Tiger Woods und Rory McIlroy lehnen 5,5 Mio. Dollar für Saudi-Turnier ab
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Tiger Woods und Rory McIlroy lehnen 5,5 Mio. Dollar für Saudi-Turnier ab

Rory McIlroy und Tiger Woods lehnen erneut die Teilnahme am umstrittenen Saudi International der European Tour ab. Woods verteidigt aber Mickelsons Zusage.

Tiger Woods und Rory McIlroy lehnen die Teilnahme beim Saudi International 2020 der European Tour ab. (Foto: Getty)
Tiger Woods und Rory McIlroy lehnen die Teilnahme beim Saudi International 2020 der European Tour ab. (Foto: Getty)

Tiger Woods lehnt zum zweiten Mal das Angebot von ca. drei Millionen Dollar als Antrittsgeld für das Saudi International ab, verteidigte aber auch die Entscheidung der Spieler, die ihre Teilnahme zugesagt haben. Auch Rory McIlroy ließ sich durch eine Gage in Millionenhöhe nicht zu einer Teilnahme überzeugen. Das umstrittene Turnier fand Anfang 2019 zum ersten Mal auf der European Tour statt.

Tiger Woods und Rory McIlroy lehnen Saudi International ab

Wie schon im vergangenen Jahr wurde Tiger Woods ein enormes Antrittsgeld geboten, um ihn zu einer Teilnahme beim Saudi International zu bewegen. Er lehnte ab und nannte als Begründung: "Ich will einfach nicht dahin fliegen. Es ist sehr lange Reise." Schon im vergangenen Jahr hatte Woods seine Absage mit den Strapazen der Reise begründet.

Neben Woods schlug auch Rory McIlroy das ihm unterbreitete Angebot von 2,5 Millionen Dollar Antrittsgeld aus. Ein Insider verriet dem Telegraph: "Egal, wie viel sie Rory geboten hätten, er hätte eh nein gesagt."

Das Turnier, das vom 30. Januar bis zum 2. Februar 2020 stattfinden, ist mit 3,5 Millionen Dollar Preisgeld dotiert, allerdings sind mehreren Spielern siebenstellige Summen für ihre Teilnahme geboten worden. Bereits zugesagt haben unter anderem Titelverteidiger Dustin Johnson, Brooks Koepka, Patrick Reed, Sergio Garcia, Tony Finau, Shane Lowry und Henrik Stenson. Auch Phil Mickelson verkündete jüngst seine Teilnahme und erntete dafür scharfe Kritik.

Tiger Woods: "Ich verstehe, die Politik dahinter"

Tiger Woods verteidigte Mickelsons Entscheidung. "Ich verstehe die Politik dahinter", sagte Woods. "Aber Golf kann dabei helfen, die Probleme zu heilen. Es kann dem Wachstum helfen. Einige Spitzenspieler werden in der entsprechenden Woche dort spielen."

"Der Mittlere Osten ist keine traditionelle Golfdestination. Aber sie ist deutlich gewachsen. Ich erinnere mich noch, als ich das erste Mal nach Dubai kam, sah ich vielleicht zwei oder drei Gebäude am Himmel. Jetzt gibt es da eine New-York-ähnliche Skyline. Und auch Golf ist gewachsen. Es gab nur ein paar Golfplätze als ich nach Dubai kam und jetzt gibt es sie überall. Das gleiche mit Abu Dhabi und vielleicht auch irgendwann in Saudi-Arabien."



Saudi Arabien wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert

Saudi-Arabien steht vor allem für Menschenrechtsverletzungen in der Kritik und rückte insbesondere durch die Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul im Oktober 2018 in den Fokus.

Mit seiner Begründung, die Reise sei ihm zu weit, umgeht Woods ein konkretes politisches Statement. Das Argument relativiert sich jedoch, zieht man in Betracht, dass der 15-fache Majorsieger erst im Oktober nach Japan zur Zozo Championship gereist war und dort gewonnen hatte. Spieler wie Dustin Johnson, der im vergangenen Jahr im Vorfeld des Turnieres seine Teilnahme rechtfertigte, meinen, Politik und Sport trennen zu können. DJ sagte damals: "„Ich gehe dahin, um einen Sport auszuüben, für den ich bezahlt werde. Das ist mein Job. Ich unterstütze nicht, was dort sonst passiert, ich spiele lediglich Golf.“

Konkrete Positionierungen gegen die Regierung Saudi Arabiens sind bisher selten unter den Golfern. Paul Casey beispielsweise lehnte im vergangenen Jahr die Teilnahme ab, mit einem Verweis auf seine Rolle als UNICEF-Botschafter. "Es gibt viele Orte in der Welt, die ich gespielt habe und die ich weiterhin spiele, die man kritisieren könnte...im Hinblick auf Menschenrechtsverletzungen durch die Regierungen", sagte Casey. "Ich dachte mir, dieses Mal setze ich lieber aus."





2 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Michael Lesch

    Jetzt reiht sich die deutsche Golfjournallie auch ein political correctness unter den Golfern einzufordern! Also wenn in China Millionen von Menschen unterdrückt umerzogen interniert werden wird gar nichts hinterfragt aber die bösen Saudis kungeln mit Trump und schon haben unsere Linken Grund zum aufheulen! Wer so mit zweierlei Maß mißt disqualifiziert sich überhaupt sich Journalist nennen zu dürfen!
    Die Deutschen sind nicht mehr zu retten! Die schreienden Gören von Fridays for Future bestimmen jetzt wie Deutschland und die Welt gerettet werden soll!
    Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen könnte! Hat mal ein kluger Mann gesagt! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
    Mit freundlichen Grüßen Michael Lesch

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    • Tobias Hennig

      Lieber Herr Lesch,
      danke für Ihr Feedback. Noch mehr freuen wir uns, wenn Rückmeldungen in einem sachlichen, vernünftigen Ton geäußert werden.
      Immerhin geht unsere „“political correctness“ ja noch so weit, Ihre Tirade zu veröffentlichen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Tobias Hennig, Journalist

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