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Ryder Cup

Noch 26 Tage bis zum Ryder Cup: Brüder im Team – seltene Ryder-Cup-Familiengeschichten

31. Aug. 2025 von Dr. Lorenz Gräf in Bethpage Black, New York, USA

Edoardo und Francesco Molinari beim Ryder Cup 2010. (Foto: Getty)

Edoardo und Francesco Molinari beim Ryder Cup 2010. (Foto: Getty)

Historische Brüderpaare im Ryder Cup

Wenn Brüder gemeinsam auf dem grünen Parkett des Ryder Cup stehen, dann vereint sich familiäre Verbundenheit mit sportlicher Höchstleistung. Der Ryder Cup gilt als einer der prestigeträchtigsten und härtesten Wettbewerbe im Golfsport. Die besondere Chemie, die Geschwister mitbringen können, bietet einen seltenen Vorteil, der jedoch ebenso mit Herausforderungen verbunden ist. Die Molinari-Brüder aus Italien sind ein solches Duo, das Ryder-Cup-Geschichte schrieb.

Brüderpaare sind im Ryder Cup eher die Ausnahme als die Regel. Bernard und Geoffrey Hunt traten als britische Vertreter im Jahr 1963 gemeinsam an, und fast ein halbes Jahrhundert später folgten ihnen Edoardo und Francesco Molinari für Europa. Besonders faszinierend war das Jahr 1935, als drei Brüder - Charles, Ernest und Reg Whitcombe - für Großbritannien spielten. Dieses einzigartige Trio bleibt bis heute in der Geschichte des Ryder Cups unerreicht.

Im US-Team waren die Brüder Joe und Jim Turnesa sowie Jay und Lionel Hebert vertreten, allerdings nicht zur selben Zeit. Trotz der beeindruckenden Familienbanden dominieren diese Geschichten selten die Schlagzeilen. Wie Colin Montgomerie im Jahr 2010 gegenüber der BBC sagte: „Die Chemie der Brüder ist ein strategischer Vorteil, den wir nicht ignorieren können.“

Die Molinaris: Eine besondere Geschichte

2010 in Wales erlebten Golfenthusiasten den unglaublichen Zusammenhalt der italienischen Brüder Edoardo und Francesco Molinari, die mit ihrer Synergie einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg des europäischen Teams leisteten. „Die Brüder haben heute Europa elektrisiert. Ihr Siegeswille war ansteckend für das gesamte Team“, lobte Kapitän Colin Montgomerie die Brüder in der Pressekonferenz.

Francesco Molinari, der später beim Ryder Cup 2018 unbesiegt blieb, trat mit der Stärke und Unterstützung seines Bruders auf, das Teamgefühl innerhalb des europäischen Kaders signifikant zu stärken. Diese Verbindung war weniger punkteentscheidend und mehr ein Anker für die europäische Teamdynamik.

Emotionale Tiefe und Teamdynamik

Das besondere an Brüderpaaren ist nicht nur ihre Spielweise, sondern auch die emotionale Tiefe, die sie in den Wettbewerb einbringen. Francesco Molinari erklärte rückblickend: „Es war das größte Geschenk meiner Karriere, diesen Moment mit meinem Bruder zu teilen.“ Die Rituale und kleinen Gesten zwischen den Brüdern unterstreichen ihre unzerbrechliche Verbindung, die im Ryder Cup zu einem wichtigen Vorteil wird.

Die Brüder sehen und verstehen sich gegenseitig auf eine Weise, die von keinem anderen Teammitglied erreicht werden kann. Dies bietet die Chance für schnelle Entscheidungsprozesse und ein blindes Vertrauen auf dem Platz, wenn der Druck am höchsten ist. „Mit meinem Bruder auf dem Platz zu stehen, war ein doppelter Traum“, sagte Francesco, ein Gefühl, das viele Fans und Beobachter bewegt.

