Schläger, Ball, Bag und Co.: Darf es beim Equipment etwas teurer sein?
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Schläger, Ball, Bag und Co.: Darf es beim Equipment etwas teurer sein?

Sechs Luxusmarken, die das Klischee von Golf als Spiel für Reiche bestätigen, in der Regel aber auch jeden Cent wert sind.

Der Goldstandard unter den Schlägern: Die Honma Beres Eisen. (Foto: Honma, Screenshot)
Der Goldstandard unter den Schlägern: Die Honma Beres Eisen. (Foto: Honma, Screenshot)

Golf, so die landläufige Meinung, ist ein teures Vergnügen. Was natürlich Quatsch ist, Ausnahmen bestätigen allenfalls die Regel. Unsereinem fällt jedenfalls spontan der Reitsport ein, nicht Springen oder Dressur, sondern die eher bodenständige Gilde der Westernreiter. Oder die Hobby-Rennfahrerei. Beide Passionen sind des Amüsements begüterter Eliten gemeinhin völlig unverdächtig. Doch allein der jährliche Aufwand für Unterhalt und Wettbewerbsteilnahmen stellt locker jedes durchschnittliche Golfbudget in den Schatten, die Anschaffung eines Pferds bzw. Autos noch gar nicht eingerechnet. Wenn indes schon so wacker auf die ach so prätentiösen Luxus-Golfer eingeschlagen wird, dann wollen wir an dieser Stelle auch richtig Öl ins Feuer der „Verleumder“ gießen und haben nach den teuersten Golfclubs jetzt mal die exklusivsten Komponenten der Golf-Ausrüstung zusammen getragen – bleibt ja unter uns …

Die Schläger

Der Goldstandard im Schlägerbau ist die japanische Marke Honma mit ihrer Modellreihe Beres. Die in purer Handarbeit hergestellten Klingen aus Sakata bringen es vor allem dank des ebenfalls handgerollten ARMRQ-X-Carbonschafts mit seinen ausschließlich für Honma hergestellten, zigfach von Kohlefasern durchflochtenen Kunststofflagen in der High-End-Version auf einen Stückpreis von 4.949 Euro, ganz gleich ob Driver oder Eisen 11. Für einen Satz 5-Sterne-Beres im Bag kriegt man beim Kfz-Händler des Vertrauens mühelos auch eine Mittelklasse-PK in  Top-Ausstattung. Dass Honma freilich auch „billiger“ und trotzdem genau so gut kann, beweisen die Japaner gerade mit der von Testimonial Justin Rose geschwungenen T-World-Serie.


Der Putter

Fehlt noch der „Flat Stick“. Haben Sie schon mal von Tyson Lamb gehört? Mal ganz abgesehen von den absurden Preisen, die für Scotty-Cameron-Replikas von Tigers Woods‘ Erfolgsputtern aufgerufen werden (bis zu 20.000 Dollar), Exoten wie dem Kristall-Putter der japanischen Manufaktur Hoya für 5.555 Dollar oder Wertanlagen wie den goldbelegten Produkte des deutschen Metallveredlers Barth & Sons (Preis bis zu 150.000 Dollar) baut der Amerikaner die teuersten Putter der Welt. Was in der elterlichen Garage begann, ist heute eine kaum größere Werkstatt in Plano/Texas, die dennoch als absolute Edelschmiede gilt. Auf Lamb-Putter wartet man Monate, wenn nicht gar Jahre; die handgefrästen Meisterwerke aus Edelstahl mit Einlagen aus Damaszener Stahl und in klassischem Design kosten bis zu 5.000 Dollar.


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That view tho #LambCrafted

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Der Schaft

Da es die legendären Honma-Schäfte nur in Verbindung mit Honma-Schlägern gibt, sei an dieser Stelle Seven Dreamers genannt. Auch deren „Stecken“ werden in Japan, genau gesagt in Tokio gefertigt und haben einen Einstiegspreis von 1.200 Dollar. Dafür stimmen dort Handwerker und Wissenschaftler die Konfiguration des Schafts auf den Kunden ab – Maßschneiderei für die Verlängerung des Golfer-Arms.


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Available now 24k GOLD carbon shaft✨ Now you can look like a BOSS by just walking around on course😎 #golf #gold #carbon #likeaboss

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Der Ball

Knapp 50 Euro für ein Dutzend Titleist Pro V1? Geschenkt. Wer den wirklich ultimativ exklusiven Golfball sucht, der wende sich an Clear Sports. Der US-Sportausrüster und Tennisschläger-Spezialist ist so was wie das Augusta National des Ausrüstungssektors, in den Genuss ihrer Produkte kam man bis kurzem nur als Clubmitglied und ausschließlich auf Einladung. Mittlerweile hat Clear Sports diese Politik geändert, aber das Dutzend 4-Piece-Bälle kostest immer noch über 60 Euro.


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No more waiting. Our new next-generation Clear CS & ES golf balls are available NOW! #clearadvantage

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Das Bag

Klar, der Machart und Konfiguration einer Golftasche sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Krokodil- oder Straußenleder, künstlerisch gestaltet oder pur funktional konzipiert – alles ist machbar. Treccani Milano beispielsweise offeriert ein schwarzes Krokoleder-Bag für schlappe 48.400 Euro, die Edelmarke Louis Vuitton hat eins mit dem so gern kopierten Logo-Design für 12.370 Euro im Sortiment. Wer indes wirklich „in style“ unterwegs sein will, der wählt ein Retro-Tragebag von MacKenzie. Das Unternehmen aus Oregon orientiert sich an alten Vorlagen aus der Blütezeit von Old Tom Morris und des Old Course zu St. Andrews. Und so hat der Köcher allenfalls zwei Seitentasche, im Gegenzug sind 800 bis 1.200 Euro fällig.


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Built to last. Built to impress.

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Der Schuh

Last not least funktioniert das alles nicht ohne sicheren Stand. Der Markt für Golfschuhe ist gigantisch, und neben den sattsam bekannten Spezialisten versuchen sich auch klassische Marken wie Allen Edmonds am Treter fürs Fairway. Einer allerdings ragt raus: der noble königlich britische Hof-Schuhmacher John Lobb ist in Sachen edler Schuhe generell das, was Honma bei den Schlägern ist. Wer das Stammhaus in der Londoner St. James Street betritt, nur einen satten Drive vom St. James‘s Palace entfernt, darf in einer Vitrine unter anderem die Schuhleisten und Golfschuhe etlicher Hoheiten inklusive eines indischen Maharadschas bewundern. Maßschuhe von John Lobb brauchen Monate inklusive Leisten-Anfertigung und Anproben, das Ergebnis ist einmalig und ab 4.500 Euro zu haben.

Maßschuhe von John Lobb. (Foto: Michael F. Basche)

Maßschuhe von John Lobb. (Foto: Michael F. Basche)

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