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Es war mehr als ein Golfsieg. Als Gary Woodland am Sonntag auf dem 18. Grün des Memorial Park Golf Course den abschließenden Putt versenkte und den Kopf hob, sah man in seinem Gesicht nicht den Jubel eines Champions, sondern die Erleichterung eines Mannes, der sich zurückgekämpft hat. Mit -21 und fünf Schlägen Vorsprung gewann der 41-Jährige die Texas Children's Houston Open 2026. Sein erster PGA-Tour-Sieg seit 2019. Und bei weitem sein bedeutsamster.
Gary Woodland: Erleichterung durch seinen Schritt in die Öffentlichkeit
„Top to bottom so gut gespielt wie selten auf Tour", sagte Woodland in der Pressekonferenz nach seiner Runde. Doch was ihn an diesem Wochenende trug, ging weit über Schwungtechnik und Putting-Form hinaus. Woodland leidet seit seiner Gehirnoperation an PTSD. Erst vor wenigen Wochen war er damit an die Öffentlichkeit gegangen, in einem emotionalen Interview, das er selbst als einen der schwersten Schritte seines Lebens beschreibt. Aber der Effekt ist sichtbar.
„Das hat mir eine große Last von den Schultern genommen. So konnte ich meine Energie dort einsetzen, wo ich sie brauche, nämlich bei mir selbst und darauf, auf mich selbst zu achten." Später fügte er hinzu: "Jetzt, wo die Leute wissen, womit ich zu kämpfen habe, konzentriere ich meine Energie darauf, meinen Herzschlag zu verlangsamen und meine Gedanken zu beruhigen. Das ist schwer, wenn ich versuche, Dinge zu verbergen."
Freitag: Die Stunde, die keiner sehen sollte
Dass der Sieg überhaupt möglich war, verdankt Woodland auch einem Moment, den die meisten Zuschauer nicht mitbekamen. Am Freitag, auf den letzten zehn Löchern, gerieten Zuschauer hinter den Seilen zu nah an ihn heran. Woodland wurde extrem hypervigilant.
„Wenn es diese Woche nicht die Tour-Sicherheitsleute und meinen Sicherheitsmann Zach gegeben hätte, würde ich jetzt auf keinen Fall hier sitzen. Ich war ein Wreck. Ich bin zum Scoring gegangen, habe geweint, mich gesammelt und war in der Lage, wieder rauszugehen."
Er betonte, wie wichtig es war, dass er diesmal um Hilfe gebeten hatte. „Letztes Jahr hätte ich das nicht gemacht. Hätte ich die Tour-Sicherheitsleute nicht darum gebeten, hätten sie sich nicht so für mich eingesetzt. Ich bin ihnen unendlich dankbar."
Gary Woodland revealed he had a moment this week where people behind the ropes got too close to him and he got hypervigilant.
"I'll tell you this, if it wasn't for Tour security and my security, Zach, this week, there's no way I'm sitting here right now. I was a wreck the last… pic.twitter.com/vCJbOEfh04
— Cameron Jourdan (@Cam_Jourdan) March 29, 2026
Die Menschen hinter dem Champion
Woodland sprach ausführlich über sein Umfeld. Seine Frau Gaby – „sie führt das Schiff. Wenn sie untergeht, geht das ganze Schiff unter" – hat ihn durch die dunkelsten Phasen getragen. Drei Kinder zu Hause, ihr Mann wochenlang an der Westküste, und sie wusste genau, wann er in einem schlechten Ort war.
Trainer Randy Smith, mit dem Woodland seit seiner Rookie-Saison 2009 zusammenarbeitet, kehrte auf Betreiben Gabys zurück. „Sie sagte mir: Ich hab mich 16 Jahre nie eingemischt – aber ruf Randy an." Beim Colonial vor eineinhalb Jahren redeten die beiden erstmals wieder. Woodland brach dabei in Tränen aus. Heute sagt er: „Was Randy für mich abseits des Golfplatzes tut, ist unvergleichlich."
Caddie Brennan „Butchy" Little, seit über zehn Jahren an seiner Seite, hätte jederzeit zu einem anderen Spieler wechseln können. Stattdessen blieb er. „Er ist einer der besten Caddies da draußen. Aber er blieb an meiner Seite. Das Selbstvertrauen, das mir das gibt – und das Vertrauen – darauf bin ich sehr stolz und ich bin sehr froh, dass er an meiner Seite ist."
Ein Schuh, ein Versprechen
Besondere Bedeutung hatte der Sieg auch durch den Veranstaltungsort selbst: Das Texas Children's Hospital gibt Kindern Hoffnung. Woodland trug Schuhe, die von Ceci, einem Mädchen, das seit sieben Jahren selbst gegen einen Hirntumor kämpft, mitgestaltet wurden. „Ich trage diese Schuhe mit Stolz. Ich bin stolz, in ihrem Team zu sein."
Was jetzt kommt
Der Sieg öffnet Woodland die Türen zu den Major Championships. Seine Exemption war abgelaufen – jetzt ist er qualifiziert für das Masters und die PGA Championship. „Das Ziel hier draußen ist, in Majors zu spielen. Ich freue mich wahnsinnig darauf."
Doch der letzte Satz, den er in der Pressekonferenz sagte, fasste alles zusammen: „Von dem Moment an, als man mir sagte, was in meinem Kopf ist, habe ich mir geschworen: Ich werde es nicht gewinnen lassen." Am Sonntag in Houston hat er das bewiesen.