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Indoor Golf – Eine gute Alternative für den Winter?!
Durch die zunehmende Präsenz von Technik und Datenanalysen stehen wir gerade an der Schwelle eines neuen Abschnitts in der Evolution des Golfspiels, in dessen Geschichte es immer um die Spielverbesserung ging.
Doch zunächst möchte ich mich kurz der Evolution oder Entstehungsgeschichte des Golf widmen, denn von den Früh- oder Vorformen des Golfspiels blieb nur die schottische Variante bis heute erhalten. Die bisherigen Kapitel der Evolutionsgeschichte enden im 20. Jahrhundert, dies hat mich inspiriert mit einem neuen Kapitel zu beginnen.
Im letzten Post haben wir herausgestellt, wieso ein Training mehr beinhalten sollte, als einfach nur diverse Schwungtechniken immer und immer wieder zu wiederholen.
Selbstverständlich gehört das genauso wie Spieltaktik, Platzmanagement, das mentale Spiel usw. mit dazu. Doch diese Punkte sind nicht direkt die Baustelle von BrainGolf.
Wir kümmern uns um den Rahmen; Den Rahmen, welcher für die perfekte Bewegung gesetzt werden muss und heute beleuchten wir das hierarchischste System unseres Körpers: das visuelle System!
2019 hat er das
Challenge-Tour-Finale und damit die Chance, um die European-Tour-Karte zu
spielen, um wenige hundert Euro Preisgeld verpasst, 2020 die TOP 5 im Finale um
einen Schlag. Durch den Ausfall der Qualifying School gab es dann auch nicht
die Möglichkeit, sich über diesen Weg die volle Spielberechtigung zu sichern.
In diesem Jahr – und ich kann mich gut erinnern, dass ich besonders die Daumen
gedrückt habe, als wir ein paar Tage vor dem Challenge Tour Grand Final auf
Mallorca, bei dem ich vor Ort war (siehe Blogartikel vom 4.-7. November 2021),
noch im Kontakt waren – hat Alex Knappe das Finale um zwei Ranglistenplätze
verpasst. Für diejenigen Leserinnen und Leser, die sich vielleicht nicht so
intensiv mit dem Tourbetrieb beschäftigen: Eine niedrigere Kategorie bedeutet,
dass man sich sehr intensiv und frühzeitig um Startmöglichkeiten bei Turnieren
kümmern muss, und selbst dann ist nicht gesagt, dass man spielen darf. Und
nicht spielen bedeutet für Profis: Keine Chance auf Preisgeld, keine Chance auf
Ranglistenpunkte, keine Chance, sich potenziellen Sponsoren zu präsentieren.
Stattdessen Frust und noch mehr harte Arbeit.
Im letzten Beitrag haben wir uns die Bewegungssteuerung angeschaut und festgestellt, dass bloß 10% dieser Steuerung für die eigentliche bewusste Bewegung genutzt werden. 90% dienen der Haltungskontrolle. (Den Beitrag im Detail findest du HIER)
Heute vertiefen wir diese Thematik und schauen uns an wie ein Training aussehen muss, um wirklich optimal vorbereitet in die neue Saison zu starten.
Denkt man an Golffitness und die Anforderung an den Körper während des Golfschwungs, predigen viele Fitnessexperten einen starken Rumpf („Core“) zu benötigen. Also wird eine Menge Zeit dafür aufgebracht die tiefliegende Muskulatur durch Stabilisationsübungen ("Stabis") zu fördern.
Die Problematik mit dem Unterarmstütz auf einem Gymnastikball (o.ä.) liegt dann wieder im fehlenden Verständnis für die Haltungs- & Bewegungskontrolle;
Wir arbeiten bei bewusstenStabis im Bereich der 10%. Die aktive Haltungskontrolle bringt uns in einem vollen Driverschwung leider nichts!
Oder denkst du immer aktiv darüber nach alle nötigen Muskeln während des Schwungs anzuspannen?
Vorab ein riesiges Dankeschön an Golfpost, Emirates und an Carsten!
Schlaue Ratschläge unserer Flightpartner:innen kennen wir zu genüge.
