Golf in Indonesien: Senayan National Golf Club - Oase in der Megacity
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Golf in Indonesien: Senayan National – Oase in der Megacity

Mitten im Herzen Jakartas liegt ein kurzer aber intensiver Golfplatz, der Senayan National Golf Club. Die Anreise ist weit, aber lohnt sich.

Der Senayan National Golf Club im Herzen der indonesischen Hauptstadt Jakarta. (Foto: Golf Post)
Der Senayan National Golf Club im Herzen der indonesischen Hauptstadt Jakarta. (Foto: Golf Post)

Im Herzen Jakartas, der Haupstadt des Inselstaates Indonesien, liegt mit dem Senayan National Golf Club eine grüne Oase. Rund herum bilden Wolkenkratzer die Kulisse des Kurses, doch auf dem Platz selbst ist man umgeben von tropischer Natur, die vor allem morgens die Gelegenheit bietet, bunten Vögel und großen Echsen zu begegnen. Während den Einheimischen auf ihren Golfplätzen hauptsächlich das Geschäft wichtig ist, kann man als Tourist auf dem kuscheligen Par-70 eine Menge Spaß haben.

Denn zu anspruchsvoll ist der 4832 Meter (Herren-Tees) lange Par-69-Kurs nicht. Vor allem in seiner Kürze liegt die Chance auf einen guten Score. Doch wie könnte ein Golfplatz mitten im dicht bebauten Jakarta auch länger sein? Es grenzt an ein Wunder, dass hier überhaupt eine Fläche überlebt hat, die nicht bebaut wurde. Doch in der Enge liegt gleichzeitig eine Schwierigkeit, die man vor allem dann nicht außer Acht lassen sollte, wenn man sich am Rande des Kurses bewegt. Viel Spielraum nach links oder rechts geben die Bahnen, die an Straßen und Hochhäuser grenzen, nicht.

Das Clubhaus des Senayan National Golf Club in Jakarta. (Foto: Golf Post)

Das Clubhaus des Senayan National Golf Club in Jakarta. (Foto: Golf Post)

Wasser beherrscht den Senayan National Golf Club

Überhaupt ist der Kurs recht schmal. Da viele der Bahnen zudem schnurgerade sind, ist es vor allem die Längenkontrolle, die beim Angriff auf die Fahne entscheidend ist. Am Rande der Fairways erfreut europäische Augen insbesondere die tropische Vegetation. Sie wird hauptsächlich vom Grogol River mit Wasser versorgt. Der Club legt wert darauf, dass das Nutzwasser gereinigt wieder zurückgelangt. Und auch einige Bälle werden dabei wohl herausgefischt werden müssen, denn der Fluss kreuzt diverse Bahnen. Insgesamt sind 14 Bahnen mit Wasserhindernissen ausgestattet und fast jedes Grün wird durch Bunker geschützt.



Mit etwas Glück erhöht eine der 220 weiblichen Caddies des Clubs ihr Spielvergnügen. Jede der Damen ist geschult und kennt den Platz wie ihre Westentasche, gibt hilfreiche Tipps zu Drive-Landezonen und Breaks auf den Grüns. Nicht jede von ihnen ist in "Plauderlaune", doch für gute Schläge werden sie sicherlich ein Lob hören. Im besten Fall erfahren sie entlang der Fairways sogar etwas über das Leben in und um Jakarta von einer Einheimischen. Ein Bonus, der dem Autor glücklicherweise zuteil wurde.

