Erwartbar? Brooks Koepka hat sich bekanntlich für die Saison 2026 der LIV-Liga abgemeldet, die am 7. Februar in Riad beginnt; der fünffache Majorsieger bleibe dem Konkurrenz-Circuit verbunden, brauche aber mehr Zeit für die Familie. Darauf habe man sich freundschaftlich geeinigt. So lautet jedenfalls das offizielle Statement von LIV-CEO Scott McNeil. Wer’s glaubt … Koepka ist ein Wettkampftyp, der erst bei sportlichen Auseinandersetzungen auf höchstem Niveau hochmotiviert ist und heißläuft. Das hat er bei LIV eher bedingt. Ohnehin ist er 2022 vor allem zum Saudi-Homunkulus gewechselt, weil er seine Karriere verletzungsbedingt vor dem Ende wähnte und noch ein ordentliches Ruhestandsgeld für den persönlichen Pensionsfonds mitnehmen wollte. So gesehen verwundert der Verzicht auf die letzte vertraglich vorgeschriebene Spielzeit nicht, wenngleich Fragen bleiben. Musste er sich auskaufen, einen Teil der Garantiegage zurückzahlen? Bleibt der 35-Jährige trotzdem Eigner seines LIV-Teams Smash GC, das bereits Talor Gooch zum neuen Kapitän gemacht hat?
Vor allem aber blühen die Spekulationen, auf welchen Fairways Koepka demnächst auftauchen wird. Bei der DP World Tour, wo er umgehend spielberechtigt wäre – vermutlich gegen eine Strafzahlung? Oder auf der PGA Tour, wo er eine einjährige Sperre seit dem letzten LIV-Einsatz absitzen müsste, nachdem die vom ehemaligen Commissioner Jay Monahan verhängten lebenslangen Sperren gravierend abgeschwächt wurden? Warum auch rachsüchtig sein, wenn jeder LIV-Rückkehrer, ein prominenter zumal, der ohnehin längst am längeren Hebel sitzenden Tour bestens in die Hände spielt. Diese wesentliche Frage scheint jetzt teilweise beantwortet. Nach Informationen des ESPN-Journalisten Mark Schlabach hat Koepka am vergangenen Freitag formell den Antrag eingereicht, seine nach 2022 nicht verlängerte Mitgliedschaft bei der PGA Tour reaktivieren zu lassen und wieder in den Spielerkreis aufgenommen zu werden.
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Eine eventuelle Sperre würde im August ablaufen. Dann geht zwar auch die Saison 2026 mit der Tour Championship vom 27. bis 30. August zu Ende. Aber Koepka wäre für 2027 spielberechtigt, wenn die PGA Tour ihren auf knapp zwei Dutzend 20-Millionen-Dollar-Turniere komprimierten neuen Spielplan einführt, überdies mit bestbesetzten limitierten Spielerfeldern. Der perfekte Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg, ganz nach Koepkas Geschmack. Auch den Investoren bei PGA Tour Enterprises, die wohl Träger der neuen Top-Liga wäre, würde ein weiterer zugkräftiger Name gewiss gut gefallen.
„Er braucht vielleicht etwas Zeit, aber ich denke, er wird zur PGA Tour zurückkehren“, sagte sogar Jon Rahm unlängst im Gespräch beim Podcast „Subpar“. „Er wird wahrscheinlich zumindest das Minimum spielen, würde ich sagen, und warum nicht die Turniere, die er mag, die großen. Wenn er sich dann für hochkarätige Turniere qualifizieren oder an hochkarätigen Turnieren teilnehmen kann, würde er auch diese spielen.“ Und wer weiß, vielleicht drückt man bei einem fünffachen Majorsieger ja in Ponte Vedra Beach ein Auge zu – Mitspracherecht in Sachen Sperre haben neben dem Vorstand auch die Spielerdirektoren und der von Tiger Woods geleitete Wettbewerbsausschuss – und folgt Rory McIlroys Empfehlung, der Koepka direkt wieder spielen lassen würde. So sieht es im Übrigen wohl auch eine Mehrheit der Fans, wie das Magazin „Bunkered“ in einer nicht repräsentativen Umfrage ermittelt hat.
