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McIlroy mit klarer Ansage an Rahm und Hatton
Rory McIlroy hat in der Debatte um LIV Golf Spieler und die Ryder Cup Teilnahme einen unmissverständlichen Standpunkt eingenommen. Während Team Europa jahrelang betonte, dass Geld beim traditionsreichsten Teamwettbewerb des Golfsports keine Rolle spiele, sieht McIlroy nun genau hier einen entscheidenden Prüfstein. Seine Botschaft an Jon Rahm und Tyrrell Hatton ist deutlich: Wer davon gesprochen hat, dass man selbst bezahlen würde, um den Ryder Cup spielen zu dürfen, hat jetzt die Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen.
„Das ist meine Meinung: Wir waren sehr hart, wenn es darum geht, dass die amerikanischen Spieler dafür bezahlt werden, beim Ryder Cup zu spielen, und wir haben gesagt, dass wir bezahlen würden, um als Spieler teilnehmen zu können. Da sind zwei Spieler, die es nun beweisen können.“, so McIlroy. Damit rückt er das Thema Verantwortung und Glaubwürdigkeit früh in den Mittelpunkt.
Stolz statt Preisgeld
Rahm und Hatton spielen beide bei LIV Golf und müssen dadurch Geldstrafen für die Teilnahme an einer Konkurrenztour zahlen. Das Regelwerk der PGA und DP World Tour ist dabei deutlich: solange diese Sanktionen ausstehen, sind beide Spieler nicht berechtigt, am Ryder Cup teilzunehmen.
Aktuell ist der einzige realistische Weg zur Nominierung das Bezahlen der Strafen in Höhe von insgesamt rund sechs Millionen Dollar, etwa ein bis anderthalb Millionen pro Jahr.
Die Brisanz der Situation wird durch den grundsätzlichen Unterschied zwischen Europa und den USA verstärkt. Im amerikanischen Team werden Spieler für ihre Ryder-Cup-Teilnahme bezahlt. Team Europa vertritt seit jeher den Standpunkt, dass der sportliche und emotionale Wert des Wettbewerbs höher wiegt als jede finanzielle Entlohnung. Auch die Spieler des Team Europas positionierten sich in der Vergangenheit klar und betonten, dass sie selbst dafür zahlen würden teilzunehmen.
Luke Donald brachte dieses Selbstverständnis in seiner Einführungsrede zum Ryder Cup 2025 auf den Punkt: „Es geht nicht um Preisgeld oder Weltranglistenpunkte. Es geht um Stolz.“ Es gehe darum, die eigene Flagge zu repräsentieren und ein Vermächtnis zu hinterlassen und neue Generationen zu inspirieren während man die früheren ehrt. Man werde von etwas angetrieben, „das Geld nicht kaufen kann: von Bestimmung, Brüderlichkeit und Verantwortlichkeit“.
Finanzielle Frage mit symbolischer Wucht
Finanziell wären Rahm und Hatton durchaus in der Lage, diesen Preis zu zahlen. Rahm soll in zwei Jahren bei LIV rund 76 Millionen Dollar verdient haben, zusätzlich zu einem geschätzten Wechselbonus von über 200 Millionen Dollar. Hatton kommt auf etwa 22 Millionen Dollar sowie einen Bonus von rund 60 Millionen Dollar.
Die sechs Millionen Dollar an Strafen würden dabei ein Vielfaches dessen ausmachen, was amerikanische Spieler beim letzten Ryder Cup erhalten haben. Gerade deshalb wäre das Bezahlen der Strafen mehr als eine Formalie. Es wäre ein starkes Signal und eine erhebliche finanzielle Leistung zu Gunsten von Team Europa.
From Broadway to Bethpage Black, New York was built on the backs of Europeans 🇪🇺#TeamEurope | #OurTimeOurPlace pic.twitter.com/dgmfNTb41P
— Ryder Cup Europe (@RyderCupEurope) September 29, 2025