Niemand weiss, wie knapp einer der berühmtesten Golfer der Welt 2016 um eine Gefängnisstrafe herumkam. Öffentlich bekannt ist nur, worum es damals ging: um umgerechnet eine Million Franken netto. Phil Mickelson hatte sie an der Börse verdient. Dabei war nicht alles mit rechten Dingen zugegangen; Mickelson betrieb Insiderhandel. Dieser ist nicht nur in den USA verboten. Die Aktientipps hatte ihm Billy Walters zugesteckt, ein langjähriger Bekannter, über den der wettverrückte Golfprofi in den Jahren davor viele seiner Transaktionen abgewickelt hatte - und bei dem er damals enorme Schulden angehäuft hatte. In seinen Memoiren, die Walters in Kürze auf den Markt bringen wird, ist nicht nur von 100 Millionen Franken kumulierten Verlusten die Rede. In der Summe soll Mickelson, der auf den Ausgang von Football-, Basketball- und Baseballspielen wettete und natürlich nicht nur verlor, oft genug gewann, mit seinen Wetteinsätzen eine Milliarde Franken riskiert haben.
Mickelson lässt sich zitieren, er habe nie ein Geheimnis aus seiner Spielsucht gemacht. Im Gegenteil: Mickelson schrieb, er habe irgendwann "dafür die Verantwortung übernommen" und sich gezielt in Therapie begeben. Das dürfte dazu beigetragen haben, dass ihn die Börsenaufsicht mit Samthandschuhen anfasste und es bei einer hohen Busse beliess. Walters hingegen bekam fünf Jahre Haft aufgebrummt und sass einen Teil der Strafe ab, ehe ihn Donald Trump am letzten Tag seiner Präsidentschaft im Januar 2021 das letzte Jahr im Rahmen eines Gnadenakts erliess.
Andere wie John Daly, Gewinner der PGA-Championships 1991 und des British Open 1995, gerieten jedoch an den Rand des Bankrotts. In seiner vor 15 Jahren erschienenen Autobiographie schrieb Daly, der auch mit Alkoholproblemen kämpfte: "Wenn ich meine Wettleidenschaft nicht unter Kontrolle bekomme, wird mich das total ruinieren." Die erlittenen Verluste schätzte er auf umgerechnet rund 50 Millionen Franken.