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WITB: Zwei Sieger, zwei Bags – Wie Scottie Scheffler und Patrick Reed ihre Erfolge ausrüsten

26. Jan. 2026 von Jean Heidbüchel in Neuss, Deutschland

Was haben die beiden Turniersieger Scottie Scheffler und Patrick Reed in ihrem Bag? (Fotos: Getty)

Was haben die beiden Turniersieger Scottie Scheffler und Patrick Reed in ihrem Bag? (Fotos: Getty)

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Zwei unterschiedliche Touren, zwei unterschiedliche Sieger, zwei unterschiedliche Bags. Auch wenn Patrick Reed, der die Hero Dubai Desert Classic der DP World Tour gewann, und Scottie Scheffler, der als Weltranglistenerster auf der PGA Tour bei der American Express brillierte, beide Amerikaner sind und in Texas auf der High School das Golfspiel für sich entdeckten, haben sie bei der Wahl ihrer Schläger nur wenige Gemeinsamkeiten.

Vom Abschlag vertraut der 20-fache PGA-Tour-Sieger Scottie Scheffler, gebürtig aus New Jersey, auf einen neuen Partner. Scheffler spielt vom Tee einen TaylorMade Qi4D. Nachdem er zwei Jahre lang mit dem TaylorMade Qi10-Driver große Erfolge feierte, wechselte er im Dezember 2025 zum neuen Flaggschiff von TaylorMade, das mit einem aerodynamisch optimierten Schlägerkopf aufwartet. Der Driver ist im regulären Golfhandel noch nicht erhältlich, soll aber ab Ende Januar 2026 verfügbar sein und wird derzeit von ersten Profispielern erprobt. Auch die verbesserte Schlagfläche basiert auf einer neu konstruierten Carbon-Technologie, die mit einem optimierten Roll-Radius die Fehlerverzeihbarkeit bei außermittigen Treffern erhöhen soll.

Der aus San Antonio, Texas, stammende Patrick Reed wechselte Mitte 2024 den Driver-Hersteller. Zuvor nutzte Reed Modelle aus dem Hause Ping, greift seitdem jedoch auf einen Driver des Traditionsunternehmens Titleist zurück. Der Titleist GT3 ermöglicht ihm dank einer verstellbaren Schwerpunktposition über eine vorne liegende Schiene eine präzise Anpassung an seinen Schwung und damit eine optimale Performance vom Tee. Im Gespräch mit dem Golfmagazin Golf Monthly erklärte der Reed 2024: „Was die Schläger der verschiedenen Hersteller angeht: Wenn man den Ball genau in der Mitte trifft, sind sie gut. Ich habe jedoch das Gefühl, dass dieser Schläger selbst bei nicht perfekt getroffenen Bällen etwas mehr Geschwindigkeit erzeugt und gerader fliegt.“

Fairwayhölzer: Einigkeit bei der Marke, Unterschiede im Detail

Bei den Fairwayhölzern gleichen sich die beiden Amerikaner zumindest in der Markenauswahl aus dem Hause TaylorMade. Reed setzt auf die TaylorMade-Qi35-Hölzer und spielt das 3-Holz mit einem Loft von 15°. Scheffler nutzt als 3-Holz ebenfalls 15° Loft, greift jedoch auf das bewährte Qi10-Modell zurück. Beim 7-Holz setzt Scheffler hingegen auf die neue TaylorMade-Serie und verwendet ein Qi4D mit 21° Loft. Einer der älteren Schläger in Reeds Golftasche ist das Titleist 716 T-MB Utility-Eisen aus dem Jahr 2016, das er je nach Platzbedingungen regelmäßig in sein Setup aufnimmt oder daraus entfernt. Zusätzlich spielt der Amerikaner ein Callaway Apex Pro Hybrid in einer ähnlichen 18°-Konfiguration.