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Derweil hat Bryson DeChambeau offiziell bestätigt, dass er 2026 in der LIV Golf League antreten wird. Seine Crushers mit Charles Howell III, Paul Casey und Anirban Lahiri gehen damit unverändert in die fünfte Saison. Interessanterweise hat BDC aber keine generelle Vertragsverlängerung bekannt gegeben. Wer weiß, worauf man sich da hinter den Kulissen geeinigt hat, um nach Koepka nicht noch den derzeit prominentesten LIV’ler und vermarktbarsten Aktivposten der Liga zu verlieren? Auch über diese Konstellation ließe sich trefflich spekulieren. Demnächst …
Vijay Singh: Mit 62 wieder auf der PGA Tour
Überraschender Move: Vijay Singh kehrt auf die PGA Tour zurück – und das im Alter von 62 Jahren. Der dreifache Majorsieger von der Fidschi-Insel Viti Levu nutzt die Exemption aufgrund seiner Position in der Karriere-Geldrangliste und startet bereits diese Woche bei der Sony Open auf Hawaii. Singh spielte bislang bei den PGA Tour Champions und hat dort fünf Titel gewonnen, darunter die Senior Players Championship.
TGL: Schwache TV-Quoten beim Start in Saison zwei
Schwacher Start: Ohne Tiger Woods ist die Tomorrow’s Golf League nicht viel wert, jedenfalls in Sachen Einschaltquoten. Und auch der Effekt des Neuen ist in Saison Nummer zwei naturgemäß verpufft. Deswegen sahen den Eröffnungsspieltag der zweiten Staffel beim TV-Sender ABC nur 646.000 Zuschauer, am ersten Spieltag der Premierensaison sahen 919.000 Fans via ESPN zu. Das zweite Match, Atlanta gegen The Bay, interessierte bloß noch 354.000 Zuschauer.
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Es wird höchste Zeit, dass der GOAT ins Geschehen eingreift, dessen Auftritte in Saison eins verlässlich für Top-Quoten gesorgt hatten. Ohne Woods hat die Simulatorsause trotz Hightech und Social-Media-Hype ziemliche Mühe, eine gewisse Dynamik aufrechtzuerhalten. Die TGL-Macher – Woods, Rory McIlroy und ihr Partner Mike McCarley – müssen dringend einen neuen „Eye Catcher“ finden. Schwierig genug bis unmöglich, denn diesbezüglich ist der Tiger nach wie vor unerreicht. McIlroy ist es definitiv nicht, und auch Woods’ Jupiter Teamkollege Tom Kim „funktioniert“ bestenfalls als Sidekick des Superstars.
Charley Hull bald mit eigenem YouTube-Kanal
Surfen auf der Erfolgswelle: Bryson DeChambeau macht mit gut drei Millionen Abonnenten vor, wie erfolgreich Golfprofessionals auf YouTube sein können. Jetzt folgt das extrovertierte Pendant bei den Proetten dem Beispiel des zweifachen US-Open-Siegers: Charley Hull hat einen eigenen Kanal angekündigt. Die 29-jährige Malbon-Botschafterin aus England, die sich im Privatleben gern in edel-exzentrischen Outfits mit Bling-Bling-Charakter präsentiert, will im Sommer auf Sendung gehen.
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Das hat Hull bei einem Aufritt im YouTube-Kanal „The Lads“ des Malbon-Kollegen Jason Day bekanntgegeben, als die beiden kurz vor Weihnachten im Vorfeld des Grant Thornton Invitational im Tiburon Golf Club in Florida zu einem Einzelmatch gegeneinander antraten. Einen Titel soll es auch schon geben: The Sweet Spot.
Jason Day „gibt auf“ – aber was?
