Panorama

Paige Spiranac und Golf: Liebe, Frust und Therapie auf der Range

04. Mrz. 2026 von Helena Llambi in Köln, Deutschland

aige Spiranac spricht offen über ihre Love Hate Beziehung zu Golf. (Foto: Getty)

aige Spiranac spricht offen über ihre Love Hate Beziehung zu Golf. (Foto: Getty)

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Paige Spiranac ist für viele das bekannteste Gesicht des Social Golf Universums. Mehr als vier Millionen Menschen folgen ihr allein auf Instagram, ihre Reichweite geht längst weit über klassische Golf Medien hinaus. Doch ausgerechnet die Sportart, die ihr diese Bühne gegeben hat, ist für sie kein Dauerlächeln, sondern ein echtes Wechselbad.

Golf als Therapie und Trigger zugleich

In einer Fragerunde auf Instagram beschrieb Spiranac ihre Beziehung zu Golf als kompliziert und überraschend ehrlich. „Ich habe immer gesagt, Golf ist der Grund, warum ich in Therapie bin und gleichzeitig ist es meine Therapie“, sagte sie. Golf kann sie derart frustrieren, dass man am liebsten die Schläger in die Ecke stellt, und im nächsten Moment ist genau dieser Sport der Ort, an dem der Kopf wieder ruhig wird. Sie beschreibt das sehr konkret: Wenn Stress oder Frust hochgeht, sei kaum etwas entspannender, als auf die Range zu fahren, Musik anzumachen und einfach Bälle zu schlagen.

Der Kern ist dieses typische Golf Paradox. Du kannst am ersten Tee alles richtig machen und trotzdem den besten oder den schlimmsten Tag erwischen. Genau diese Unberechenbarkeit mache das Spiel so süchtig und gleichzeitig so anstrengend. Das ist psychologisch gesehen fast schon ein perfektes Rezept für emotionale Achterbahn, weil jede Runde wie ein neues Los wirkt.

Dass sie so darüber spricht, kommt nicht aus dem Nichts. Spiranac war keine reine Social Media Erfindung, sondern eine leistungsorientierte Golferin mit klassischem Weg. Sie hatte ein Stipendium an der University of Arizona, wechselte später zu San Diego State und machte dort unter anderem bei einer Conference Meisterschaft mit. Danach versuchte sie den Schritt ins Profigolf, spielte auf der Cactus Tour, gewann dort sogar ein Event und ging anschließend zur LPGA Q School, ohne sich die Tourkarte zu sichern.

Der Druck hinter der Reichweite

Parallel wuchs aber ein zweiter Druck. Mit Sichtbarkeit kommen Projektionen, Kommentare und das Gefühl, ständig beobachtet zu werden. Spiranac sprach zuletzt auch über starke soziale Angst und darüber, dass sie sich zeitweise bewusst von Social Media zurückgezogen hat. Genau in diesem Spannungsfeld entsteht dann diese Love Hate Beziehung: Golf als Bühne, Golf als Stress, Golf als Rückzugsort.

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