Die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump kündigte die Pachtverträge der drei öffentlichen Golfplätze in der Hauptstadt Washington, D.C. Dabei handelt es sich um die drei historisch bedeutsamen Golfplätze Rock Creek, Langston und East Potomac inmitten der Stadt. Vor allem der Golfplatz East Potomac liegt prominent in Sichtweite des Washington Monuments und bietet den Spielern einen hervorragenden Blick auf die umgebende Landschaft. Diese Entscheidung, die Pachtverträge zu kündigen, spiegelt das allgemeine Muster des Präsidenten wider, seine Marke und Vision über die städtische Infrastruktur in der Hauptstadt des Landes zu stellen.
NLT investierte Millionen in Sanierung und Modernisierung
Der National Links Trust (NLT) betreibt die drei genannten Golfplätze seit rund fünf Jahren als gemeinnützige Organisation und hat nach eigenen Angaben bereits 8,5 Millionen US-Dollar in die Sanierung der Anlagen investiert. Ein umfangreicher Renovierungsplan wurde vorgelegt, und der NLT hat bereits die Golfarchitekten Gil Hanse, Tom Doak und Beau Welling beauftragt, die Sanierungen der Golfplätze zu leiten. Die Architekten sagten zu, ihr Fachwissen unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Durch die bislang investierten Mittel in die Modernisierung konnte der NLT sowohl die Anzahl der gespielten Runden als auch die Einnahmen während der Betriebszeit verdoppeln.
Bereits Mitte Dezember 2025 drohte Donald Trump dem National Links Trust (NLT) mit der Kündigung der Pachtverträge der drei öffentlichen Golfplätze in Washington, D.C., da die US-Regierung der Auffassung ist, der NLT habe gegen Vereinbarungen im Pachtvertrag verstoßen. Der NLT hingegen erklärte, keine Kenntnis von angeblichen Vertragsverstößen zu haben, und zeigte sich bereits im Dezember irritiert über die Androhungen der US-Regierung. Schon im Oktober ließ die Regierung Bauschutt des abgerissenen East Wings des Weißen Hauses auf dem Gelände von East Potomac abladen.
Trump-Regierung setzt Kündigung der 50-jährigen Pachtverträge um
Am Mittwoch machte die US-Regierung ihre Androhung nun wahr und kündigte die auf 50 Jahre vereinbarten Pachtverträge mit dem NLT, da dieser die erforderlichen Investitionen nicht umgesetzt und bestimmte Bestimmungen des Pachtvertrags nicht erfüllt habe. Die Golfplätze befinden sich überwiegend auf Grundstücken des National Park Service, einer Behörde des Innenministeriums.
„Der National Links Trust ist zutiefst bestürzt über die Entscheidung der Trump-Regierung, unseren 50-jährigen Pachtvertrag mit dem National Park Service zu kündigen“, erklärte die Organisation. „Seit wir vor fünf Jahren die Verantwortung für die Golfplätze Rock Creek, East Potomac und Langston übernommen haben, hat der NLT stets alle vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, um dem öffentlichen Golfsport in Washington, D.C., eine bestmögliche Zukunft zu sichern.“
Der NLT betonte seine „grundlegende Meinungsverschiedenheit mit der Darstellung der Regierung, dass der NLT gegen den Pachtvertrag verstoßen habe“. Das Innenministerium entgegnete: „Die Trump-Regierung ist stolz darauf, ihre Aufgaben für das amerikanische Volk zu erfüllen und mit Partnern zusammenzuarbeiten, die dasselbe Ziel verfolgen.“
East Potomac im Fokus von Trumps Golf-Vision
East Potomac ist in den Fokus des Interesses des Präsidenten gerückt. Mit seinem atemberaubenden Blick auf das Washington Monument und den Potomac River gilt die Renovierung des Geländes als potenzielles Vorbild für eine landesweite Demokratisierung des Golfsports. Laut drei mit den Absichten der Regierung vertrauten Quellen plant Trump jedoch, East Potomac in einen Meisterschaftsplatz umzuwandeln, der professionelle Turniere, darunter möglicherweise auch den Ryder Cup, ausrichten kann. Allerdings ist bekannt, dass der nächste freie Ryder-Cup-Termin erst im Jahr 2041 liegt und bereits 2037 auf dem Congressional Golf Club im Großraum der Hauptstadt stattfinden wird. Trumps Vision sieht dennoch vor, die drei ehrenamtlichen Architekten durch Tom Fazio zu ersetzen, der langjährige berufliche Verbindungen zum Präsidenten pflegt.
Im Dezember versprach der US-Präsident noch, dass Bürgerinnen und Bürger von Washington, D.C., auch auf einem von Trump gestalteten Platz weiterhin vergünstigt spielen könnten. Dieses Versprechen steht jedoch im Widerspruch zu Trumps zwölf eigenbetriebenen Golfplätzen, die weltweit zu den teuersten Anlagen der Branche zählen.