Golf in Deutschland

Damengolf in Deutschland boomt – Nicht nur bei den Profis

08. Mrz. 2026 von Annika Kauffmann in Köln, Deutschland

Esther Henseleit ist eine der erfolgreichsten deutschen Golferinnen aktuell und ein Aushängeschild für das Damengolf in Deutschland (Foto: Getty)

Esther Henseleit ist eine der erfolgreichsten deutschen Golferinnen aktuell und ein Aushängeschild für das Damengolf in Deutschland (Foto: Getty)

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Damengolf in Deutschland: Boom auf Tour und in den Clubs

Der Aufwärtstrend im deutschen Golf macht sich besonders im Damengolf bemerkbar. Während die Mitgliedszahlen des Deutschen Golf Verbands steigen und insgesamt ein regelrechter Golf-Hype zu beobachten ist, sticht eine Entwicklung besonders hervor: Immer mehr Frauen zwischen 19 und 40 Jahren entdecken den Sport für sich.
Die wachsende Begeisterung zeigt sich nicht nur auf heimischen Fairways, sondern auch auf internationaler Bühne. Deutsche Spielerinnen sind heute auf nahezu allen wichtigen Profi-Touren vertreten und feiern dort zunehmend große Erfolge. Das Damengolf in Deutschland hat sich damit in den vergangenen Jahren sichtbar professionalisiert und verfügt über mehrere internationale Aushängeschilder.

Deutsche Profis setzen internationale Ausrufezeichen

Angeführt wird die aktuelle Generation von Spielerinnen wie Esther Henseleit und Helen Briem, die zum Elitekader des deutschen Golfs zählen. Doch die Breite ist bemerkenswert: Auf der Ladies European Tour (LET), der LPGA Tour und weiteren internationalen Serien finden sich zahlreiche deutsche Namen.
Spielerinnen wie Olivia Cowan, Alexandra Försterling, Laura Fünfstück, Isi Gabsa, Leonie Harm, Sophie Hausmann, Carolin Kauffmann, Celina Sattelkau, Chiara Horder, Hannah Karg, Aline Krauter, Polly Mack, Christin Eisenbeiss, Patricia Schmidt oder  Sophie Witt sorgen aktuell dafür, dass die deutsche Flagge regelmäßig auf Leaderboards weltweit auftaucht.
Auch die Erfolge bleiben nicht aus. Den bislang größten Moment der jüngeren Geschichte des Damengolfs in Deutschland lieferte Sophia Popov mit ihrem sensationellen Major-Sieg bei der Women’s British Open 2020. Vier Jahre später sorgte Esther Henseleit mit der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Paris für die nächste historische Schlagzeile.
Auch auf den Touren sammelten deutsche Spielerinnen schon einige Titel. So gewann Celina Sattelkau zuletzt gleich zweimal auf der Sunshine Ladies Tour in Südafrika, während Alexandra Försterling beispielsweise bereits vier mal auf der LET siegreich war.

Eine neue Generation steht bereit

Die Zukunft des Damengolfs scheint ebenfalls vielversprechend. Mit Helen Briem drängt bereits die nächste Ausnahmegolferin in die Weltspitze. Die erst 20-jährige Stuttgarterin gewann nach erfolgreichen Amateurjahren bereits ein Turnier auf der Ladies European Tour sowie vier Turniere auf der LET Access Series.
Mit ihrem Sieg bei der LPGA Q-Series im Dezember ebnete Briem zudem den Weg in Richtung LPGA Tour und zeigte ihre internationale Konkurrenzfähigkeit. Neben der LPGA Tour trifft man Briem dabei auch weiter auf der Ladies European Tour an.
Ein wichtiger Termin für viele deutsche Spielerinnen ist dabei das Heimturnier auf der LET: die Amundi German Masters, die vom 14. bis 17. Mai auf dem Nord Course der Green Eagle Golf Courses bei Hamburg ausgetragen werden. Heimturniere wie dieses haben eine enorme Bedeutung – nicht nur sportlich, sondern auch für die Sichtbarkeit des Damengolfs.

Nachwuchsarbeit und Führungsrollen bleiben Baustellen

Trotz der positiven Entwicklung gibt es noch Herausforderungen. Während die Zahl erwachsener Golferinnen steigt, sind die Mitgliederzahlen bei Mädchen unter 18 Jahren zuletzt leicht zurückgegangen. Das unterstreicht, wie wichtig gezielte Nachwuchsarbeit bleibt. Internationale Turniere im eigenen Land können dabei eine entscheidende Rolle spielen, weil sie junge Mädchen inspirieren, selbst zum Schläger zu greifen.
Auch in den Strukturen des Golfsports ist die Geschlechterverteilung noch deutlich unausgewogen. Zwar steht mit Ines Halmburger eine Frau an der Spitze der PGA of Germany, insgesamt jedoch dominieren Männer weiterhin viele Bereiche des Sports.
2024 lag der Anteil weiblicher Teaching Professionals laut Angaben der PGA of Germany bei nur 8,2 Prozent, in der Playing Division bei 14,1 Prozent. Dabei sind immerhin rund 34,7 Prozent der Golfmitglieder in Deutschland Frauen. Eine Diskrepanz, die zeigt, dass das Damengolf nicht nur auf dem Platz, sondern auch in Führungspositionen noch Entwicklungspotenzial besitzt.

Gerade rund um den Weltfrauentag wird deutlich: Damengolf in Deutschland befindet sich sportlich auf einem starken Weg. Damit der Boom nachhaltig bleibt, braucht es jedoch weiterhin sichtbare Vorbilder, starke Turniere und mehr Frauen in den Führungspositionen des Sports.

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