Kryptische Ankündigung: Jason Day stellt die Golfwelt vor ein Rätsel. „I’ve quit“, schrieb der 38-Jährige dieser Tage auf Instagram, verriet indes nicht, was er aufgegeben oder gekündigt hat. Nur, dass es in Kürze eine offizielle Ankündigung geben werde. Der Australier schmeißt vermutlich allerdings nicht auf der PGA Tour hin und wechselt in die LIV-Liga – er lässt zwar die Sony Open aus, ist aber für The American Express in der Woche drauf gemeldet. Auf jeden Fall wird munter spekuliert. Womöglich wolle sich der PGA-Champion von 2015 nunmehr fulltime dem unlängst gelaunchten und zuvor bereits erwähnten YouTube-Kanal „The Lads“ widmen, glaubt beispielsweise ein Fan.
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Tom Phillips wird neuer Chef der LET
Ernennung: Die Ladies European Tour (LET) hat einen neuen CEO. Tom Phillips übernimmt am 6. April die Nachfolge der im vergangenen Herbst ausgeschiedenen Alexandra Armas. Phillips verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der globalen Golf- und Freizeitbranche und ist derzeit als Direktor für den Nahen Osten bei der DP World Tour tätig, wo er die kontinuierliche Expansion der European Tour Group im Nahen Osten mitgestaltet hat. Zuvor arbeitete Phillips fast 15 Jahre lang mit dem sechsfachen Major-Champion Sir Nick Faldo in London und Hongkong zusammen, unter anderem als Chef der Faldo Series. Später war Phillips als CEO der Hong Kong Golf Association tätig und unter anderem für die Hongkong Open verantwortlich. „Die Ladies European Tour hat eine stolze Geschichte und eine spannende Zukunft“, sagt Phillips. „Ich freue mich darauf, die Tour weiter zu stärken, ihre globale Reichweite zu vergrößern und noch mehr Möglichkeiten für Frauen in diesem Sport zu schaffen.“
Legendenrunde mit Langer, Faldo, Woosnam und Lyle
Vergangenheitsbewältigung: Da trifft sich ein Quartett, das was zu erzählen hat. Bernhard Langer, Sir Nick Faldo, Ian Woosnam und Sandy Lyle erinnern sich an die Meilensteine ihrer großartigen Golfkarrieren – und an den Fünften im Bunde der Big Five, an Severiano Ballesteros.
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Was auf den von Sky-Moderatorin Iona Stephen „betreuten“ runden Tisch kommt, ist so legendär wie die vier älteren Herren, die sich hier treffen. Prädikat: von Anfang bis Ende sehens- und hörenswert.
Chef der PGA of America geht nach nur einem Jahr
Abgang: Derek Sprague schmeißt hin. Der mit dem Ryder Cup 2025 ins Rampenlicht getretene Chef der PGA of America räumt seinen Stuhl nach nur einjähriger Amtszeit. „Bei der Hochzeit meiner Tochter unlängst im Bundesstaat New York wurde mir klar, dass meine Familie mich in ihrer Nähe braucht, um mich um meine Mutter und meine Schwiegermutter zu kümmern“, erklärte Sprague in einer Stellungnahme. „Meine Familie hat für mich oberste Priorität, und die beste Entscheidung für mich ist es, mein Amt als CEO niederzulegen und nach Hause zurückzukehren, um bei ihnen zu sein.“ Der Ex-Golflehrer hatte den Posten im Januar 2025 von Seth Waugh übernommen.
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Die PGA of America war während des Kontinentalwettbewerbs von Bethpage Black und danach mit der Verharmlosung der Fan-Ausschreitungen eher unrühmlich aufgefallen. Präsident Don Rea Jr. nannte die Atmosphäre gar „nicht schlimmer als bei einem Jugendfußballspiel“. Von den Übergriffen gegen Rory McIlroy und dessen Frau Erica Stoll – pikanterweise früher Mitarbeiterin der PGA of America – wollte er gar nichts mitbekommen haben. Derek Sprague nahm die enorme Kritik an Reas Aussagen dann zum Anlass, sich schriftlich bei Rory McIlroy zu entschuldigen. Der Nordire bezeichnete das Schreiben als „liebenswürdigen Brief“, der „freundlicher nicht hätte sein können“.