Vertragsende mit McIlroy: Titleist bleibt seiner Linie treu
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Vertragsende mit McIlroy: Titleist bleibt seiner Linie treu

Erst Mickelson, dann Woods, jetzt McIlroy. Titleist lässt seine Zugpferde ziehen und setzt auf breite Basis - das ist gut für den Golfsport.

Auf dem deutschen Ausrüster-Markt ist der Wettbewerb in jedem Jahr knallhart: Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas(Titleist) und sein Gegenspieler – der amerikanische Tycoon Nike - balgen sich um die begehrtesten Mannschaften und Sportler der Szene. Jüngstes Objekt der Begierde: Deutschlands Fußball-Multikulti Mesut Özil, der als „Freeagent“ im Champions League-Spiel seines Klubs Real Madrid eine Halbzeit lang Nike-Schuhe testete und in der anderen Hälfte in Adidas-Tretern auflief.

Nur die Besten für Nike

Den Vorgang, die beherrschenden Sportler ihres Fachs unter Vertrag zu nehmen ist beim „Swoosh“-Konzern Nike tief in der Unternehmens-Philosophie verankert: Einst Lance Armstrong im Radsport, Matador Roger Federer im Tennis und eben im Golfsport die lange Jahre dominierende Figur Tiger Woods.

Im Golfsport besitzt der amerikanische Hersteller Nike zwar nicht die größte Geschichte, wirbt jedoch ähnlich aggressiv um die wenigen Galionsfiguren. Als neustes Zugpferd des Konzerns hat, so zumindest die Gerüchteküche, Nike den aktuell herrschenden Akteur des Golfsports auserkoren – den Weltranglistenersten Rory McIlroy, dessen Vertrag bei Titleist zum Saisonende ausläuft. Von einem 250-Millionen-Dollar-Paket ist in den Medien die Rede.

Das Kerngeschäft sind weiter die Titleist-Bälle

Titleist lässt mit Rory McIlroy nach Sergio Garcia, David Duval, Phil Mickelson und Tiger Woods bewusst den nächsten Top-Golfer ziehen und scheut somit ein Wettbieten mit Nike. Und das aus gutem Grund: Man muss wissen, dass Titleist im Gegensatz zu Nike als Marke der Acushnet Company tief im Golfsport verwurzelt ist. Schon sei 1948 spielt die Mehrzahl der Spieler auf der PGA Tour mit Titleist-Bällen. Die hochwertigen Bälle bilden das Kerngeschäft der Marke: Jährlich rund 850 Millionen Golfbälle von Titleist gehen über die Ladentheke. Das färbt natürlich auf die Qualität der anderen Titleist Produkte ab, wie zum Beispiel von Bags und Schlägern; diese gehören nachweislich zur absoluten Elite, was Ausrüstung im Golfsport angeht.

Fünf der Top 16 der Welt unter Titleist-Ägide

Es ist eine Grundsatzfrage: Lieber einen einzelnen Sportler mit einem Millionen Dollar dotierten Ausrüstervertrag ausstatten, oder sich weiter in der Breite positionieren? Bei Titleist hat man sich bewusst dazu entschieden, die strahlenden Testimonials ziehen zu lassen und die nächsten potenziellen Top-Golfer zu fördern. Damit tut Titleist nicht nur den Nachwuchsprofis einen Gefallen, sondern auch dem sportlichen Niveau des gesamten Golfsports. Denn je mehr Sportler gefördert werden, desto gleichberechtigter und spannender der Wettbewerb. Kaum vorzustellen, wie es wäre, wenn alle Sponsoren den gleichen Spielern Geldspritzen zugestehen würden - langweiliger ginge es kaum.



Bei Titleist sind 80 der besten Golfspieler der Welt unter Vertrag, welche ausschließlich Bälle des Herstellers verwenden. Außerdem werden mit Adam Scott, US Open-Champion Webb Simpson, Jason Dufner, Steve Stricker und Nick Watney fünf Spieler der 16 weltbesten Golfer voll von Titleist ausgestattet.

Wally Uihlein von Titleist sieht es gelassen

Daher passt es auch ins Bild, dass Geschäftsführer Wally Uihlein die Situation gelassen sieht: „Rory war für uns ein großer Botschafter. Wir sind sehr stolz, dass unser Equipment zu seinem sportlichen Erfolg beigetragen hat. Wir wünschen Rory für die Zukunft privat und sportlich nur das Beste."