Golfreisen

Zwischen Mangroven und Moschee – eine besondere Golferfahrung in Ajman

30. Jan. 2026 von Jürgen Linnenbürger in Köln, Deutschland

Das Al Zorah Beach Resort (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Das Al Zorah Beach Resort (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Bilder des Tages

Ein stilles Juwel

Ajman ist das kleinste der sieben Vereinigten Arabischen Emirate. Ölreichtum oder Superlative sucht man hier vergeblich. Und genau darin liegt sein Reiz. Es überzeugt mit Ruhe, Weite, Natur und einem Golferlebnis, das man so in den Emiraten kaum erwartet.

Unsere Reise in die VAE beginnt mit dem bewährten Abendflug von Düsseldorf nach Dubai. Emirates bringt uns nonstop über Nacht ans Ziel. Kurz vor Abflug nutzen wir ein attraktives Upgrade-Angebot und erleben den Flug mit dem A380 in seiner besten Form: ein exzellentes Menü, ein Sitz, der sich in ein zwei Meter langes Bett verwandeln lässt und die legendäre Bar im hinteren Bereich der Kabine. Ein Cocktail, ein kurzer Schlaf und ein kurzer Traum von Sonne, Strand und satten Fairways. So macht uns der 6 1/2 stündige Flug und die Zeitverschiebung von drei Stunden nichts aus.

Die Einreise in Dubai verläuft ebenso reibungslos wie die Übernahme des Mietwagens. Bereits eine Stunde nach der Landung rollen wir bei maximal 120 km/h auf dem mehrspurigen Highway Richtung Norden. Freitagmorgen – in den Emiraten vergleichbar mit unserem Sonntag – bedeutet wenig Verkehr und eine entspannte Fahrt. Nach knapp 40 Minuten erreichen wir unser Ziel: das fünf Sterne Al Zorah Beach Resort in Ajman.

Unaufdringlicher Luxus

Das terrassenförmig angelegte Fünf-Sterne-Resort liegt eingebettet in ein weitläufiges Naturareal mit direktem Zugang zum Meer. Die Architektur der Gebäude zeichnet sich durch klare Linien, Glas, Holz und Metall aus. Dazwischen liegen Pools, Gärten und Rückzugsorte, die das Gefühl einer Oase vermitteln. Alles wirkt offen, transparent und luftig.

Ebenerdig befinden sich die beeindruckende Lobby, die Library Lounge sowie das zentral gelegene, lichtdurchflutete Hauptrestaurant Vinesse.

Beeindruckende Lobby (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Beeindruckende Lobby (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Die Unterkunftsoptionen reichen von großzügigen Zimmern und Suiten bis hin zu exklusiven Villen mit privatem Pool. Preislich bewegt sich das Resort – je nach Saison – etwa zwischen 350 und 450 Euro pro Nacht für Zimmer und Suiten, während Villen bei rund 1.500 Euro beginnen. Kein Schnäppchen, aber ein stimmiges Verhältnis von Leistung, Lage und Atmosphäre.

Unser Premier Ocean View Room mit privater Terrasse überzeugt uns vom ersten Moment an. Er befindet sich in der zweiten Etage und bietet reichlich Platz. Warm abgestimmte Farbtöne, klare Linien und dezente Akzente: nichts ist überladen, sondern alles leicht und unaufdringlich. Das großzügige Bad mit seinen markanten Fliesen und der transparenten, abdunkelbaren Glasfront zum Wohnbereich unterstreicht den modernen Anspruch.

Geräumig und einladend (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Geräumig und einladend (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Unter uns blicken wir durch die dichte Bepflanzung über den Pool, der mit 85 Metern für Resorts eine rekordverdächtige Länge hat. Die Poolside Lounge bietet leichte Gerichte und erfrischende Drinks. Vereinzelt schimmert das türkisfarbene Meer durch die Palmen der gepflegten Gartenanlagen. Besonders reizvoll erscheint er in der abendlichen Beleuchtung.

Ein rekordverdächtiger Pool (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Ein rekordverdächtiger Pool (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Auf der Terrasse des Hauptrestaurants Vinesse starten wir mit einem Frühstück in den Tag, das keine Wünsche offen lässt. Angeboten wird es als Buffet und à la Carte. Abends überzeugt das Restaurant mit geschmackvollen mediterranen, arabischen und asiatischen Gerichten. Besonders angetan sind wir von dem mehrgängigen Indian Thali Menu, an dessen Schärfe wir uns gewöhnen müssen. Die Atmosphäre ist sportlich elegant, das Interieur modern.