Hochhäuser und sattes Grün prägen den Golfplatz im Herzen Jakartas. (Foto: Golf Post)

Hochhäuser und sattes Grün prägen den Golfplatz im Herzen Jakartas. (Foto: Golf Post)

Die Geschichte des Senayan National Golf Club

Als Teil eines großen Stadtentwicklungsplans wurde der heutige Senayan National Golf Club als Kebayoran Golf Course 1968 gegründet. Erst in den 1980er Jahren wurde die 9-Loch-Anlage um zehn Hektar erweitert und zu dem Par-69-Kurs, der noch heute erste Anlaufstelle für die golfenden Angestellten des Business-Districts ist. Die Erweiterung der 80er Jahre spührt man bis heute. Front und Back Nine wirken nicht sehr homogen, sondern wie zwei verschiedene Plätze, die zu einem gemacht wurden. 2012 wurde der gesamte Club einer Schönheitskur unterzogen, vom Clubhaus über die Infrastruktur bis zur Spielfläche wurde unter Leitung von Robert Moore Jr. alles renoviert und optimiert. So findet sich mittlerweile neben zwei Restaurants, einem Weinkeller und einem Proshop auch ein Frisör ("Birdie Cut Barbershop") auf dem Clubgelände - alles an die Bedürfnisse der Geschäftsmänner Jakartas angepasst.

Greenfee und Preise

Unter der Woche kostet das Greenfee im Senayan National Golf Club zwischen 500.000 und 700.000 Indonesische Rupiah (zwischen 30-50 Euro). Am Wochenende muss man 2.000.000 Rupiah (rund 120 Euro) berappen. Hinzu kommen die Kosten für einen obligatorischen Caddie, was weitere 150.000 Rupiah (ca. 10 Euro) ausmacht. Zudem erwarten die Caddies ein Trinkgeld von mindestens 200.000 Rupiah (ca. 12 Euro). Wer sich unter Flutlicht auf Jakartas zentralstem Golfplatz austoben möchte, was täglich beim Nachtgolf möglich ist, kann dies für 650.000-850.000 Rupiah (zw. 40-55 Euro) tun. Für die große Mehrheit der Einheimischen sind das unbezahlbare Preise, für den reisefreudigen Golfer hingegen beinahe Schnäppchen.

Jakarta - Megacity in den Tropen

Kulturell und architektonisch bietet die 10-Millionen-Stadt, die als Metropolregion sogar 30 Millionen Menschen zählt, viele Facetten. Vor allem in den letzten Jahren ist man um Modernisierung bemüht. Viele Galerien und Museen laden Besucher ein, auch wenn die meisten Exponate sicherlich nicht den Rang haben, den Städte von vergleichbarer Größe bieten. Ein "Must-see" ist die "Masjid Istiqlal", die Unabhängigkeitsmoschee, welche die drittgrößte der Welt ist. Hier werden auch Besucher, die nicht zum Beten kommen, sehr freundlich in Empfang genommen und können sich nach einer kurzen Einführung auch frei in dem muslimischen Gotteshaus bewegen. Gleich um die Ecke liegen mit der Gereja Kathedrale und "Monas", dem Nationalmonument Indonesiens, zwei weitere Sehenswürdigkeiten, die man nicht auslassen sollte.



Das größte "Erlebnis" in Jakarta, wie an vielen anderen Orten Südostasiens auch, ist und bleibt das Leben, das sich auf den Straßen abspielt. Nach wie vor ist es geprägt von den Gegensätzen zwischen arm und reich. Menschen ziehen barfuß mit Handkarren an kolonialen Villen vorbei, Kinder waschen in Bottichen am Rande von Bahnstrecken im Schatten der gläsernen Bürotürme ihre Kleidung - keine seltenen Anblicke, wenn man sich traut, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Als Europäer, der zu Fuß in der Stadt unterwegs ist, kann man sich übrigens als absoluter Exot bezeichnen und darf sich nicht wundern, wenn man abseits der Malls und Sehenswürdigkeiten um ein Foto gebeten wird.

Masjid Istiqlal - Die Mosche wurde zur Unabhängigkeit Indonesiens gestiftet und ist die drittgröte der Welt. (Foto: Golf Post)

Masjid Istiqlal - Die Mosche wurde zur Unabhängigkeit Indonesiens gestiftet und ist die drittgröte der Welt. (Foto: Golf Post)

Golf Post besuchte Indonesien und die beschriebenen Golfclubs auf Einladung der indonesischen Botschaft in Berlin. Der Text beschreibt ausschließlich die Eindrücke des Autors.



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