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PGA Tour zieht Konsequenzen nach Ryder-Cup-Skandal
Die PGA Tour hat ihre Führungsstruktur neu geordnet als Reaktion auf die umstrittenen Vorfälle rund um das Publikum beim Ryder Cup 2025. Wie die Tour bestätigte, ist Don Rea, 2024 für eine zweijährige Amtszeit zum 44. Präsidenten der PGA of America gewählt, nicht länger Mitglied im Vorstand der PGA Tour Inc. oder der PGA Tour Enterprises. Seinen Platz übernimmt Nathan Charnes, Vizepräsident der PGA und General Manager des WingHaven Country Club in O’Fallon, Missouri. Bereits seit dem Ryder Cup war Rea in keiner aktuellen Pressemitteilung mehr als Sprecher aufgetreten; stattdessen wurde Charnes zitiert. Dass ein amtierender PGA of America Präsident während seiner Amtszeit diese Rolle verliert, ist äußerst ungewöhnlich. Die auffällige Zurückhaltung deutete jedoch bereits darauf hin, dass Rea infolge der Ereignisse beim Ryder Cup 2025 auf dem Bethpage Black Course aus seiner Position zurückgestellt wurde. Bis zum Ende seiner offiziellen Amtszeit soll sich Rea ausschließlich mit Mitgliederbezogene Thematiken bei der PGA of America befassen.
Fan-Exzesse gegen Rory McIlroy
Eine Minderheit amerikanischer Zuschauer sorgte während der Turnierwoche des Ryder Cups für erhebliche Negativschlagzeilen. Als das Bild von Rory McIlroy auf den Videowänden erschien, skandierten einige Fans „F*** you, Rory“ angeheizt von einer offiziellen Sprecherin am ersten Tee. Zudem wurde während seiner Putts hineingerufen, und am Samstag flog in der Nähe des 17. Lochs ein Bierbecher in Richtung Fairway, der den Hut von Erica Stoll, McIlroys Ehefrau, streifte. McIlroy suchte zeitweise selbst die direkte Konfrontation mit der Menge und musste von europäischen Sicherheitskräften zurückgehalten werden.
The Ryder Cup crowd was out of control at Bethpage and this will have definitely played a part. It wasn’t even 7am when an official announcer was leading the 1st tee grandstand into a chant of “fuck you Rory” on the mic.
Completely unacceptable
— Flushing It (@flushingitgolf) September 28, 2025
Nach dem Turnier fand der Nordire deutliche Worte: „Das war mit Abstand das schlimmste Publikum, das ich je erlebt habe. Es sind 50.000 Menschen da und es reichen schon 500, die sich danebenbenehmen, um die Stimmung komplett zu kippen.“
Karaoke-Video und missglückte Entschuldigung
Zusätzliche Kritik zog ein Video auf sich, das Rea am Samstagabend beim Karaoke zeigte, zu einem Zeitpunkt, als die US-Mannschaft eine Niederlage hinnehmen musste. Auch seine erste Reaktion verschärfte die Lage. Zunächst relativierte er die Vorfälle, indem er sie mit dem Verhalten bei einem Jugendfußballspiel verglich, und erklärte zudem, McIlroy habe Verständnis gezeigt. Einen Tag später schrieb er auf LinkedIn: „Es stört mich nicht. Neues Level, neuer Teufel.“
PGA of America President, Don Rea spoke on verbal abuse toward Rory at the Ryder Cup: “I haven't heard some of that. I'm sure it's happened, it happens when we're over in Rome on the other side, & Rory understands.. pic.twitter.com/DWceMa6AHI
— Ways To Golf (@WaysToGolf) September 30, 2025
Mehrere Tage nach Ende des Ryder Cups folgte eine schriftliche Entschuldigung an rund 31.000 PGA-Mitglieder. Später räumte Rea auf der PGA-Jahreshauptversammlung in Frisco zudem ein, den Ansprüchen seines Amtes nicht gerecht geworden zu sein. Fred Ridley, Vorsitzender des Augusta National, betonte gegenüber Reportern, dass die Verantwortlichen die Grundwerte des Spiels schützen müssten und auch Matt Fitzpatrick bezeichnete Reas ursprüngliche Aussagen, dass es in Europa gleichermaßen ablaufen würde, als beleidigend gegenüber den europäischen Fans.
"I think it was pretty offensive to European fans."
Matt Fitzpatrick responded to PGA of America President Don Rea’s comments about the treatment of visiting players at Bethpage being the same as the 2023 Ryder Cup in Rome. 🗣️ pic.twitter.com/sct0BFYFnr
— Golf Digest (@GolfDigest) October 2, 2025
Signalwirkung mit Blick auf Adare Manor 2027
Welche Auswirkungen die Ereignisse auf den Ryder Cup 2027 im irischen Adare Manor haben werden, bleibt abzuwarten. Noch bevor das Publikum in Bethpage das Gelände verlassen hatte, forderte McIlroy bereits höhere Verhaltensstandards für die kommende Austragung. Der vierfache Major-Sieger ist überzeugt, dass die Spieler selbst eine zentrale Rolle dabei spielen, den Ton frühzeitig zu setzen: „Ich denke, es ist Aufgabe der Heimmannschaft, gleich zu Beginn der Woche klarzumachen, was akzeptabel ist. Wenn man etwas sieht oder hört, muss man es sofort ansprechen. So wie 2025 sollte der Ryder Cup nicht ausgetragen werden. Das entspricht nicht dem Geist, aus dem dieser Wettbewerb einst entstanden ist. Wir werden alles daransetzen, dass Spiel und Matches im richtigen Geist ausgetragen werden.“