„Du hebst deinen Kopf zu früh.“; „Schon wieder zu fest zugepackt?“; „Machst du eigentlich deine Yogaübungen?“
Alles kluge Sprüche, mit hohem Frustrationspotential, aber mit weniger hilfreichen Tipps.
Doch auch die Trainingstipps von vielen Coaches lassen zu wünschen übrig…
…überfordern meist nur, als dass sie helfen.
Aus psychologischer Sicht hat dies mit Sicherheit auch eine Menge Nachteile, doch viel spannender ist die neurologische Erklärung dahinter.
Eine Bewegung ist das Resultat eines neuronalen Prozesses. Das wissen wir bereits.
Doch für die eigentliche Bewegungsausführung „verschwendet“ unser System nur 10%.
Was passiert mit den übrigen 90%?
Diese werden zur Stabilisierung - also quasi als Gegenwicht - zur Bewegung gebraucht!
Sowohl auf muskulärer Ebene, als natürlich auch für autonome Prozesse (Atmung, Verdauung, Herzschlag usw.)
Wollen wir nun also besser in den 10% werden, müssen wir uns mehr auf die 90% konzentrieren!
Lass’ uns das ganze an Hand eines Beispiels klarmachen, welches du auch gleich mal testen kannst.
Unsere Bloggerin Claudia schreibt nicht nur für uns, sondern auch beruflich sehr viel. Auf ihrer Blogger Seite finden sich News und Hintergrundberichte aus dem deutschen Profigolf. Außerdem Einblicke in ihre Arbeit als Coach und Mentaltrainerin im Leistungssport. Claudia ist sehr sportbegeistert und findet sich in vielen Sportarten wieder.
Mit Alex Lange,
dem ersten Pro, den ich im Rahmen meiner neuen Blogartikelserie unter dem Motto
„Now on the tee…“ interviewe, habe ich mir gleich mal einen richtigen
Allrounder ausgesucht. Ich bin ja selbst eher ein hyperaktives
Duracell-Häschen, was Projekte und Ideen angeht, aber bei Alex kann einem echt
schwindelig werden – im sehr positiven Sinne. Wir sitzen in seiner Golflounge
in Langen (Hessen), das ist ganz in der Nähe des Frankfurter Flughafens. Ich darf
zunächst einige Bälle hauen, und als ich nach einer Weile schnaufend aufs Sofa
falle, frage ich Alex zunächst einmal nach dem Offensichtlichen: Wie es kommt,
dass er nun noch einmal auf der Tour angreifen will, nachdem er sich in den
letzten Jahren intensiv auf den Bereich Longdrive konzentriert hatte.
Der Golfschwung ist ein komplexes Bewegungsmuster. So kann eine falsch eintrainierte Bewegung zu einer Art negativen Kettenreaktion im Golfschwung führen.
Hier möchte ich meinen letzten Blog Post und drei gelungene Beispiele aufgreifen. Nach meinem Kenntnisstand ist es zumindest nicht ungewöhnlich/unüblich, Landwirtschaftsland zu einer guten/schönen Golfanlage umzugestalten. Zum Titelbild später.
Doch nicht nur ist der Golfplatz ein idealer Ort, um die Zeit mit Freunden zu verbringen, sondern auch, um neue Bekanntschaften zu finden. Ob auf der Range, bei der lockeren Runde über den Platz oder beim Turnier, man kommt immer wieder in Kontakt mit anderen Menschen. Gerade während der Corona-Pandemie fehlte es vielen an sozialen Kontakten, die auch unserem Gehirn gut tun. Neue Begegnungen bedeuten neue Anreize für unser Hirn und bieten uns die Möglichkeit, neue Perspektiven zu erfahren und unseren Horizont zu erweitern.
Wir sprachen über Sicherheit für das System. Die Thematik eines ausführlichen Assessments/Screenings findet in den meisten Bereichen an Zuspruch und Aufmerksamkeit.
Vor allem im Profibereich werden die „Schwachstellen“ immer feiner ausdifferenziert, um den entscheidenden Unterschied zu machen.
Meist wird doch auf muskuläre Dysbalancen geschaut und versucht diese durch Assistenzübungen zu minimieren.
Doch die eigentliche Frage - Was ist der Grund für dieses Ungleichgewicht? - wird selten gestellt.
