Schottland: Sturm verwandelt 450 Jahre alten Links-Course in Sandwüste
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Schottland: Sturm verwandelt 450 Jahre alten Links-Course in Sandwüste

Video: Ein Sturm in Schottland begräbt einen der ältesten Golfplätze unter einer Sandschicht. So bedroht der Klimawandel schon heute den Golfsport.

Das zweite Fairway des Montrose Golf Links ist nach einem Sturm vollkommen von Sand bedeckt. (Foto: Twitter.com/@GOLF_com)
Das zweite Fairway des Montrose Golf Links ist nach einem Sturm vollkommen von Sand bedeckt. (Foto: Twitter.com/@GOLF_com)

Den Greenkeepern des Montrose Golf Links steht eine schwere Aufgabe bevor. Sturm Deirdre fegte am Wochenende über Schottland hinweg und verwandelte den 450-Jahre alten Links-Course im Osten Schottlands in eine reinste Sandwüste. Der Wind blies den Sand vom nahegelegenden Strand über den Platz und begrub die zweite Bahn vollständig unter einer Sandschicht.

Montrose Golf Links unter Sand begraben

Dieses Ereignis ist nur eine Reihe von Vorkommnissen, die mit dem Klimawandel zusammenhängen und den Golfplatz bedrohen. Der Montrose Golf Links bestand Aufzeichnungen zufolge schon im Jahr 1562 und ist damit der fünftälteste Platz der Welt. Wenn keine Schritte unternommen werden, um die Küstenerosion aufzuhalten, droht der Verlust oder zumindest die grundlegende Veränderung dieses geschichtsträchtigen Kurses.

Die Greenkeeper verbrachten Tage damit, die Bunker mit Schaufeln vom Sand zu befreien. Die Fairways werden mit Hilfe eines industriellen Gebläses entsandet werden müssen. Darren McLaughlin, der seit 22 Jahren auf dem Montrose Golf Links arbeitet, erklärte der schottischen Zeitung The Courier: "Das ist ein Ergebnis der Küstenerosion. Die Dünen wandern in Richtung des Golfplatzes." McLaughlin hofft, mit den Bildern und dem Video die Aufmerksamkeit auf das Problem lenken zu können. In den vergangenen 30 Jahren, sei die Nordsee dem Platz aufgrund des steigenden Meeresspielgels 70 Meter näher gekommen, berichtet The Courier.

Der Klimawandel - Eine reale Bedrohung für den Golfsport

Bereits im Feburar sprach Montrose-Links-Direktor Chris Curnin mit dem Courier über die Probleme: "Wenn der Meeresspiegel steigt und die Küste wegbricht haben wir keinen Ausweg mehr. Der Klimawandel wird häufig als ein Problem von Morgen angesehen, aber er frisst jetzt schon unseren Platz." In einem richtigen Sturm könnten sie innerhalb weniger Tage fünf bis zehn Meter des Golfplatzes verlieren. Wenn es keine Geldmittel für den Schutz der Dünen gäbe, müsse man den Golfplatz ins Inland verlegen. "Das würde bedeuten ein Stück Golfgeschichte zu verlieren, die wir nie wieder zurück bekommen."

Das Interview mit Curnin war Teil einer Berichterstattung über eine "Game Changer"-Studie, die untersucht hat, wie Sportarten, darunter auch Golf und insbesondere Links-Golf, vom Klimawandel betroffen sind. The Courier zitierte dafür auch Steve Isaac, Direktor für Golfplatzmanagement beim R&A: "Ich glaube, Golf ist vom Klimawandel mehr betroffen als jede andere Sportart mit Ausnahme von Skifahren. Man spürt die Auswirkungen an der höheren Zahl von unspielbaren Löchern, Plätzen die im Winter geschlossen werden und die Unterbrechungen von Profiturnieren. Die zukünftige Bedrohung ist sehr real." Der Montrose Links bekommt die Auswirkungen schon heute zu spüren.

 



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