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HIO Ratgeber: Präzision rund ums Grün – So werden Wedges zum Scoring Tool

05. Jan. 2026 in Köln, Deutschland - Dies ist ein Golf Post Premium Artikel

Die Experten von HIO Fitting verraten Tipps für mehr Kontrolle. (Foto: HIO Fitting)

Die Experten von HIO Fitting verraten Tipps für mehr Kontrolle. (Foto: HIO Fitting)

Wedges zählen zu den am häufigsten eingesetzten Schlägern im Golfbag. Trotzdem werden sie von zahlreichen Golfern geradezu stiefmütterlich behandelt. Dabei entscheiden gerade sie über viele der wichtigsten Schläge auf der Runde: aus dem Bunker, bei Annäherungen aus 60–80 Metern oder beim sensiblen Spiel rund ums Grün. Trotzdem begegnen uns in unserem Fitting-Alltag bei HIO immer wieder dieselben Probleme: unpassende Lofts und Sohlenschliffe, falsch zusammengestellte Sets oder deutlich abgenutzte Grooves. Unsere Erfahrung sagt: Mit dem richtigen Wedge-Setup lassen sich Konstanz, Spin und Kontrolle im Kurzspiel deutlich verbessern. Deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die Scoring Clubs.

HIO Ratgeber: Wann Full-Face-Grooves wirklich Sinn ergeben

Viele Golfer öffnen bei Bunker- oder Lob-Schlägen bewusst die Schlagfläche. Dadurch wandert der Treffpunkt häufig weiter Richtung Spitze. Klassische Wedges haben in diesem Bereich oft keine Grooves – was zu spürbarem Spinverlust und weniger Kontrolle führen kann. Full-Face-Wedges hingegen sind über die gesamte Schlagfläche mit Grooves versehen und bieten dadurch deutlich mehr Fehlertoleranz, insbesondere bei offenen Schlägen.

(Foto: HIO Fitting)

(Foto: HIO Fitting)

Grind und Sohlenbreite für eine verbesserte Interaktion mit dem Boden

Die Sohle eines Wedges bestimmt maßgeblich, wie der Schläger mit dem Untergrund interagiert. Eine breitere Sohle kann vor allem auf weichem Boden oder im Bunker für mehr Stabilität und Fehlertoleranz sorgen. Wichtig ist jedoch, dass sie das Öffnen der Schlagfläche nicht einschränkt. Moderne Wedge-Designs kombinieren daher breite Sohlen mit gezielter Fersenentlastung (Heel Relief). So lassen sich offene Schlagflächen, flache Chips oder hohe Flopshots problemlos spielen – auch bei schwierigen Platzbedingungen.

Loft-Management: Oft reicht ein 56° Wedge

Viele Amateure haben sowohl ein 56°- als auch ein 60°-Wedge im Bag. In der Praxis ist das für die meisten Spieler jedoch nicht notwendig. Ein gut abgestimmtes 56°-Wedge lässt sich durch das Öffnen der Schlagfläche vielseitig einsetzen und erzeugt vergleichbare Höhen und Spin-Werte wie ein 60°-Wedge – bei deutlich höherer Kontrolle und Konstanz. Der gewonnene Platz im Bag kann dann sinnvoller genutzt werden, etwa für einen zusätzliches Holz oder einen Mini-Driver.

Höherer Schwerpunkt für mehr Spin

Im Vergleich zu Eisen oder Drivern sollte der Schwerpunkt bei Wedges höher positioniert sein. Ein höherer Schwerpunkt fördert einen flacheren, aber spinreicheren Ballflug. Das Ergebnis: mehr Kontrolle beim Landen und Stoppen des Balls auf dem Grün – ein zentraler Faktor bei Annäherungsschlägen aus mittleren und kurzen Distanzen.

Gapping – gleichmäßige Abstände für klare Entscheidungen

Ein stimmiges Wedge-Setup funktioniert nur dann optimal, wenn die Distanzen zwischen den einzelnen Schlägern sinnvoll verteilt sind. Zu große oder zu kleine Abstände führen zu Unsicherheit und erschweren die Schlägerwahl. Gerade bei Wedges wird das Gapping häufig unterschätzt. Schon kleine Loft-Abweichungen können deutliche Distanzunterschiede auslösen. In vielen Fällen lohnt es sich, einzelne Schläger um 1–2° anzupassen, um gleichmäßige Lücken zu schaffen. Eine professionelle Gapping-Session mit anschließendem Biegen der Schläger ist hier der beste Weg.

Gap-Wedge: Wedge-Modell oder Satz-Eisen?

Beim Gap-Wedge (meist 48–50°) greifen viele Spieler automatisch zu einem klassischen Wedge. Oft kann jedoch ein Satz-Eisen im entsprechenden Loft die bessere Wahl sein. Diese sind in der Regel fehlerverzeihender und passen hinsichtlich Gewicht, Schaft und Gefühl besser zum restlichen Eisensatz. Besonders bei vollen Annäherungen sorgt das für mehr Konstanz.

Wedges sind Verschleißteile – und das sollte man ernst nehmen

Während Eisen oft über viele Jahre gespielt werden können, unterliegen Wedges einem deutlich höheren Verschleiß. Häufige Bunkerschläge und hoher Spin beanspruchen die Grooves stark. Mit zunehmender Abnutzung nimmt der Spin ab – und damit auch die Kontrolle.

(Foto: HIO Fitting)

(Foto: HIO Fitting)

Faustregeln für den Austausch:

  • Freizeitspieler (ca. 1 Runde pro Woche): etwa alle 2 Jahre
  • Vielspieler / Turnierspieler (2–3 Runden pro Woche): jährlich
  • Professionals: mehrfach pro Saison

Typische Anzeichen für abgenutzte Wedges:

  • Der Ball stoppt schlechter oder rollt häufiger aus
  • Die Schlagfläche wirkt stark glänzend und „poliert“
  • Weniger Gefühl und Kontrolle beim Chippen
  • Unregelmäßiger Ballstart durch vermehrtes „Rutschen“ auf der Schlagfläche

Wer unsicher ist, kann die Grooves bei gutem Licht prüfen oder das Wedge einfach im Fitting kontrollieren lassen. Oft genügt schon ein kurzer Blick, um festzustellen, dass es Zeit für einen Austausch wird.

Fazit

Ein durchdachtes Wedge-Setup ist kein Luxus, sondern ein zentraler Baustein für besseres Golf. Es sorgt für klar definierte Distanzen, mehr Vertrauen rund ums Grün und eröffnet mehr kreative Möglichkeiten im Kurzspiel. Das Ergebnis: mehr Kontrolle, bessere Scores – und vor allem mehr Freude auf der Runde. Wer hier das Maximum aus seinem Spiel herausholen will, sollte sich von einem professionellen Fitter beraten lassen. So steckt man sich nur das Material ins Bag, auf das man sich wirklich verlassen kann!

Gerne checken wir auch Ihr Wedge Set-Up in einem Fitting in unseren Studios in München, Hamburg oder der Schweiz – einfach einen Termin per Mail, Telefon oder über unsere Website buchen. Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch!


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