Familiengeschichten hinter den Kulissen

Ein Blick hinter die Kulissen offenbart oft berührende Familiengeschichten. Die Molinaris, aufgewachsen in Turin in einem sportbegeisterten Haushalt, profitierten von der Unterstützung ihres Vaters, der ihre Leidenschaft für Golf frühzeitig gefördert hat. Mutter Rosanna erinnerte sich: „Unsere Jungs haben alles zusammen gemacht, seit sie drei Jahre alt sind. Dass sie gemeinsam im Ryder Cup stehen, war für uns der schönste Moment als Familie.“

Ebenso haben amerikanische Familiengeschichten wie die der Heberts und Turnesas immer wieder gezeigt, dass der sportliche Erfolg oft auf einem starken familiären Fundament aufbaut. Diese Geschichten tragen zur Magie des Ryder Cups bei und unterstreichen seine Bedeutung als mehr als nur ein Golfturnier.

Solche Brüdergeschichten im Ryder Cup bleiben ein seltenes, aber kostbares Highlight in der Geschichte des Wettbewerbs. Sie verdeutlichen, wie eng Sport und persönliche Beziehung miteinander verwoben sind und machen den Ryder Cup zu einem einzigartigen Ereignis, das nicht nur sportliche, sondern auch emotionale Höhepunkte liefert.

Heute im Ryder-Cup-Kosmos

Am 30. August 2025 bot die Welt des Ryder Cup auf X wieder eine bunte Mischung aus Einblicken, Stimmen und Emotionen. Während Team USA die Fans hinter die Kulissen einlud, fragten Medien nach möglichen Führungsspielern. Team Europe zeigte sich mit Humor und Kandidatenvorstellungen, und mit Justin Rose kam eine erfahrene Stimme zu Wort. Auch kleine Alltagsgeschichten der Profis fanden ihren Platz – ein Tag, der die Vorfreude auf Bethpage weiter mit Leben füllte.

Inside the Ropes mit Team USA
Das US-Team warb für ein digitales Behind-the-Scenes-Format, bei dem Fans die Chance haben, als Gast-Reporter Eindrücke direkt vom Platz zu teilen. Im Video zu sehen: jubelnde Zuschauer, Spieler beim Abschlag und seltene Blicke hinter die Kulissen.

Wer führt Team USA an?
Golf Digest stellte die Frage nach den möglichen Leitfiguren für das US-Team in Bethpage. Mit einem Foto von potenziellen Anführern rief der Beitrag zur Diskussion auf, wer die entscheidenden Impulse setzen kann.

Wenn die Fahne stört
Ryder Cup Europe sorgte mit einem humorvollen Clip für Gesprächsstoff: Ein Schlag prallte spektakulär am Flaggenstock ab – ein Beispiel für die unberechenbaren Dramen, die dieser Wettbewerb immer wieder hervorbringt.

Rasmus für Europa
Ein weiterer Beitrag aus Europa setzte Rasmus Højgaard ins Rampenlicht. Unterlegt mit Musik wurde er als möglicher Schlüsselspieler für das Team vorgestellt – ein klares Signal für die neue Generation.

Justin Rose blickt nach vorn
Sky Sports veröffentlichte ein Interview mit Justin Rose, der betonte, dass „eine riesige Aufgabe“ vor Team Europe liegt. Seine Worte unterstrichen den Respekt vor der Herausforderung und die Erfahrung, die er ins Team einbringt.

Energie für den Platz
Zum Schluss gewährte Golf Digest einen leichteren Einblick: Ein US-Spieler verriet, wie er sich während der Runden mit Energie versorgt. Solche Details zeigen die menschliche Seite der Stars jenseits von Taktik und Technik.

Rückblick auf Tag 27

Gestern standen die Rookies im Mittelpunkt: Ihr erster Abschlag, die nervenaufreibende Atmosphäre am ersten Tee und die Geschichten von Debüts, die Karrieren geprägt haben. Der Artikel zeigte, wie Spieler wie Rory McIlroy, Sergio García oder Martin Kaymer ihre ersten Schritte im Ryder Cup erlebten – zwischen Zittern, Euphorie und entscheidenden Momenten.

Hier geht es zum Artikel von gestern (Tag 27).

Ausblick auf Tag 25

Morgen widmen wir uns den Captain's Picks, den Wildcards, die immer wieder für Diskussionen sorgen. Von Ian Poulter bis Sergio García – oft waren es gerade die umstrittenen Nominierungen, die den Unterschied machten.


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