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Die Open: Als Walter Hagen dem Bürgermeister die Schau stahl

The Open Championship ist das älteste aller vier Majors. Golf Post mit einer Auswahl von Höhepunkten, Fakten und Anekdoten.

Walter Hagen bei einem Show-Match 1937. (Foto: Getty)
Walter Hagen bei einem Show-Match 1937. (Foto: Getty)

1860, Prestwick

Auf zwölf Löchern wird der Nachfolger von Allan Robertson als bester Golfer Schottlands ausgespielt. Willie Park gewinnt den Meisterschafts-Gürtel, der Lokalmatador, Platzarchitekt und spätere "Golf-Allvater" Old Tom Morris, den Colonel James Ogilvie Fairlie in St. Andrews abgeworben hat, wird bloß Zweiter. Es war die Geburtsstunde der Open Championship.

1870, Prestwick

Young Tom Morris siegt zum dritten Mal in Folge und darf den Gürtel behalten. Beim vierten Erfolg 1872 geht er ohne Trophäe nach Hause, weil der Claret Jug noch nicht fertig war. Im Jahr zuvor fiel die Open mangels Pokal sogar ganz aus.

1873, St. Andrews

Tom Kidd gewinnt die erstmals auf einem 18-Loch-Platz ausgetragene erste Open in St. Andrews. Als Erster hält der Schotte auch die neue Trophäe in Händen, der erste Name auf dem Sockel des Claret Jug ist aber 1872er-Sieger Tom Morris Jr.

1892, Muirfield

Die Open wird erstmals über 72 Loch (vier Runden) ausgetragen.

1902, Royal Liverpool

Sandy Herd hat sich den neuen, um einen Kern gewickelten Haskell-Ball aus den USA schicken lassen und schlägt damit die etablierte „Gutty“-Garde, die noch das "Auslaufmodell" Guttapercha-Ball benutzt.

1904, Royal St. Georges

Die Open wird für die nächsten 62 Jahre an drei Tagen gespielt, mit einem 36-Loch-Finale am Schlusstag. J. H. Taylor spielt die erste 68er-Runde auf 18 Loch der Golf-Geschichte.



1909, Royal Cinque Ports

Das Business hält in Form eines Ausstellungsbereichs Einzug: Hersteller und Händler preisen in Zelten ihre Golf-Produkte an.

1914, Prestwick

Der große Harry Vardon gewinnt im Alter von 44 Jahren zum sechsten Mal die Open und ist damit Rekord-Sieger.

1922, Royal St. Georges

Die Reporter liefern sich ein Wettrennen ins nahegelegene Sandwich, um eine Sensation in die USA zu funken: Endlich hat mit Walter Hagen der erste gebürtige Amerikaner triumphiert.

1924, Royal Liverpool

Besagter Hagen, immer für eine große Show zu haben, bemerkt beim Verlassen des Hotels in Liverpool eine öffentliche Ansprache des Oberbürgermeisters. Uneingeladen klettert er zum Würdenträger aufs Podium, um in die Menge zu winken und sich feiern zu lassen.



1926, Royal Lytham & St Annes

Erstmals müssen Zuschauer Eintritt zahlen. Die Ticket-Inhaber sehen den Erfolg von Bobby Jones, den er in der Schlussrunde an der 17 mit einem sensationellen Mashie-Niblick (Eisen 8-9) aus dem Fairway-Bunker über 155 Meter Ginster und Rough aufs Grün vorbereitet.

1927, St. Andrews

Weil aus dem Vorjahr noch Geld übrig war, ist der Eintritt frei! Bobby Jones wird nach seinem zweiten von drei Open-Triumphen (1930, Grand Slam) von den begeisterten Zuschauern auf Schultern vom 18. Grün getragen.

1935, Muirfield

Zufälle gibt‘s: Während Tennis-Ass Fred Perry in Wimbledon siegt, gewinnt Alf Perry, weder verwandt, noch verschwägert“, gegen Hagen und Co. sein einziges großes Golf-Turnier.

1950, Royal Troon

Der erste Deutsche macht von sich reden: Herman Tissies braucht an der 115 Meter langen Acht, der berühmten „Postage Stamp“, 15 Schläge. 1973 spielt der 71-jährige Gene Sarazen an dem Par-drei ein Ass, tags drauf locht der Erfinder des Sand Wedges aus dem Bunker zum Birdie ein.

1951, Royal Portrush

Die einzige Open außerhalb Englands und Schottlands wird von der BBC im Radio übertragen. Sieger Max Faulkner mit seiner Vorliebe für bunte Kleidung darf als Vorgänger von Fowler, Daly und Co. gelten.

1953, Carnoustie

Amerikas „Ice Man“ Ben Hogan reist zu seiner einzigen Open Championship über den großen Teich und holt sich prompt in Carnoustie den dritten Majortitel der Saison und damit die bis heute unerreichte „Triple Crown of Golf“. Drei Majors in Serie schaffte bislang nur noch Tiger Woods, als er 2000 die US und die British Open sowie die PGA Championship gewann.

1955, St. Andrews

Beim zweiten von insgesamt fünf Erfolgen wird der Australier Peter Thomson live im Fernsehen gezeigt.

1966, Muirfield

Die Open findet jetzt von Mittwoch bis Samstag statt. Jack Nicklaus macht mit seinem ersten Sieg den Karriere-Grand-Slam perfekt, was außer ihm nur Gene Sarazen (1935), Ben Hogan (1953), Gary Player (1965) und Tiger Woods (2000) erreicht haben.

1969, Royal Lytham & St Annes

Nach 17 Siegen von Golfern aus Übersee stellt der Engländer Tony Jacklin als „Champion Golfer of the Year“ die britische Open-Ehre wieder her.

