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Was treibt jemanden an, der schon alles erreicht hat?
Rory McIlroy hat den Karriere Grand Slam im vergangenen Jahr vollendet. Ein Meilenstein, den die meisten Profis nie erreichen. Alle vier Majors mindestens einmal gewonnen, unzählige Titel auf der PGA Tour und der DP World Tour, dazu Ryder Cup Erfolge: McIlroys Vita liest sich wie die eines Spielers, der nichts mehr beweisen muss.
Genau deshalb stellt sich die naheliegende Frage: Was bleibt noch übrig, wenn man gefühlt alles gewonnen hat? Gibt es für einen Spieler wie McIlroy überhaupt noch konkrete Ziele oder spielt er nur noch aus Gewohnheit weiter?
Die Antwort liefert er selbst: Auch wenn er weiß, dass er mit dem Erreichten seine Karriere problemlos beenden könnte, findet er immer wieder neue Anreize. Neue Herausforderungen, neue Träume, neue Ziele. Und er ist sich sicher: Sollte er diese eines Tages abhaken können, werden mit der Zeit ganz automatisch neue dazukommen.
Historische Marke und unerfüllte Träume bei Rory McIlroy
Ein Ziel hat McIlroy bereits klar benannt und es ist eines, das tief in der europäischen Golfgeschichte verankert ist. Er möchte Colin Montgomerie überholen und mehr als dessen acht Harry Vardon Trophies gewinnen. Aktuell steht McIlroy bei sieben Saisonsiegen. Ein Ziel, das ambitioniert, aber absolut realistisch erscheint.
Darüber hinaus bleiben auch ganz klassische Träume bestehen:
Eine olympische Medaille fehlt ebenso in seiner Sammlung wie ein Sieg bei der Open Championship in St. Andrews, dem wohl emotionalsten Schauplatz des Golfsports. Auch die US Open reizen ihn weiterhin. Insbesondere dann, wenn sie auf traditionellen, historischen Plätzen ausgetragen werden. Namen wie Shinnecock Hills, Winged Foot, Pebble Beach oder Merion lassen McIlroys Augen leuchten.
Erfolg als Prozess und nicht als Job
Bemerkenswert offen spricht McIlroy auch darüber, was ihn über all die Jahre auf diesem Niveau gehalten hat. Sein Erfolgsrezept klingt simpel, ist aber alles andere als selbstverständlich: „Man muss Spaß am Prozess haben.“
Damit meint er nicht den Applaus am Sonntag oder das Siegerinterview, sondern die oft unsichtbaren Stunden allein auf der Range, beim ständigen Wiederholen derselben Bewegungen, beim Training ohne Publikum. Genau dort müsse die Freude liegen.
Heute, so sagt er selbst, verbringt er sogar mehr Zeit auf dem Golfplatz als im klassischen Training. Er genießt es, da es sich für ihn nicht wie Arbeit anfühlt. Genau deshalb erlaubt er sich auch, selektiv zu sein: Er will motiviert in jedes Turnier gehen und vor allem dort spielen, wo er wirklich sein möchte.
Für McIlroy ist das vielleicht das größte Zeichen seiner Karrierephase: maximale Freiheit, gepaart mit ungebrochener Motivation. Alles gewonnen und doch noch lange nicht fertig.
🗣️ "It's a big old trophy!"
A nice problem to have for Rory McIlory. 😅🏆 pic.twitter.com/CpyBqiyfu2
— BBC Sport (@BBCSport) December 19, 2025