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Medienecho: Das „Wunder von Medinah“

Deutsche Gazetten jubeln ausgelassen nach dem Sieg Europas beim Ryder Cup. Die amerikanische Presse hingegen ist fassungslos.

Das Golf-Post-Medienecho jeden Montag mit den Medienhighlights vom Wochenende (Foto: Getty)

Im Mittelpunkt der medialen Lobeshymnen steht natürlich er - der Mettmanner, der so ein schweres Jahr hinter sich hat, nun aber von dem entscheidenden Putt zum Ryder Cup-Sieger Zwanzigzwölf gekrönt wurde: Plötzlich ist er Er, der deutsche Golfstar Martin Kaymer.

"Ein Deutscher wurde zum Held"

Während die Süddeutsche Zeitung (SZ) treffend von "Martin Kaymers Auferstehung nach der Krise" spricht, titelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) relativ nüchtern: "Kaymer sichert Europa den Ryder Cup". Dabei zog die SZ trotz aller Zurückhaltung einen großen Vergleich: "Wie man bei Wimbledon 1985 an einen rothaarigen Jungen aus Leimen denkt, der den letzten Aufschlag in die Ecke drischt, so wird nun der Ryder Cup 2012 auf ewig mit Kaymers letztem Putt aus zwei Metern in Verbindung stehen. Ein Deutscher wurde zum Held."

"Ein Deutscher wurde zum Held": Kaymers entscheidender Putt. (foto: getty)

"Das Wunder von Medinah"

Ähnlich euphorisch im Stile "Veni, vidi, vici" - er kam, sah und siegte - titelte der Stern: "Martin Kaymer - Ein Putt, Ein Sieg, Ein Held." Der Stern-Autor erzählt treffend die Geschichte eines "Problemfalls", der mit schwacher Form zum "epischen Duell" reiste und sich in den Geschichtsbüchern verewigte. Die Story endet märchenhaft: "Es ist eine Geschichte, wie sie nur der Sport schreiben kann." In das gleiche enthusiastische Horn bläst die BILD, die martialisch von "Euro-Retter Kaymer" spricht. Im Fokus des österreichischen Online-Portal News.at steht eher die Gesamtleistung des europäischen Teams, das den Ryder Cup-Sieg (angelehnt an das Fußballwunder von Bern) als das "Wunder von Medinah" feiert.

"Epischer Kollaps - Unentschuldbar"

Dagegen reagierten die amerikanischen Medien sichtlich geschockt. Niemand hätte gedacht, dass Team America noch der zunächst so sicher scheinende Sieg entrissen wird. Die ortsansässige Chicago Tribune titelte gnadenlos: "Epischer Kollaps - Unentschuldbar". Dagegen zollt die altehrwürdige New York Times der Leistung der Europäer großen Respekt: "Es ist eines der erstaunlichsten Comebacks der 85-jährigen Ryder Cup-Geschichte." Die US Today befasst sich lieber mit dem "kollektiven Versagen" des sieglosen Duos Stricker und Woods: "Statt zu feiern, müssen sich die Amerikaner nun trösten."

Ein Jahr haben die Amerikaner Zeit, die Tränen zu trocknen: Im Oktober 2013 findet der Presidents Cup, der Wettkampf zwischen den USA und dem Rest der Welt, im Muirfield Village Golf Club in Columbus in Ohio statt. Europa wird dort jedoch nicht mit abschlagen; das Duell der alten gegen die neue Welt steigt erst wieder 2014 in Gleneagles in Schottland.



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5 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Ein Putt wie in jeder HCP 36 Golfer versenkt. Also ehrlich, ich glaube das einem HCP 36er der Schläger aus Hand fallen würde in solch einer Situation.

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  2. Claudia Cohrs

    Suuuuuper Putt!!! Well done Europe!!!

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  3. Für mich unverständlich wie Kaymer so in den Himmel gelobt werden kann. Sicher versenkt er den entscheidenden Putt. Allerdings ist das erstens ein Putt, den jeder Golfer mit HCP 36 genauso locht und zweitens war es bereits der zweite Putt auf dem Loch.

    Es gab bei diesem Ryder Cup genau zwei „Helden“. Zum einen Ian Poulter, der mal wieder die volle Punktausbeute holte und zum anderen Justin Rose. Unfassbarer Putt auf der 17 und auf der 18 das Match komplett gedreht und einen verloren geglaubten Punkt gegen Mickelson geholt.

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