Panorama

Rory McIlroy äußert Zweifel an der Zukunft von LIV Golf

02. Jan. 2026 von Jean Heidbüchel in Neuss, Deutschland

Rory McIlroy im Podcast von "The Overlap" über die Zukunft von LIV Golf. (Foto: youtube.com/The Overlap)

Der Nordire Rory McIlroy äußerte in einer über 60-minütigen Podcast-Folge der Serie „Stick to Football“ des englischen Kanals "The Overlap", die am Freitag erschienen ist, Zweifel an der langfristigen Zukunft der LIV Golf League. Die Liga wird vom saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) finanziert. McIlroy sprach in dem Podcast über seine grundsätzliche Haltung zu LIV Golf und erklärte, warum er keinen persönlichen Bezug zu dieser Liga habe. Zudem ging er auf die Möglichkeit ein, dass ehemalige Spieler der PGA Tour wieder zurückkehren könnten.

Der fünffache Major-Sieger und einer der schärfsten Kritiker von LIV Golf seit deren Gründung im Jahr 2022 äußerte die Vermutung, dass der PIF darüber nachdenken könnte, die neu gegründete Liga vollständig einzustellen, sollte das Projekt langfristig keine Gewinne abwerfen. McIlroy sagte dazu: „Ich weiß es nicht, aber wenn LIV es nicht schafft, die Zuschauer zu begeistern, und sie so viel Geld in dieses Projekt investiert haben, ohne dass es sich auszahlt, weiß ich nicht, wie lange sie das noch durchhalten können.“

Auch wenn LIV-Golf-CEO Scott O’Neil Ende Oktober 2025 bekannt gab, dass die Liga in den vergangenen zehn Monaten Sponsorengelder in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro eingenommen habe, bleibt weiterhin unklar, ab wann Gewinne erzielt werden könnten. Der Newsletter „Money in Sport“ prognostizierte bereits im Mai 2025, dass die Investitionen des saudi-arabischen Staatsfonds PIF bis Ende 2025 auf fünf Milliarden US-Dollar anwachsen würden. Im darauffolgenden Oktober wurde zudem bekannt, dass die britische Niederlassung der Liga zwischen ihrem Start und Ende 2024 bereits einen Gesamtverlust von 1,1 Milliarden US-Dollar verbucht hatte. Davon entfielen allein 450 Millionen US-Dollar auf das Jahr 2024.

McIlroy: „Mir gefällt nicht, was LIV Golf mit unserem Sport gemacht hat“

„Mir gefällt nicht, was LIV Golf mit unserem Sport gemacht hat, weil es diese massive Spaltung verursacht hat. Ich habe beim letzten Mal in diesem Podcast gesagt, dass ich vielleicht etwas zu voreilig mit meinen Urteilen über die Jungs war, die dorthin gegangen sind, denn nicht jeder befindet sich in der gleichen Lage wie ich“, sagte McIlroy und ergänzte: „Wenn man das Doppelte an Geld für die gleiche Arbeit angeboten bekommt, ist es irgendwie schwer, abzulehnen.“

Gleichzeitig glaubt McIlroy, dass LIV Golf bei Fans und Zuschauern bislang keinen nachhaltigen Anklang gefunden habe, betonte jedoch, dass die Liga durchaus einige positive Elemente enthalte. Er bezeichnete sich selbst als „Traditionalisten“ und vermutete, dass ihn dies in seiner Denkweise einschränke. Dennoch sagte er: „Sie kamen ins Spiel und sagten: ‚Wir werden anders sein, wir werden dies sein, wir werden das sein.‘ Selbst die Tatsache, dass sie nun von 54 auf 72 Löcher umgestellt haben, um Weltranglistenpunkte zu erhalten, ist so, als würde man einfach das tun, was alle anderen auch tun.“ Und weiter: „Was ist denn nun anders – abgesehen vom Geld?“

Rory McIlroy über LIV-Golf-Rückkehrer und den Ryder Cup 2025

Auch zum Thema einer möglichen Rückkehr ehemaliger LIV-Spieler zur PGA Tour – wie zuletzt bei Brooks Koepka nach vier Jahren LIV Golf – äußerte sich McIlroy gelassen: „Ich denke, sie haben ihre Konsequenzen bereits getragen“, sagte er und führte weiter aus: „Sie haben zwar viel Geld verdient, mussten aber auch die Folgen tragen, wenn man bedenkt, welchen Ruf sie verloren haben und was sie durch ihren Wechsel eingebüßt haben.“

Zum Ryder Cup 2025 fand McIlroy ebenfalls deutliche Worte: „Ein Sieg als Team ist ein ganz anderes Gefühl, als ein Turnier allein zu gewinnen. Man kann ihn viel mehr genießen und gemeinsam feiern“, sagte er im Podcast. Gleichzeitig betonte er, dass eine Teamkonstellation auch einen besonderen Druck erzeugen könne, auf dem Platz Leistung zu bringen. Man könne „nicht mit der gleichen Freiheit spielen“. Zu den Zuschauern beim Ryder Cup 2025 auf dem Black Course des Bethpage State Parks im Großraum New York äußerte sich McIlroy besonders kritisch und bezeichnete sie als die mit Abstand schlechtesten Fans, die er in seiner gesamten Karriere erlebt habe.


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