Muscle Back vs. Custom Design: Die Eisensätze im Vergleich

Im Bereich der Eisen zeigen beide Spieler eine besondere Vorliebe für Modelle mit niedrigem Loft. Sowohl Reed als auch Scheffler führen ein 4-Eisen im Bag. Scheffler spielt ein ZU85 des japanischen Herstellers Srixon, während Reed auf ein Grindworks PR-202 setzt, ebenfalls aus Japan. Bei den regulären Eisensätzen von 5-PW vertraut Scheffler erneut auf TaylorMade und nutzt die P7TW-Serie, die speziell in Zusammenarbeit mit Tiger Woods entwickelt wurde. Die Muscle-Back-Blades sind auf maximale Präzision, ein weiches Schlaggefühl und optimale Kontrolle ausgelegt. Reed bleibt dem eher unbekannten japanischen Hersteller Grindworks treu und spielt die nach ihm benannte Serie PR-101A. Nachdem Reed auf der Driving Range festgestellt hatte, dass seine Bälle häufig einen Linksdrall aufwiesen, entwickelte er gemeinsam mit Grindworks eine exakt auf seinen Schwung abgestimmte Eisenserie.

Reed ist für sein herausragendes Kurzspiel bekannt und perfektioniert seine Annäherungsschläge mit einer Mischung aus Titleist- und Cleveland-Wedges. Der Masters-Sieger von 2018 verwendet ein Cleveland RTX6 Tour Rack mit 52°, ergänzt durch einen Titleist Vokey SM10 in 56° und 60°. Alle Wedges sind mit True Temper Dynamic Gold Tour Issue S400-Schäften ausgestattet. Scheffler führt ebenfalls drei Wedges mit sich und vertraut ebenfalls auf Vokey-Modelle von Titleist. In seinem Bag befinden sich ein Vokey Design SM8 mit 50° und 56°, ergänzt durch einen Vokey Design WedgeWorks mit 60°. Auch Scheffler nutzt bei seinen Wedges die gleichen Schäfte wie Reed.

WITB: Mallet gegen klassisches Blade

Die beiden letzten Schläger in den Bags der Turniersieger stammen wiederum von konkurrierenden Herstellern. Scheffler setzt auf einen TaylorMade Spider Tour X, der als einer der erfolgreichsten und stabilsten High-MOI-Mallet-Putter auf der PGA Tour gilt und auch von Rory McIlroy genutzt wird. Patrick Reed spielte in Dubai einen Scotty Cameron Tour Rat 1.5 Proto, nachdem er lange Zeit einen Odyssey White Hot Pro #3 verwendet hatte. Gemeinsam ist beiden, dass Reed weiterhin auf einen klassischen Blade-Putter setzt – ein Stil, der im Profibereich zunehmend seltener wird, da Mallet-Designs immer beliebter werden.

Bei den Golfbällen gehen die beiden Amerikaner nahezu den gleichen Weg. Scheffler spielt den Titleist Pro V1, Reed den Pro V1x. Der Unterschied liegt darin, dass der Pro V1x höher fliegt, mehr Spin – insbesondere bei kurzen Schlägen – erzeugt und ein festeres Schlaggefühl vermittelt. Der Pro V1 hingegen bietet eine mittlere Flugbahn, weniger Spin bei langen Schlägen und ein weicheres Gefühl. Beide Modelle sollen eine hervorragende Kombination aus Geschwindigkeit, Kontrolle und Gefühl liefern.

Patrick Reeds auffällige Golfschuhauswahl von Under Armour

Eine Besonderheit bei Patrick Reed war bei der Hero Dubai Desert Classic seine Wahl der Golfschuhe. Die Under Armour Drive Pro Clone kommen am 6. Februar weltweit auf den Markt, nachdem Tourspieler, die das neue Design vorab testen konnten, äußerst positiv reagierten. Under Armour entwickelte den Drive Pro Clone, um eine zentrale Herausforderung bei Golfschuhen zu lösen: Herkömmliche Modelle passen sich nicht ausreichend an die natürliche Form und Bewegung des Golferfußes an. Das eigens entwickelte auxetische Clone-Obermaterial dehnt sich aus, zieht sich zusammen und soll sich individuell an jeden Fuß anpassen – für eine adaptive, maßgeschneiderte Passform, die unabhängig von Ermüdung oder äußeren Bedingungen konstant bleiben soll.

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