Hauptrestaurant Vinesse (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Hauptrestaurant Vinesse (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Unterhalb dieser Gebäude erstrecken sich die Villen, teilweise mit eigenen Pools, bis an den Strand heran, an dem sich das das zweite Haupt-Restaurant, das Aquario, befindet. Hier genießen wir feinste Fisch- und Seafood-Gerichte. Jetzt, im Januar, ziehen wir dem sportlich schicken Innenbereich vor, doch die Außenplätze lassen erahnen, wie spektakulär ein Sundowner hier sein muss, wenn die Sonne langsam im Meer versinkt.

Der private, strahlend weiße Strand lädt zu Spaziergängen oder zum Sonnenbaden auf den bequemen Liegen oder in den Cabanas ein.

Gepflegter Strand mit reichlich Platz (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Gepflegter Strand mit reichlich Platz (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Service wird groß geschrieben

Die meist arabischen und asiatischen Service-Kräfte lesen uns jeden Wunsch von den Augen ab und verwöhnen uns, wo sie nur können. Der Service ist aufmerksam, herzlich und angenehm zurückhaltend. Die Überraschungen zur Begrüßung und anlässlich meines Geburtstages wissen wir sehr zu schätzen und bleiben in besonderer Erinnerung.

In unserem Gespräch mit der Direktorin Public Relations und dem Direktor Marketing & Vertrieb erfahren wir mehr über die Ausrichtung des Resorts. Al Zorah versteht sich bewusst nicht als klassisches Golfresort, sondern als exklusiver Rückzugsort mit vielfältigen Angeboten, bei dem Golf eine attraktive Ergänzung darstellt. Mit Deutschland sind beide bestens vertraut, da die D-A-CH-Region ein wichtiger Markt für das Resort ist. Dies spiegelt sich auch in dem hohen Anteil deutschsprachiger Gäste wider.

Anuranjan (links) und Irina (Mitte rechts) (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Anuranjan (links) und Irina (Mitte rechts) (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Managed by Troon Golf

Nur eine kurze Fahrt entfernt liegt der Al Zorah Golf & Yacht Club. Er wurde bereits 2015 eröffnet und von Nicklaus Design entworfen. Der Platz liegt in einem geschützten Küstenareal aus Mangroven, Lagunen und natürlichen Wasserläufen. Er steht unter dem Management von Troon Golf, das ein Garant für seine hohe Qualität ist.

Der 18-Loch-Championship-Course (Par 72) misst maximal 7.169 Yards. Wir wählen die goldenen (6.522 Yards) und jade-farbenen (5.283 Yards) Abschläge, die den gelben bzw. roten in Deutschland entsprechen. Die Fairways bieten von den Tee Boxen reichlich Platz, doch je näher wir den Grüns kommen, desto deutlicher zeigt der Platz seine Zähne.

Weite, Wasser, Sand und Wind

Wasserhindernisse, 88 strategisch platzierte Bunker, große ondulierte Grüns und der stetige Seewind verlangen Konzentration und gutes Course Management.

Das Gelände ist offen und flach. Der Wind begleitet meist die Runde, mal mehr mal weniger. Er sorgt dafür, dass sich der Platz, je nach Tageszeit und Bedingungen, ständig verändert. Auch das macht seinen Reiz aus. So bleibt auch nach mehreren Runden nichts vorhersehbar.

Er fordert, ohne unfair zu sein, lässt Raum für weniger erfahrene Golfer und bietet gleichzeitig genügend strategische Optionen für gute Spieler. Eine Handicap-Beschränkung gibt es bewusst nicht. Genießen steht vor sportlicher Herausforderung.

Ein softer Start

Der Start mit einem kurzen Par 4 ermöglicht einen guten Einstieg in die Runde. Doch bereits an der Zwei wartet die erste Herausforderung. Der Abschlag des Par 3 ist frontal über das Wasser eines Sees zu spielen.

Loch Eins und Zwei (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Loch Eins und Zwei (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Das Fairway der Drei wird auf der gesamten linken Seite von dem feuchten Nass begleitet. In diesem scheinen sich etliche Flamingos, Reiher und andere Vögel äußerst wohl zu fühlen. 

Mutig über das Wasser (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Mutig über das Wasser (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Ab der Vier kommen die für den Platz charakteristischen Mangroven ins Spiel. Zur Fünf fahren wir erstmals vorsichtig mit unserem Cart über die kunstvoll angelegten Holzstege. Der Wasserstand ist bei unserem Besuch eher niedrig.

Typische Route durch die Mangroven (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Typische Route durch die Mangroven (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Die Minarette der Ajman Sheik Zayed Mosque, der größten Moschee des Emirates, sind auf etlichen Bahnen zu sehen und ragen hinter den Mangroven heraus.

