Doping im Golf: Vijay Singh ist nicht der erste Doping-Fall im Golf
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Vijay Singh ist nicht der erste Dopingfall im Golf

Der Doping-Fall Vijay Singh hat den Golfsport in Aufruhr versetzt. Das Thema wurde bislang kleingeredet, Vorfälle sind kaum bekannt.

Doping im Golfsport
Anti-Doping-Kontrolle: Wird sie im Golfsport gewissenhaft durchgeführt? (Foto: Getty)

Das sogenannte „Deer Antler Spray“ ist Vijah Singh zum Verhängnis geworden. Der ehemalige Golf-Weltranglistenerste von den Fidschis hatte die Einnahme des Sprays, das Wachstumshormone von neuseeländischem Wild enthält, zugegeben und damit eine Debatte über ein Thema losgetreten, das lange keines war: Doping im Golf.

Der erste und einzige Doping-Fall im Golfsport

Bis heute gibt es nur einen Fall, der öffentlich bekannt wurde. Im Jahr 2009 wurde dem US-Amerikaner Doug Barron die zweifelhafte Ehre zuteil, der erste Doping-Sünder in der Golf-Geschichte geworden zu sein. Der damals 40-Jährige wurde wegen der Einnahme des Beta-Blockers Propranolol und Testosteron-Dopings ein Jahr von der PGA gesperrt, da beide Substanzen auf der im Juli 2009 verabschiedeten Verbotsliste der PGA stehen.

Anders als in Sportarten wie dem Radsport, der Leichtathletik oder dem Gewichtheben, in denen Doping das Tagesgeschehen mitbestimmt und regelmäßig Top-Stars und Medaillengewinner des Dopings überführt werden, war Barron kein großer Name im Golf. In seiner Karriere verdiente er 3,23 Millionen US-Dollar, seit 2007 erspielte der alternde Pro auf der PGA Tour aber kein Preisgeld mehr.

Doug Barron vor Gericht chancenlos

Nach seiner Verurteilung versuchte Doug Barron vor Gericht gegen die Sperre vorzugehen – erfolglos. Bei dem Prozess in Memphis stellte sein Anwalt die Behauptung in den Raum, dass „eine signifikante Zahl“ von Spielern ebenfalls positiv auf die Einnahme verbotener Substanzen getestet worden seien, seit die PGA und die European Tour im Juli 2008 Dopingtests eingeführt hatten.

Die PGA Tour wies diese Anschuldigungen als haltlos zurück und wiederholte stattdessen, dass ihr Anti-Doping-Programm transparent und praktikabel sei. Fakt ist, dass die Sanktionen für überführte Spieler sehr stark divergieren. Von einer Sperre, über eine Geldstrafe, den Abzug von Punkten bis zu einem kompletten Freispruch ist alles möglich. Zudem behält sich die PGA vor, ob sie die Öffentlichkeit über Doping-Fälle informiert.



Gary Player weist 2007 auf dopende Golfer hin

Und auch wenn der Fall Barron für den Spieler letztendlich in einer Niederlage endete, waren durch den Prozess die Aussagen von Gary Player wieder omnipräsent. Der ehemalige südafrikanische Golfstar hatte vor der British Open im Jahr 2007 behauptet, dass einige Golfer zu unerlaubten Mitteln greifen würden. Er gehe von mindestens zehn Profis aus, die wachstumsfördernde Hormone, Steroide und Kreatin einnähmen. Kontrollen gab es zu dieser Zeit nicht und auch heute scheinen sie nur unzureichend zu sein.

Aktuelles Beispiel ist der Fall Singh. Zwar hatte die PGA Tour ihre Spieler im August 2011 vor dem Gebrauch des „Deer Antler Spray“ gewarnt. Tests auf Wachstumshormone, wie sie in dem Spray enthalten sind, werden auf der US-Tour aber nicht durchgeführt. Man habe keinen geeigneten Test, heißt es offiziell.

Singh erklärte, er habe das Mittel „einige Monate“ genommen. „Ich habe aber zu keinem Zeitpunkt gewusst, dass da irgendeine Substanz enthalten ist, die gegen die Anti-Doping-Regeln der US-Tour verstößt“, sagte der 49-Jährige. Singh ist nach Barron der zweite öffentlich gewordene Dopingfall auf der PGA Tour, aber mit dem ehemaligen Weltranglisten-Ersten wurde der erste Star „überführt“. Die PGA wird sich genau überlegen müssen, wie mit diesem Vorfall umgeht.


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4 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Michael Jacoby

    Mich würden wissenschaftlich ermittelte Zusammenhänge interessieren welche Auswirkungen Doping auf Putten, Chippen und Pitchen hätte. Sind grössere Muskeln hier für bessere Ergebnisse ursächlich? Können sie das überhaupt im Golfsport sein ?

    Antworten

    • Lukas Stelmaszyk

      Hallo Herr Jacoby, in meinen Augen spielt eine stärkere Muskulatur bei Präzisionsschlägen wie Putten, Chippen und Pitchen eine maximal untergeordnete Rolle. Hier sind eher Betablocker von Vorteil, die eine beruhigende Wirkung haben. Ich empfehle Ihnen dazu den zweiten Teil zum Thema „Doping im Golf“, den Sie am Dienstag exklusiv hier bei Golfpost.de finden.

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