Zusätzlich fehlt die Überprüfung, ob es denn die passende Assistenzübung für das System ist… und genau dort kommen Assessments ins Spiel.
Gerade bei Hobbyathlet:innen, welche den gesundheitlichen Ausgleich suchen und eine Leidenschaft verfolgen, wird nur grob, teilweise fahrlässig - gar nicht- getestet, was das System denn für Anforderungen stellt.
Bewegung als Assessment zu nutzen ist somit das wertvollste, was man lernen kann. (Und zwar nicht nur rein auf bio-mechanischer Basis. Kurz zur Erinnerung: die Bio-Mechanik des Körpers ist bloß der Outcome. Die Befehle und Steuerung finden weiter oben ihren Ursprung.)
»Bewegung ist das Fenster in die Funktionsweise des Gehirns.«
Unser Blogger Nils ist ein leidenschaftlicher Sportler, der sich neben dem Golfen auch mit Snowboarden fit hält. Er setzt sich viel mit den Themen Bewegung und Gesundheit auseinander und betrachtet dabei auch die Verbindungen zur angewandten Neurologie. In seinen Blog Posts gibt er unter anderem Tipps und Denkanstöße, wie das Training effektiver gestaltet werden kann.
In einer Online-Auktion des Auktionshauses Plückbaum aus Bonn wurde Ende Oktober 2021 ein Golfpokal versteigert. Das Objekt besteht aus 800er Silber, verfügt über eine Höhe von 17cm und ist circa 200g schwer. Die eintägige
Versteigerung begann mit einem Limit von 100 Euro. Den Zuschlag erhielt ein
Bieter oder eine Bieterin bei 160 Euro.
Die Frage nach der Gerechtigkeit in dieser Verteilung ist recht überfällig, wenn man sich nur mit sich selbst vergleicht.
Doch tauchen wir mal tiefer in die Thematik ein. Was ist es, dass mich in meiner Bewegung einschränkt und wie kann ich das verbessern?
Dafür müssen wir uns nochmal daran erinnern, dass rund vier Milliarden Reize (von mir aus auch noch mehr, die Zahl spielt weniger die Rolle, sondern viel mehr das Verhältnis) in der Sekunde auf unser System einprasseln.
Davon erreichen unser Bewusstsein aber nur 7 (+/- 2). Hmm. Was passiert mit dem Rest?
Die restlichen Reize werden schon vorher gefiltert bzw. eingeordnet.
Damit dies deutlicher wird, gibt es ein Beispiel und ich mag es zum Nachdenken anzuregen:
• Denkst du während du dies liest, aktiv darüber nach deine stützende Muskulatur anzuspannen, sodass du nicht umkippst?
Ich denke nicht.
• Denkst du beim Autofahren aktiv über jeden Handgriff nach oder kannst du mir jede Autofarbe nennen, die dir im Alltag begegnet?
Nein, denn das sind tendenziell Infos, die dein Gehirn filtert / nicht benötigt - dir also nicht zur (bewussten) Verfügung stellt.
Vor allem stellen sich automatisierte Prozesse über Zeit ein. Warum?
Um Energie zu sparen. Denn Energie ist das wichtigste Gut. Energie zu haben bedeutet Sicherheit zu gewährleisten, vor allem wenn es brenzlich wird.
Wenn keine Energie mehr zur Verfügung steht, bist du nicht mehr da!
Diese Prozesse haben sich mit der Evolution entwickelt, denn es musste reagiert werden, wenn ein gefährliches Tier auf uns los wollte.
Sicherheit geht immer vor Performance!
Die letzten vier Monate müssten eigentlich an der Grenze zum emotionalen Overkill gewesen sein: Eine Woche nach seiner Auszeichnung als bester Amateur bei den British Open ins erste Turnier im Profistatus gestartet und gleich mal unter die Top 50; danach folgten u.a. eine Top-20-Platzierung beim ISPS World Handa Invitational, der 2. Platz bei den Dutch Open, der 9. Platz bei den Alfred Dunhill Links sowie der 11. Platz bei den Mallorca Open. Und als sei das nicht alles schon aufregend genug, kam gleich noch der Ausstattervertrag mit Puma hinterher.
