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Späte Anerkennung mit Einschränkungen
Fünf Jahre nach ihrer Gründung wird die LIV Golf League erstmals in das System des Official World Golf Ranking (OWGR) aufgenommen. Künftig erhalten Spieler Weltranglistenpunkte für ihre Platzierungen bei LIV-Turnieren. Allerdings erfolgt die Einstufung lediglich als sogenanntes „Small Field Tournament“. Die Konsequenz: Nur die Top 10 eines Turniers sammeln Punkte, während alle weiteren Platzierungen leer ausgehen. Dabei ist die Punktevergabe nicht durchweg gering. Der Sieger eines LIV-Events erhält teilweise sogar mehr Zähler als bei einzelnen Turnieren der DP World Tour. Dennoch bleibt das Gesamtvolumen begrenzt, was vor allem Spieler außerhalb der Top 10 betrifft. Genau hier setzt die Kritik vieler Spieler an.
OWGR verweist auf strukturelle Defizite
Das OWGR begründet die restriktive Bewertung mit mehreren Punkten, die aus Sicht der Ranglistenorganisation nicht den etablierten Standards entsprechen. In einer Stellungnahme wurde insbesondere die „Selbstauswahl der Spieler“ kritisiert, da viele Akteure rekrutiert werden würden, statt sich sportlich zu qualifizieren. Auch teaminterne Wechsel auf Basis von Nationalität statt Leistung sowie frühere Formate mit weniger als 72 Löchern spielten eine Rolle bei der Entscheidung. Aus Sicht des OWGR handelt es sich um eine regelkonforme, aber vorsichtige Integration. Die Verantwortlichen betonen, dass die Einstufung nicht wertend, sondern systembedingt sei. Ein Argument, das bei LIV Golf jedoch nur bedingt auf Zustimmung stößt.
LIV Golf und Spieler zwischen Erleichterung und Frust
Die Liga selbst begrüßt zwar den „Moment der Anerkennung“, hält die Umsetzung jedoch für unverhältnismäßig. Besonders die Begrenzung auf die Top 10 sorgt für Unmut. LIV argumentiert, dass konstante Leistungen jenseits dieser Schwelle nicht gewürdigt würden. Ein elfter Platz werde statistisch wie ein deutlich schlechteres Ergebnis behandelt, obwohl die sportliche Leistung oft nur minimal unter der Top 10 liege.
Jon Rahm, einer der prominentesten Gesichter der Liga, bringt diese Ambivalenz deutlich zum Ausdruck. „Ja, es ist toll, dass wir Punkte bekommen“, sagte der Spanier in einer LIV-Übertragung. Gleichzeitig kritisierte er, dass LIV nicht wie andere Touren behandelt werde. Besonders problematisch sei die OWGR-Formel: Spieler ab Rang elf erhielten keine Punkte, der Turnierstart gehe jedoch in die Berechnung ein und verschlechtere den Schnitt. „Für manche ist das gut, für andere könnte es sogar dazu führen, dass sie Weltranglistenpunkte verlieren“, so Rahm.
Dabei hatte sich der Major-Sieger zuvor vehement für die Umstellung auf 72 Löcher eingesetzt mit dem Ziel, die Voraussetzungen für OWGR-Punkte zu erfüllen. Dass die Anerkennung nun nur eingeschränkt erfolgt, verstärkt seinen Frust, auch wenn er den Schritt grundsätzlich begrüßt.
Geteilte Meinungen im LIV-Lager
Auch andere Spieler äußern sich differenziert. Ian Poulter spricht von einem überfälligen Moment: „Zu allererst ist es gut, dass LIV nach all den Jahren anerkannt wird.“
Martin Kaymer sieht ebenfalls Fortschritte, weist jedoch darauf hin, dass Platzierungen zwischen Rang 11 und 15 bei vielen Events sehr starke Leistungen seien, die nun unbeachtet blieben.
Charles Howell III fasst die Stimmung pragmatisch zusammen: Es sei ein guter Start, auch wenn die Menge der Punkte nicht zufriedenstelle. Er ergänzt zutreffend, dass beschränkte Punkte besser sind als keine Punkte.
The 2026 LIV Golf League season is officially up and running in Riyadh 🔥 @JonRahmOfficial #LIVGolfRiyadh | @LegionXIIIgc pic.twitter.com/Jo0A1itR0u
— LIV Golf (@livgolf_league) February 4, 2026