Adventures in Golf bei einem Meister der Golfschläger-Schmiedekunst
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Adventures in Golf bei einem Meister der Golfschläger-Schmiedekunst

Erik Anders Lang ist einem Geheimnis auf der Spur: Trifft er mit Adventures in Golf den Mann, der Schläger für Tigers ersten Masters-Sieg hergestellt hat?

Adventures in Golf besucht die japanische Edelschmiede Miura. (Foto: Youtube.com/@Skratch)
Adventures in Golf besucht die japanische Edelschmiede Miura. (Foto: Youtube.com/@Skratch)

In der letzten Folge der dritten Staffel Adventures in Golf zieht es Erik Anders Lang dorthin, wo es eine lange Tradition im Schmieden von Samurai Schwertern gibt: Nach Himeji in Japan. Doch Lang interessiert sich für Waffen der anderen Art - Golfschläger natürlich. Genauer gesagt die Eisen von Katsuhiro Miura. Seine Schläger würden von Profispielern verehrt werden und es heißt sogar, Miura hätte die Schläger für Tigers ersten Masters-Sieg gefertigt.

Lang hat sich in den Kopf gesetzt herauszufinden, ob das stimmt. Aber bevor er den Schlägerhersteller trifft ist Lang doch nervös, besonders aufgrund der kulturellen Unterschiede. "Ich mache bestimmt irgendetwas falsch."

Miura erzählt Lang von seiner Leidenschaft für die Herstellung von Golfschlägern, besonders für Eisen. "Die Köpfe von Eisen haben dünne Stellen, dicke Stellen, breite und schmale Stellen, die insgesamt das Aussehen des Schlägers ergeben. All diese Formen werden unter den selben Bedingungen aus Eisen gemacht. Die Balance variiert in Abhängigkeit von Design und Stil. Das fand ich sehr spannend."

Streben nach Perfektion

Bereits mit 16 Jahren fing Miura an in einer Fabrik zu arbeiten und Schläger herzustellen. Aber er sah, was er als einen Fehler im Herstellungsprozess betrachtete und gründete seine eigene Firma. Im Gegensatz zu anderen Herstellen, die den Stahl nur zwei Mal schlagen, werden die Köpfe von Miura ein drittes Mal geschlagen, wodurch die Struktur des Stahls so dicht wird, wie bei keinem anderen Hersteller. Das ist nur möglich, weil Miura selbst eine Spin-Forge-Technologie entwickelt hat, und den Hosel am Schlägerkopf zu befestigen.

Miura erweist Lang eine besondere Ehre und bietet ihm an, einen Schläger für ihn zu bauen. Ganz der Meister, der er ist, lässt er Lang erst einen Ball nach dem anderen schlagen, um den perfekten Schläger zufinden. Dafür nutzt Miura keinen Trackman oder eine andere Technologie - mit seiner jahrzentelangen Erfahrung vertraut er voll und ganz auf das Geräusch und das Gefühl. Lang bekommt auf einer Tour durch die Fabrik mit eigenen Augen zu sehen, wie die Schläger hergestellt werden.



Dort trifft er Miuras Söhne, die bei ihrem Vater gelernt haben und selbst Meister ihres Faches sind. Trotzdem fühlen sie immer noch den prüfenden Blick ihres Vaters. Es ist insbesondere dessen Streben nach Perfektion, dass sie unter Druck setzt. "Er hat einen Willen aus stahl. wenn er etwas entschieden hat, dann setzt er das durch." Das mache es nicht immer einfach, mit ihm zu arbeiten, sagt Shinei Miura. Aber es sei auch hilfreich, mit jemanden zusammenzuarbeiten von dem man lernen kann, erzählt Yoshitaka Miura.

Beim Schleifen der Schläger werden Unebenheiten ausgeglichen. Hier geht jeder Schlägerkopf durch die Hände von Miura persönlich. Auf einen Lieblingsschläger will er sich nicht festlegen. "Jeder, den ich mache ist sehr gut."

Stammen Tiger Woods' Masters-Schläger von Miura?

Zuletzt stellt Lang die Frage, die ihm von Anfang an auf der Zunge brannte: Hat Miura die Schläger gemacht, die Tiger zu seinem Masters-Sieg 1997 verholfen haben? Die Antwort stellt Lang nicht ganz zufrieden: "Wir bekommen Bestellungen von Titleist Japan und liefern einige Schlägersorten an sie. Wohin die Schläger danach gehen, wissen wir nicht", sagt Miura. Aber auch sein Sohn Yoshitaka gibt keine eindeutigere Antwort: "Das Gerücht habe ich auch gehört", sagt er und lacht.

Mit einer Antwort wird Lang also nicht aus Japan nach Hause zurückkehren, dafür aber mit einem neuen Schläger, den er auf einer Runde mit dessen Macher einweiht. "Ich habe gelernt, was es bedeutet, sein Herz und seine Seele in etwas hineinlegt, um daraus das Bestmögliche zu machen. Es bringt nichts, Abkürzungen zu nehmen, um zu meistern, was man sich vorgenommen hat. Denn am Ende des Tages ist man nur sich selbst zur Rechenschaft verpflichtet."



Adventures in Golf

Die Skratch-Serie "Adventures in Golf" erzählt inzwischen bereits in der dritten Staffel die ungewöhnlichsten Golfgeschichten - die unkonventionellsten Arten des Golfspielens, die interessantesten Plätze und die spannendsten Menschen und Projekte in der Golfbranche weltweit - Erik Anders Lang trägt sie alle zusammen.