfsmittel (z.B. Videoaufnahmen, akustische Signale) zum Einsatz. Überspitzt gesagt, wer einmal den Golflehrer gewechselt hat, könnte durchaus zu der Meinung gelangen, eine andere Sportart zu erlernen. Wirklich erstaunlich ist, dass sich die Methoden der Golflehrer oftmals stark unterscheiden, gar fast Gegensätzliches vermitteln, aber jeweils in ihrer Konsequenz meistens zum Erfolg führen. Diese Tatsache ist als Laie schwer zu begreifen und zeigt eindrücklich auf, wie komplex der Bewegungsablauf beim Golfspiel ist.



Die wichtigste Frage: Was ist das Richtige für mich?

Doch wie soll man sich der Thematik nähern, was das Richtige für einen ist?
Ein wichtiger Punkt könnte sein, darauf zu achten, welcher Lerntyp man ist. Es gibt Golfer, die aufgrund eines guten Körper- oder Bewegungsgefühls ohne jegliche Hilfe, quasi autodidaktisch, am Single-Handicap kratzen (eher eine seltene Spezies). Andere sind für Internet-Videos sowie Analysen, die den „optimalen“ Schwung zeigen, empfänglich und können damit ihr eigenes Spiel verbessern. Der Nächste benötigt das unmittelbare Feedback des Golflehrers.

Generell gilt es, die verschiedenen Möglichkeiten auszuprobieren, um das Beste für sich zu ermitteln. Wobei sich die unterschiedlichen Methoden nicht ausschließen, sondern gut ergänzen können. Ebenso kann ein Wechsel der Trainingsmethoden im Verlauf der golferischen Karriere neue Anreize setzen und sich als hilfreich erweisen.

Zwei Aspekte scheinen aber unabhängig vom Leistungsniveau unerlässlich bzw. förderlich zu sein. Zum einen sagte ein Profispieler der European Tour kürzlich auf einer Privatrunde, dass er während seines Schlages nicht sagen kann, ob das Schlägerblatt eventuell zu weit geöffnet oder geschlossen ist. Hier entscheiden zwei, drei Grad unterschiedliche Schlägerstellung über Fairway-Treffer oder der Ball im Rough. Demnach ist ein externes „Medium“ (Golflehrer, Video-System usw.), welches den Schlag reflektieren kann, absolut notwendig. Zum anderen, und das weiß jeder Golfer, korrelieren im Allgemeinen Spielstärke und Verbesserungen mit der Quantität an Trainingseinheiten sowie gespielten Runden. In seltenen Fällen, bei einer Art Überspielung, kann aber auch eine Pause hilfreich sein.



Bei Golf Post finden Sie viele Trainingstipps zu einzelnen Aspekten des Spiels, die spezifische Probleme behandeln. Diese geben Ihnen grundlegende, technische Hilfestellungen an die Hand.

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