PGA Tour

Nach Hirn-OP und PTSD: Gary Woodland feiert emotionalen Sieg auf der PGA Tour

30. Mrz. 2026 von Alexandra Caspers in Houston, Texas (USA)

Mit diesen Schlägern gewann Gary Woodland die Houston Open. (Foto: Getty)

Mit diesen Schlägern gewann Gary Woodland die Houston Open. (Foto: Getty)

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Houston, Texas. Ein Sonntagnachmittag im März, und Gary Woodland geht das 18. Fairway des Memorial Park Golf Course entlang. An seinen Füßen: bunte Schuhe, gestaltet von einem jungen Mädchen namens Ceci, das einen Hirntumor bekämpft. Auf der Seite des Schuhs steht ein einziges Wort: Courage.

Es war das passende Symbol für einen Tag, der sich über Monate, ja Jahre aufgebaut hatte.

PGA Tour: Wie der Sonntag in Houston entschieden wurde

In die vierte Runde ging Woodland gemeinsam mit dem 25-jährigen Dänen Nicolai Højgaard, beide vier Schläge vor dem restlichen Feld an der Spitze. Auch der Australier Min Woo Lee lauerte im Hintergrund. Es war ein Duell, das nicht lange dauerte: Højgaard leistete sich bereits am ersten Loch einen Bogey, während Woodland die frühen Löcher ruhig durchspielte und sich von ungünstigen Gegebenheiten wie einem Lip-Out und einem unglücklichen Bounce nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Dann kamen die Löcher, die den Unterschied machten. Ein Birdie an der fünften Bahn, ein 7-Meter-Putt an der siebten. Von Loch sieben bis neun spielte Woodland drei Birdies in Serie und sein Vorsprung auf Hojgaard wuchs auf sechs Schläge an.

Die zweite Neun spielte Woodland mit einem Augenmerk auf Sicherheit: Fairwaymitte, Grünmitte, ein bewusstes Layup am Par-5 der 16. Bahn. Er beendete die Runde mit 67 Schlägen und fünf Schlägen Vorsprung. Auf der 18. Bahn verfehlte er zwar das Grün, verwandelte aber den abschließenden Par-Putt souverän. Als der Ball fiel und das Publikum seinen Namen rief, kamen die Tränen.

Woodland: „Hatte das Gefühl, als würden mir tausend Kilo vom Rücken fallen"

Was diesen Sieg in einem besonders emotionalen Licht erscheinen lässt, sind die Umstände, die ihm vorausgingen. Im August 2023 wurde bei Woodland eine Läsion im Gehirn diagnostiziert, die auf jenen Teil drückte, der Angst und Unruhe steuert. Im September folgte die Operation.

Die Operation war erfolgreich, aber die schwere Zeit nicht vorbei. Woodland kämpfte mit PTSD, mit Angstattacken ohne Vorwarnung, mit einer inneren Unruhe, die sich durch Leistung allein nicht besiegen ließ. Erst vor wenigen Wochen sprach er in einem Interview mit Golf Channel offen darüber und schilderte von der Belastung, unter der er seine Golfrunden verbrachte.

„Ich kann keine Energie mehr damit verschwenden, das zu verstecken", sagte Woodland. Seine Probleme mit der Öffentlichkeit zu teilen, scheint ihm eine große Erleichterung beschert zu haben. „Ich hatte das Gefühl, als würden mir tausend Kilo vom Rücken fallen", sagte er nach seiner Auftaktrunde in Houston. Und auch das Publikum stand hinter ihm und feierte seinen ersten Tour-Sieg seit fast sieben Jahren, der erste seit Woodland 2019 die US Open in Pebble Beach gewann.

Es ist ein großer Moment des Lohns nach diesen schweren Zeiten, bringt Woodland obendrein eine Einladung für das Masters nächste Woche, aber der Sieg ist keinesfalls ein Beweis dafür, dass er all seine Probleme hinter sich gelassen hat. „Das ist einfach wieder ein Tag, an dem ich weiterheilen muss", sagte Woodland nach seinem Sieg. „Heute war ein guter Tag. Aber ich werde weiter kämpfen."

⛳ Aktuell

📅 26.03.2026 - 29.03.2026
📍 Memorial Park Golf Course

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16.04.2026

Für die deutschen Teilnehmer verlief das Turnier deutlich unspektakulärer: Stephan Jäger beendete die Texas Children's Houston Open auf dem geteilten 28. Platz nach einer turbulenten Finalrunde, die trotz fünf Bogeys nur mit einem Schlag über Par zu Ende ging. Matti Schmid landet auf Rang 74 nach zwei schwierigen Tagen am Wochenende mit 75 und 74 Schlägen.

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