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Shane Lowry mit sicherer Führung für 15 Löcher
Es war angerichtet für den großen PGA Tour Triumph. Als Führender ging Shane Lowry in die Finalrunde des Cognizant Classic – selbstbewusst, fokussiert, mit einem klaren Ziel vor Augen. Und lange Zeit sah alles nach einem souveränen Start-Ziel-Sieg aus. Doch am Ende stand nicht der ersehnte Pokal, sondern bittere Enttäuschung. Wieder einmal.
Lowry begann den Finaltag kontrolliert. Zwei Schläge unter Par auf den Front Nine brachten ihn in eine komfortable Position. Der Ire wirkte stabil, spielte präzise Eisen und zeigte Nervenstärke auf den Grüns. Spätestens als er auf den Back Nine ein Eagle und drei Birdies in nur fünf Löchern notierte, schien der Sieg praktisch sicher. Die Konkurrenz geriet ins Hintertreffen, Lowry hatte das Turnier im Griff so schien es.
Die verhängnisvolle Wende auf der 16
Dann kam Loch 16. Ein Moment, der das gesamte Turnier kippte. Lowrys Abschlag driftete nach rechts direkt ins Wasserhindernis. Mehr als ein Doppelbogey war nicht mehr zu retten. Plötzlich war die bis dahin makellose Finalrunde angeknackst.
The Bear Trap bites the leader 💦
Nursing a three shot lead, Shane Lowry's tee shot on 16 finds the water @The_Cognizant.
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— PGA TOUR (@PGATOUR) March 1, 2026
Doch es sollte noch schlimmer kommen. Auf der 17 wiederholte sich das Drama. Erneut verzog Lowry seinen Drive deutlich nach rechts, erneut landete der Ball im Wasser. Das zweite Doppelbogey in Folge und ein Novum in seiner Karriere. Noch nie musste Lowry zwei Doppelbogeys in Folge notieren. Vier Schlagverluste innerhalb von zwei Löchern öffneten das Feld wieder und ließen die sicher geglaubte Führung schmelzen.
The Bear Trap strikes again 💦
Shane Lowry's tee shot at 17 finds the water, and a second straight double drops him two back of the lead.
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— PGA TOUR (@PGATOUR) March 1, 2026
"Ich hatte das Turnier in meinen Händen und habe es weggeschmissen" fasste der zweitplatzierte Lowry zusammen. „Ich würde sagen, beim letzten Mal (in Dubai) wurde ich geschlagen. Heute habe ich mich selbst geschlagen“, fügte er selbstkritisch hinzu. Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison verspielt er eine Führung am Finaltag durch ein kostspieliges Doppelbogey. „Ich habe unfassbar gespielt heute, und ein schlechter Schlag an der 16 bringt mich komplett raus. Das ist mir noch nie passiert.“
Zweifel an den Abschlussqualitäten?
Die erneute Enttäuschung wirft zwangsläufig Fragen auf. Hat Shane Lowry ein Problem damit, Turniere zuzumachen? Die Statistik nährt zumindest Zweifel: In den vergangenen 13 Turnieren, in denen er als einer der Top drei in die Schlussrunde startete, gelang ihm nur ein Sieg. Trotz mehrfacher Top-5-Ergebnisse, vier in den letzten fünf Jahren bei diesem Event fehlt nach wie vor der letzte Schritt zum Sieg beim Cognizant Classic.
Dabei war diesmal vieles anders. Lowry spielte über weite Strecken herausragendes Golf, dominierte phasenweise das Feld. Umso bitterer, dass zwei missratene Abschläge alles zunichtemachten.
Die Enttäuschung war ihm deutlich anzusehen. „Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Ich hatte das Turnier in meinen Händen und habe es weggeworfen“, sagte Shane Lowry. Besonders emotional wurde er, als er über seine Motivation sprach: „Ich wollte es nur für meine Tochter gewinnen. Alles andere ist mir egal. Ich wollte nur ihre kleinen roten Haare über das 18. Grün rennen sehen. Das wäre das Besonderste der Welt für mich gewesen.“
Es sind Worte, die zeigen, wie viel für ihn auf dem Spiel stand. Doch erneut bleibt für Shane Lowry nur die Erkenntnis: Golf verzeiht keine Fehler und die nächste Startzeit wartet schon.