Panorama

PGA-Tour-Profi Pat Perez: „Ich hätte nie gedacht, das noch einmal zu erleben“

09. Feb. 2026 von Jean Heidbüchel in Neuss, Deutschland

Platz eins und zwei der Weltrangliste: Scottie Scheffler und Rory McIlroy. (Foto: Getty)

Platz eins und zwei der Weltrangliste: Scottie Scheffler und Rory McIlroy. (Foto: Getty)

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Der 49-jährige Amerikaner Pat Perez gewann drei Titel auf der PGA Tour und nahm in den 2000er und 2010er Jahren auf verschiedenen Major-Turnieren teil, wo er sich meist auf dem vorderen Teil des Leaderboards platzieren konnte. Im Jahr 2022 wechselte Perez zu LIV Golf, bis sein Vertrag 2025 nicht mehr verlängert wurde. Derzeit wirkt Perez bei LIV Golf als Kommentator mit und ist erst kürzlich wieder auf die PGA Tour aufgenommen worden, nachdem er aufgrund seines vorherigen Engagements gesperrt gewesen war. Perez ist 1997 Profi geworden und spielte viele Profi-Turniere gemeinsam mit Tiger Woods. In einem Podcast von Golf's Subpar sprach Perez nun über die aktuelle PGA-Tour-Szene und gab zu, dass er nicht erwartet hätte nochmals so einen dominanten Spieler wie Tiger Woods zu erleben und kam in dem Gespräch auf Scottie Scheffler und Rory McIlroy zu sprechen.

Ein Maßstab namens Tiger Woods

Pat Perez kennt den Maßstab, an dem im Golfsport alles gemessen wird, aus erster Hand. Tiger Woods ist nur zwei Monate älter als er selbst, und ihre Wege kreuzten sich schon früh. „Ich habe ihn kennengelernt, als wir acht Jahre alt waren. Ich habe mein ganzes Leben gegen ihn gespielt“, erinnert sich Perez. Über all die Jahre habe er nie wirklich geglaubt, dass ein Spieler auftauchen könnte, der eine ähnliche Dominanz ausstrahlt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich jemanden sehen würde, der auch nur annähernd so gut ist – natürlich nicht im selben Stil –, aber genauso dominant.“

Perez erlebte in seiner Karriere, wie neue Talente auftauchten, gefeiert wurden und wieder verschwanden. Für ihn gab es lange Zeit nur einen Namen, der theoretisch in Tigers Nähe kommen konnte – und das war nicht Scottie Scheffler. „Ich bin immer noch der Meinung, dass Rory vom reinen Talent her Tiger am nächsten kommt“, sagt Perez offen. Gleichzeitig macht er keinen Hehl daraus, wie unerreichbar Woods’ Erfolge aus seiner Sicht bleiben: „Ich glaube nicht, dass jemals jemand 82 Siege erreichen wird.“

Pat Perez: „Ich kann kaum fassen, wie weit Scottie Scheffler sich abgesetzt hat.“

Umso bemerkenswerter findet Perez Schefflers aktuellen Lauf. Nicht nur wegen der Resultate, sondern wegen der Art und Weise, wie der Weltranglistenerste damit umgeht. „Scottie ist anders. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich bewundere seine Herangehensweise“, erklärt er. Schefflers Fokus wirke beinahe schon minimalistisch: „Es geht einfach nur um Golf. Nach Hause. Familie. Kein Schnickschnack. Er macht sein Ding und geht nach Hause.“ Für Perez entsteht dadurch fast der Eindruck, als sei sich Scheffler der historischen Dimension seiner Leistungen gar nicht bewusst.

Den Vergleich mit Woods scheut Perez dennoch nicht. Er erinnert sich an Schläge, die nur Tiger möglich schienen. „Tigers Schläge waren manchmal völlig unberechenbar. Er hat einmal im Dunkeln einen Wedge über einen Baum bis auf 30 Zentimeter an die Fahne geschlagen. Das war einfach unglaublich.“ Doch auch Scheffler besitze diese besondere Qualität – wenn auch auf seine eigene, kontrolliertere Art. „Ich kann kaum fassen, wie weit er sich vom Rest abgesetzt hat“, sagt Perez. Und fasst Schefflers Präsenz in einem Satz zusammen: „Wenn der Typ zum Abschlag geht, weiß man, dass er am Ende ganz vorne mit dabei sein wird.“

Scottie Scheffler steht mit weitem Abstand zum Zweitplatzierten Rory McIlroy auf dem ersten Platz der Weltrangliste. Auch wenn Scheffler beim jüngsten Saisonauftakts-Turnier der PGA Tour, der WM Phoenix Open, mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte, konnte er am Finaltag sein Comeback auf dem Leaderboard feiern und sicherte sich schlussendlich T3.

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