Wenn wir uns an die größten Momente im Golfsport erinnern finden diese immer am Ende der Bahn statt, nämlich dann wenn es darum geht den Ball perfekt an die Fahne zu legen oder gar mit einem Chip-in im Loch zu versenken - oder?
(Quellennachweis: Titelbold Tiger Woods celebrates with Steve Williams. Elise Amendola/AP)
Der menschliche Körper ist eine Faszination in sich. Die Komplexität des Organismus gleicht dem Universum.
Fakt ist, wir wissen noch längst nicht alles und unsere Generation wird auch nie jemals alles wissen können.
Unser Immunsystem, das muskuloskelettale System, unser Lymphsystem, das Kreislaufsystem und so weiter.
Die Funktionsweise des Menschen ist eine Symphonie aller Systeme, welche wie Zahnräder ineinander packen (müssen).
Wir müssen uns nur zwei Dinge behalten:
1. Kein System arbeitet allein’! Kein System wird alleine „verletzt“! Kein System heilt entsprechend alleine!
2. Alle Systeme werden vom Zentralen Nervensystem gesteuert!
Aber wieso ist das so wichtig für unser Golfspiel?
Es ist nicht nur wichtig für unser Golfspiel oder unsere Gesundheit, sondern für unser gesamtes Leben.
Wie wir Dinge wahr- und aufnehmen, wie wir darauf reagieren und wie andere reagieren.
All das bestimmt maßgeblich in welche Richtung wir uns bewegen.
Um diese Thematik noch etwas genauer zu verstehen, tauchen wir mal in die Welt des Nervensystems ein.
Eine „Neurologiestunde für Beginner und Laien“ …
und versteh' mich bitte nicht falsch, wir sind alle noch Beginner, in dem vergleichsweise jungen Themenfeld der Neurowissenschaften.
Es gibt noch so viel, was es zu entdecken gilt.
Aber lass' uns mal starten…
Das menschliche System (damit meine ich die Gesamtheit, aber primär das zentrale Nervensystem)
empfängt in der Sekunde um die 4 Mrd. Reize.
Diese Reize bezeichnet man als „Sensorischen Input“.
Mehrere Filterinstanzen arbeiten dann daran diesen Input zu integrieren und im Anschluss zu interpretieren.
Hier liegt schon der erste wichtige Hinweis: Unser System INTERPRETIERT, also es schätzt in Zusammenspiel mit Erlebnissen /Erfahrungen, was dieser Input denn bedeuten könnte.
Das alles findet natürlich unterbewusst statt. Also hat nichts mit ratio zu tun!
Auf Grundlage dieser Schätzung (Interpretation) folgt IMMER ein motorischer Output.
(Auch über etwas nachdenken ist eine motorische Leistung.)
Da wir aber ja über Golf sprechen…
Der Golfschwung ist das Ende der Kette, als motorischer Output!
Nun gibt es nur zwei Varianten beim Output:
1. Die Interpretation wird eingestuft in die Kategorie „Alles ist sicher, es besteht keine Lebensgefahr für mich als System.“ - entsprechend spielst du den Schlag so wie du es dir vorgenommen hast.
2. Die Interpretation wird eingestuft in die Kategorie „Irgendwas ist komisch, ich bin mal lieber vorsichtig(er), es könnte Gefahr bestehen.“ - daraufhin gibt dir dein System eine Meldung Potentielle Gefahr = Schlechter Schlag, Schmerz, Übelkeit, Angespanntes Gefühl und ALLES WAS DU SCHON ERLEBT HAST und dir vorstellen kannst.
Kurz: Input - Integration & Interpretation - Output
und es gilt immer Sicherheit > Performance
Wenn es nun darum geht sein Golfspiel zu verbessern, führt kein Weg daran vorbei, sich um den Input zu kümmern!
Denn der Input moduliert maßgeblich den Output. Sensorik kommt immer vor der Motorik.
Mehr zu dieser Thematik erfährst du zukünftig in meinem Blog!
…Tipps und Tricks, wie wir Intelligent trainieren, um den bestmöglichen Input zu liefern…
Quellenangabe zum Titelbild: https://golfclubschlossgoldenberg.ch/ (Website eingesehen am 10. November 2021, um 14.30 Uhr).