Es war ein Abend, der in zwei Akte hätte unterteilt werden können. Erst dominierte Jupiter Links Golf Club, angeführt von einem mutigen Akshay Bhatia und unterstützt von Tiger Woods an der Seitenlinie. Nach vier gespielten Löchern eine schon klare Entwicklung: die überraschende 3:1-Führung für das Team in Tiger Red. Doch dann änderte sich der Ton im SoFi Center. Ein Regelverstoß in Kombination mit einer strategischen Entscheidung – und plötzlich gehörte das Match ganz dem New York Golf Club. Mit sieben umgekonterten Punkten drehte das Team um Cameron Young und Rickie Fowler die Partie komplett und feierte den ersten TGL-Sieg seit dem Playoff-Auftakt der Vorsaison.
TGL: Jupiter Links startet mit Schwung – Tiger Woods als Taktiker
Der Auftakt ins vierte Match der TGL-Saison gehörte ganz klar Jupiter Links Golf Club. Akshay Bhatia, als Ersatzmann für den verletzten Tiger Woods nominiert, schlug als erster Linkshänder in der TGL überhaupt den Eröffnungsschlag und legte mit einem Drive über 270 Meter direkt vor. Tiger, der sein Team von außen unterstützte, warf direkt den Hammer – New York nahm nicht an, Jupiter ging mit 1:0 in Führung. Auf Loch 2 legte Kevin Kisner nach, bevor New York sich auf Loch 3 zurückmeldete, als Cameron Young den Ball auf knapp 70 Zentimeter an die Fahne spielte. Bhatia erhöhte auf 3:1 mit einem Birdie auf dem vierten Loch, dem offiziellen Team Hole von Jupiter, genannt „The Jup Life“. „Es war großartig, mit Max, Kis und Tiger da draußen zu sein“, sagte Bhatia später. Doch der frühe Schwung hielt nicht lange.
Momentumwechsel nach Shot-Clock-Verstoß auf Loch 5
Der weitere Verlauf des Matches kippte schrittweise ab Loch 5. Dort kassierte Kisner eine Shot-Clock-Strafe – erst der zweite Verstoß dieser Art in der TGL –, der direkt einen Punktverlust bedeutete. „Ich dachte, es gäbe eine Pause wegen eines Regelfalls. Dann hieß es plötzlich: noch sieben Sekunden. Ich war nicht bereit“, sagte Kisner. Er sei davon ausgegangen, dass das Spiel kurz unterbrochen sei, weil New York währenddessen eine Entscheidung erhielt, während er sich auf seinen Putt vorbereitete. Erst zu spät habe er bemerkt, dass die Uhr bereits fast abgelaufen war. „Offensichtlich hätten wir eine Auszeit nehmen sollen“, sagte Kisner. „Ich dachte, ich würde den Putt noch mit sieben Sekunden Restzeit spielen können, aber ehrlich gesagt hat mir in meinem ganzen Leben noch nie jemand gesagt, dass ich einen Putt innerhalb von sieben Sekunden schlagen muss.“ Jupiter hatte zu diesem Zeitpunkt noch Zugriff auf das Match, verlor aber in dieser Phase den Rhythmus.
New York nutzte die Situation, holte langsam auf und ließ Jupiter in der Folge keine Chance mehr. Loch 6 ging an Young mit einem 274-Meter-Abschlag und einem Wedge auf sechs Meter. Mit einem weiteren Punkt auf Loch 8 im Rücken konnte Fowler dann zum Birdie auf Loch 9 lochen – 5:3.
Hammer-Einsatz auf Loch 13 bringt New York den Sieg
Als Jupiter auf Loch 13 einen letzten taktischen Versuch wagte und den Hammer warf, stand es 6:3 für New York. Der Punkt zählte doppelt – ein mögliches Comeback für Jupiter? Doch die New Yorker, allen voran Rickie Fowler, ließen keinen Zweifel aufkommen. Aus knapp vier Metern lochte er zum Birdie und entschied das Match endgültig. 8:3. „Es war schön, nach der Pause wieder reinzukommen. Wir haben viel besser gespielt als in unserem ersten Match“, so Fowler nach dem Duell.
Rickie with the match-winning putt for @nygolfclub pic.twitter.com/LazVZeLDo1
— TGL (@TGL) January 14, 2026
New York hatte zum Auftakt gegen Atlanta verloren und davor die beiden Finalpartien der Vorsaison. Mit dem Sieg gegen Jupiter endet diese Negativserie. „Man hat gesehen, wie wichtig es ist, taktisch sauber zu arbeiten“, sagte Cameron Young. „Wir haben ruhig reagiert, als wir hinten lagen.“
Tiger Woods blieb während des gesamten Matches an der Seite seines Teams, agierte über Funk und mischte sich aktiv in die Kommunikation ein. „Zuzuschauen ist stressiger als zu spielen“, erklärte er. Die Rolle als taktischer Unterstützer für Jupiter möchte er weiter erfüllen, solange er noch an seiner Rückkehr arbeitet.