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Scottie Scheffler über Frust, Erfolge und wo er gerne spielt

19. Feb. 2026 von Annika Kauffmann in Köln, Deutschland - Dies ist ein Golf Post Premium Artikel

Scottie Scheffler spricht bei der Pressekonferenz des Genesis Invitational über Frust, Freundschaft und wo er gerne spielt. (Foto: Getty)

Scottie Scheffler spricht bei der Pressekonferenz des Genesis Invitational über Frust, Freundschaft und wo er gerne spielt. (Foto: Getty)

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Scottie Scheffler gibt bei der Pressekonferenz des Genesis Invitational einen Einblicke in seine Emotionen, seinen Umgang mit Erfolg und verrät, welche Plätze eine besondere Bedeutung für ihn haben.

Wie Scottie Scheffler mit Frust umgeht

Dass Scheffler in einem Moment der Emotion einen Ball in die Bäume warf, sorgte für Aufsehen. Für den Weltranglistenersten ist Frustration jedoch kein Tabu, sondern ein natürlicher Begleiter des Hochleistungssports. „Ich denke, wenn es um Golf geht, habe ich buchstäblich mein ganzes Leben damit verbracht, gut in diesem Spiel zu werden“, sagte Scheffler. Die Stunden der Vorbereitung führen zwangsläufig zu hohen Erwartungen an sich selbst. „Wenn die Dinge nicht wie geplant laufen, finde ich es gesund, ein gewisses Maß an Frustration zu empfinden, einfach weil es so viel Arbeit kostet, hierher zu kommen.“ Frust könne sich dabei auch über mehrere Turniere hinweg aufbauen besonders dann, wenn man das Gefühl habe, „die Dinge richtig anzugehen“, aber nicht die gewünschten Resultate erziele. Dennoch gehöre genau dieser Umgang mit Rückschlägen zum Spiel: „Ich denke, das gehört zum Golfspiel dazu, damit man den nächsten Schlag ausführen kann.“

„Ich weiß nicht, wie gut ich bin“

Auf die Frage, woran er seinen Erfolg messe, ob an Ergebnissen, Trophäen oder Statistiken, antwortete Scheffler bemerkenswert nüchtern: „Ich weiß nicht, wie gut ich bin. Ich denke, das ist, warum wir weiter trainieren.“ Er sehe Golf als fortwährenden Lernprozess: „Man kommt nie zu dem Punkt, an dem man das Gefühl hat, dass man den Dreh raus hat.“ Er möge es, „zu trainieren und versuchen, mich zu verbessern und neue Schläge zu kreieren“. Er führt aus: „Ich denke, Golf ist eine Art endloses Streben, etwas herauszufinden. Ich werde nie ans Ziel kommen, aber es schadet nichts, es zu versuchen.“

Angesprochen auf die Einschätzung, ein unterschätzter Aspekt seines Erfolges sei die Fähigkeit, sein Ego aus dem Spiel herauszuhalten, reagierte Scheffler zurückhaltend: „Oh je, ich weiß nicht.“ Er betonte vielmehr seine Lernbereitschaft. „Ich bin vielleicht nicht der auffälligste Spieler, aber ich habe das Gefühl, dass mein Verstand schon immer mein größtes Werkzeug war.“ Er akzeptiere, dass er den Ausgang eines Turniers nicht vollständig kontrollieren könne: „Nehmen wir an, ich liege vor der letzten Runde gleichauf an der Spitze, schlage eine 62 und der andere Spieler eine 61.“ Dann bleibe nur, „den Hut zu ziehen, sich die Hand zu geben und zu gratulieren.“ Dabei betont er auch die Wichtigkeit der Freundschaften die sich zwischen den Spielern entwickeln und beschreibt, dass die Fähigkeit sich für andere freuen zu können für ihn sehr relevant ist. Das Besondere am Golf sei, „dass wir oft einfach in der nächsten Woche wieder auftauchen und von vorne anfangen können“.

Kindheitserinnerungen und Turniergeschichte

Auch zur Bedeutung historischer Austragungsorte und ob diese eine Relevanz bei Turniersiegen haben äußerte sich Scheffler. Er erinnerte an seine Kindheit und an Turniere, die er verfolgte. Insbesondere seine beiden lokalen Turnieren, nahe denen er aufgewachsen ist haben eine große Bedeutung für ihn.

„Ich habe immer davon geträumt, dort spielen zu können“, sagte er. Damals habe er Spieler, die er bewunderte, aus nächster Nähe beim Byron Nelson erlebt. Heute sei er selbst Teil solcher Turniere.
Die Geschichte eines Ortes bedeute ihm durchaus etwas, betonte Scottie Scheffler, doch es seien vor allem persönliche Erinnerungen, die den Unterschied machten: „Plötzlich bin ich selbst hier und nehme an diesem Turnier teil.“ Grundsätzlich habe jeder Turniersieg für ihn „definitiv eine gewisse Bedeutung“.

In Bezug auf seine Turnierplanung erklärte er zudem: „Wenn ich könnte, würde ich jede Woche spielen, aber das ist für mich nicht umsetzbar.“ Viele Starts seien noch offen, und: „Ich verkünde keine Turniere, an denen ich teilnehme, solange ich nicht 100 Prozent sicher bin.“ Er betont, dass er körperlich und mental nicht mehr als ein paar Wochen hintereinander spielen kann. Aufgrund dessen müssten auch Turniere, die er eigentlich gerne spielen würde, wegen anderer Turniere im Kalender weichen.

Schauplätz der PGA Tour: Wöchentlich neue Herausforderungen

Scottie Scheffler beschreibt, dass das Besondere an der PGA Tour ist, dass jede Woche auf der Tour eine neue Herausforderung wartet die neuen Anforderungen bereithält, auf die sich die Spieler einstellen müssen. Bei Sawgrass müsse man „den Ball vom Abschlag aus in beide Richtungen kurven“ und trotz vieler Schwierigkeiten niedrige Scores erzielen. In Bay Hill hingegen wirke der Platz unter normalen Bedingungen „nicht allzu schwierig“, doch für die Profis verändern sich die Parameter drastisch: „Plötzlich hat man ein Rough, das etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch ist, und Grüns, die praktisch tot sind und wir versuchen, darauf Golf zu spielen. Das ist wirklich schwierig.“ Den Reiz des Spielplans sieht Scheffler in genau diesen Kontrasten. Er verwies auf den Wechsel von Wüstenbedingungen in Phoenix zu Küstenwetter in Pebble Beach. „Im Laufe unseres Spielplans wird man auf unterschiedliche Weise herausgefordert“, sagte Scheffler. „Darauf muss man vorbereitet sein, weil man Woche für Woche so drastische Veränderungen erlebt.“

⛳ Aktuell

📅 19.02.2026 - 22.02.2026
📍 Riviera Country Club

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🏆 FedExCup

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706 Pts
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5

558 Pts

Auch vom Austragungsort diese Woche zeigt sich Scheffler begeistert. Er kann der Architektur des Rivera Country Club viel abgewinnen und beschreibt den Platz als Beispiel dafür, "dass man Golfplätze nicht übermäßig lang gestalten muss, um ihn schwierig zu machen."

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