Panorama

Bauchfrei auf der LET: Erneut sorgt Outfit für Diskussionen

26. Mrz. 2026 von Annika Kauffmann in Köln, Deutschland

Annabell Fuller polarisiert auf der LET zuletzt mit ihrem Outfit. (Foto: Getty)

Annabell Fuller polarisiert auf der LET zuletzt mit ihrem Outfit. (Foto: Getty)

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Starkes Ergebnis gerät in den Hintergrund

Annabell Fuller lieferte beim LET Turnier in Australien ab. Die 23-jährige Engländerin spielte sich auf Rang sieben und sicherte ihr bislang bestes Ergebnis der Saison. Doch anstatt für ihre Leistung gefeiert zu werden, rückte schnell ein anderes Thema in den Fokus: ihr Outfit.

Fuller trat im Skort und einem bauchfreien Top mit Kragen an. Ein Look, der in sozialen Medien rasch die Runde machte. Während viele Fans den modernen, athletischen Stil lobten, entbrannte gleichzeitig eine hitzige Debatte über Angemessenheit und Regelkonformität nicht zuletzt, weil kurzem erst Matti Schmid ins Zentrum der Diskussion um die Outfit Etikette geraten ist und Kritik für seinen Players-Championship-Auftritt einstecken musste.

LET Regelwerk lässt Interpretationsspielraum

Der Kern der Diskussion liegt im Regelwerk: Grundsätzlich ist Kleidung erlaubt, solange sie Teil einer offiziellen Golfkollektion ist. Fullers Outfit stammt vom Ausrüster Adidas, der das Modell als „Beyond the Course Crop Top“ vermarktet als ein Kleidungsstück, das sowohl auf dem Platz als auch in der Freizeit getragen werden soll.

Doch genau hier beginnt die Grauzone. Einerseits erfüllt das Top formal die Vorgaben, andererseits schreiben die Regeln vor, dass Kleidung „angemessen“ sein muss. Explizit untersagt sind etwa Tanktops und Oberteile, die die Taille freilegen, was bei einem Crop Top ohne Frage der Fall ist. Ob dies trotzdem zulässig ist, nur weil es von einem Hersteller offiziell als Golfoberteil beworben wird, bleibt die entscheidende Frage.

Fuller selbst zeigt sich gelassen: „Viele Mädchen haben in den letzten Jahren auch bauchfreie Tops getragen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum meines so viel Aufsehen erregt hat“, erklärte sie. Dabei berichtet sie gegenüber GolfDigest weiter, dass sie bisher keine Strafe für ihre Outfits erhalten habe und ihr dies auch bei anderen Spielerinnen nicht bekannt ist.

Doppelmoral im Golfsport?

Interessant ist zudem der Vergleich zu anderen Fällen: Als der deutsche Profi Matti Schmid kürzlich mit einem nicht in die Hose gesteckten Hemd auftrat, wurde dies teils als respektlos gegenüber dem Sport gewertet. Die Reaktionen auf Fullers Outfit fallen hingegen deutlich wohlwollender aus. In sozialen Medien überwiegt die Meinung, dass Spielerinnen tragen sollten, worin sie sich wohlfühlen. Bei Schmid war der verbreitete Ton unter den internationalen Golffans hingegen ein anderer. Dort forderten viele Fans, dass er sich an das Regelwerk halten müsse, welches vorgibt, dass die Spieler in angemessener Weise auftreten müssen. Daher drängt sich die Frage auf, ob hier bei einer eigentlich gleichen Regel ein unterschiedlicher Bewertungsmaßstab von Fans und auch den einzelnen Touren angeführt wird.

Fuller setzt auf Komfort und Selbstbewusstsein

Für Fuller selbst steht ohnehin der Sport im Vordergrund. Sie betont, dass athletisch geschnittene Kleidung ihr in der Schwungbewegung Vorteile verschafft und sie sich dadurch freier fühlt.

Gleichzeitig sieht sie auch eine größere Chance für den Golfsport: „Ich denke, hübsche Kleidung, die feminin, süß und sportlich zugleich ist, macht Golf für Mädchen und Frauen attraktiver und motiviert sie, mitzumachen.“
Dass ihr Stil polarisiert, ist ihr bewusst. Doch solange bleibt sie ihrer Linie treu: „Solange ich mich wohlfühle und mit mir selbst zufrieden bin, spiele ich auch gerne.“

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