Natur Pur (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Natur Pur (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Die Fairway- und Grünbunker der leicht ansteigenden Neun, dem schwierigsten Loch des Platzes mit einer Länge von 382 m von Gold, flössen uns schon von weitem Respekt ein. Doch noch herausfordernder ist deren Grün.

HCP 1 (Foto: Jürgen Linnenbürger)

HCP 1 (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Abwechslungsreiche Back Nine

Das Signature Hole ist die Bahn 11: ein langes Par 5 entlang der Mangroven. Vom Abschlag wirkt alles weit und freundlich, fast einladend. Doch mit jedem weiteren Schlag wird klar: Hier zählt Präzision. Wasser und Vegetation definieren die ideale Linie, das Grün liegt leicht erhöht und verzeiht wenig.

Nur Mut beim Abschlag (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Nur Mut beim Abschlag (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Auch die Bahnen 13 und 14, die sich um den zweiten See der Anlage herum winden, bleiben in Erinnerung.

Grüns wie Teppiche (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Grüns wie Teppiche (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Ein bemerkenswertes Par 3 ist die 15. Bahn, deren Abschlag carry über Wasser zu spielen ist. Auch hier warten wieder tiefe Bunker.

Reichlich Wasser und Sand (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Reichlich Wasser und Sand (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Die 16 und 18 werden zum Abschluss noch einmal von den für den Platz typischen Mangroven begleitet und bilden einen stimmigen, charaktervollen Abschluss.

Hoher Pflegezustand

Die hohe Qualität der Fairways, Bunker und Grüns lassen keine Ausreden eines schlechten Scores zu. 

Unterstützung von den Philippinen

Der Club verfügt mit seinen momentan sieben weiblichen philippinischen Caddies über ein besonderes Angebot. Man kann sie als Single, Cart oder Fore Caddy buchen. Wir entscheiden uns für Christina als Cart Caddy. Von ihr werden wir aufmerksam und perfekt betreut. Sie sorgt dafür, dass wir uns ganz auf unser Spiel konzentrieren und die Runde zügig absolvieren können.

Weibliche Unterstützung (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Weibliche Unterstützung (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Führend in den VAE

Das Clubhaus bildet den architektonischen Mittelpunkt der Anlage. Auch hier, wie im Al Zorah Resort, schaffen klare Formen, großzügige Glasflächen und natürliche Materialien fließende Übergänge zwischen Innenraum und Landschaft. 

Imposant von außen und innen (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Imposant von außen und innen (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Von den Terrassen blicken wir über die Trainingsanlagen, Fairways und Lagunen. Und auf die riesige Pool-Anlage.   

Blick von ganz oben über die Anlage (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Blick von ganz oben über die Anlage (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Bei den Golf Awards 2025 wurde das Clubhaus als bestes der Vereinigten Arabischen Emirate ausgezeichnet. Drei gastronomische Konzepte stehen zur Wahl: ein All-Day-Dining-Restaurant, ein italienisch inspiriertes Lokal und eine asiatische Sushi- und Lounge-Bar. Wir bestellen und zahlen bequem per QR-Code.  

Ausgefallenes im Proshop

Der Proshop bietet neben dem üblichen Golf-Angebot auch außergewöhnliche Outfits für den Poolbereich an. Besonders fallen uns die gestrickten Shorts und Shirts für Herren ins Auge - mutig, modisch, diskussionswürdig.

Offen in alle Richtungen (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Offen in alle Richtungen (Fotos: Jürgen Linnenbürger)

Faire Greenfees

Auch bei den Greenfees ist Al Zorah fair positioniert. Externe Gäste zahlen etwa 180 bis 220 Euro, Resortgäste rund 140 bis 160 Euro. Angesichts der Platzqualität und der landschaftlichen Einzigartigkeit ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Emirate als attraktiv anzusehen. Hinzu kommt ein Service Level in allen Bereichen des Clubs, der nahtlos an den des Resorts anschließt.

Fazit

Wir genießen sowohl den Aufenthalt in dem exklusiven Resort als auch die Runden auf dem außergewöhnlichen Platz. Wer abseits von Trubel edel wohnen, sich gastronomisch verwöhnen lassen und entspannt golfen möchte, findet in Ajman eine überzeugende Adresse am Persischen Golf.

Wir setzen unsere Reise Richtung Norden fort. Ziel ist der Al Hamra Golf Club in Ras al Khaimah, den wir bereits 2024 im Rahmen eines DP World Tour Turniers besucht haben. Championship-Golf spielt dort ebenfalls eine zentrale Rolle. Doch darüber berichte ich in einem separaten Artikel.

Jürgen Linnenbürger, im Februar 2026

Bilder des Tages

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