1975, Carnoustie

Tom Watson gewinnt im Play-off die erste seiner fünf Open. 1977 liefert er sich in Turnberry mit Nicklaus das legendäre „Duel in the Sun“. Watson spielt das Wochenende in 65-65, Nicklaus in 65-66.

1978, St. Andrews

Jack Nicklaus gewinnt seine dritte Open Championship und macht gleichzeitig zum dritten Mal den Karriere-Grand-Slam, den Gewinn aller vier Majors, perfekt.

1980, Muirfield

Die Open findet ab sofort von Donnerstag bis Sonntag statt

1987, Muirfield

Bei einer kalten, regnerischen und nebligen Open wird Nick Faldo für 18 Pars in der Schlussrunde auf der Claret Jug verewigt. Sir Nick beschäftigt den Graveur auch 1990 und `92.

1995, St. Andrews

Während John Daly sich auf der Schlussrunde den Ball mit einem grandiosen Schlag aus dem Road-Hole-Bunker aufs Grün befördert und damit den Grundstein für seinen Sieg legt, bringt die gefürchtete Sandgrube am 17. Grün seinem Widerpart im Stechen, Costantino Rocca, endgültig die Play-off-Niederlage. Der Italiener braucht drei Schlage, um sich zu befreien, hat aber schon vorher mit seinem 18-Meter-Putt auf dem 18. Grün und der anschließenden „Jubel-Extase“ Golfgeschichte geschrieben.

1999, Carnoustie

Jean van de Velde leistet sich DEN Black-out der Open-Historie: Rund um den Barry Burn am 18. Loch „verzockt“ der Franzose eine Drei-Schläge-Führung und verliert im Stechen gegen Paul Lawrie. Dabei hatte der Graveur des R&A Van de Veldes Namen schon auf den Claret Jug gestanzt.

2000, St. Andrews

Mit konsequentem Eisenspiel und ohne einmal in einem der 112 Bunker zu liegen stellt Tiger Woods bei der Jahrtausend-Open einen neuen Ergebnisrekord auf (-19) und macht gleichzeitig seinen Karriere-Grand-Slam perfekt.

2009, Turnberry

Am Schauplatz des „Duel in the Sun“ von 1977 könnte der 59-jährige Tom Watson erneut mit Harry Vardon gleichziehen und verliert die sechste Open erst im Play-off gegen Stewart Cink.

2010, St. Andrews

Beim 150. Geburtstag der Open Championship heißt der Sieger Louis Oosthuizen (Südafrika). Rory McIlroy schießt zum Auftakt bei idealen Bedingungen eine 63, was die Granden des R&A hektisch über bauliche Veränderungen nachdenken lässt, um den Old Course für 2015 schwieriger zu machen.

2012, Royal Lytham & St Annes

Adam Scott macht den Van de Velde. Mit einem Bogeys auf jedem der vier letzten Löcher verspielt der Australier eine komfortable Führung von vier Schlägen. Im Clubhaus wird Ernie Els, zwei Flights vor Scott gestartet, dank seines Birdie auf der 18 zum neuen Champion Golfer of the Year, kann sich aber über den Sieg mit einem Schlag Vorsprung nicht recht freuen, "weil man nicht Nutznießer eines solchen Kollapses sein will".

2013, Muirfield

Unter sengender Sonne und auf einem hitzegedörrten knallharten Parkett gewinnt Phil Mickelson sein fünftes Major. Diese erste Open Championship macht "Lefty" zum Aspiranten auf den Karriere-Grand-Slam, den er wegen seins US-Open-Traumas mit sechs zweiten Plätzen vermutlich ebenso nie schaffen wird wie Lee Westwood einen Majorsieg. Der Engländer war nie so dicht dran wie mit seiner 54-Loch-Führung von Muirfield.

2015, St. Andrews

Die 144. Open Championship war geprägt vom Hype um Jordan Spieth, der nach Masters- und US-Open-Gewinn mindestens auf der Route zur Triple Crown und für viele sogar auf dem Weg zum Grand Slam war. Während mit Rory McIlroy (Knöchelverletzung vom Fußball) erstmals seit Ben Hogan 1954 der Titelverteidiger nicht antrat, verpasste Spieth auf der wegen zahlreicher wetterbedingten Pause am Montag ausgetragenen Finalrunde am Ende um einen Schlag das letztlich von Zach Johnson gewonnene Play-off und wurde geteilter Vierter.

2016, Royal Troon

Auf den historischen Links an Schottlands Südwestküste liefern sich Henrik Stenson und Phil Mickelson ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Claret Jug, das dem "Duel in the Sun" von 1977 in nichts nachsteht. Nach einigem Gerangel um die Spitze hat am Ende der schwedische "Iceman" dank 63 Schlägen (-8) mit einem neuen Open-Championship-Rekord von 264 Schlägen (-20) die Nase vorn.

2017, Royal Birkdale

Mit einem schier unmöglichen Schlag von der Driving Range in Richtung 13. Grün von Royal Birkdale hält Jordan Spieth seinen US-Landsmann Matt Kuchar auf Abstand und gewinnt nach Masters und US Open 2015 sein drittes Major. Der Siegerscheck von 1,175 Millionen Pfund wird erstmals in der Open-Historie in Dollar ausgezahlt.

2018, Carnoustie

Es ist das Jahr des Francesco Molinari: Erst krönt sich der Italiener, ohnehin einer der besten Ballstriker der Welt, auf den brettharten Tanzdielen des "Mörderkurses" von Carnoustie mit einer Bogey freien Finalrunde zum Champion Golfer of the Year, kurz darauf wird er beim Ryder Cup von Paris im Duett mit Tommy Fleetwood (Mollywood) zum Garanten des Siegs von Thomas Björns europäischer Equipe.



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