Am 13. April 2025 gewann Rory McIlroy das Masters Tournament in Augusta, Georgia, per Birdie auf dem ersten Playoff-Loch gegen Justin Rose. Ein Sieg, der für den Nordiren eine lange offene Lücke in seiner Karriere schloss. Damit wurde er als sechster Golfer der Geschichte in den erlesenen Kreis der Career-Grand-Slam-Gewinner aufgenommen, zu dem neben ihm Tiger Woods, Jack Nicklaus, Gary Player, Ben Hogan und Gene Sarazen zählen. Es war McIlroys fünfter Major-Titel – und der erste seit der PGA Championship 2014. Zwölf Monate später kehrt Rory McIlroy als amtierender Champion nach Augusta zurück. Das 2026er Masters stellt ihn vor eine statistisch seltene Aufgabe: Eine erfolgreiche Titelverteidigung gelang beim Masters bislang nur Jack Nicklaus (1965/66), Nick Faldo (1989/90) und Tiger Woods (2001/02) – drei Namen, die den Maßstab für dieses Unterfangen setzen.
Rory McIlroys Weg zum Career Grand Slam
Rory McIlroys Major Siege begannen 2011 mit einem dominanten Auftritt bei der U.S. Open in Congressional. Der damals 22-Jährige führte nach jeder Runde, stellte zwölf Turnierrekorde auf und gewann mit einem Gesamtergebnis von 16 unter Par. Im Jahr darauf sicherte er sich die PGA Championship in Kiawah Island mit einem Vorsprung von acht Schlägen – ein Rekord, der den bisherigen von Jack Nicklaus übertraf. 2014 folgten zwei weitere Majors: die PGA Championship in Valhalla und die Open Championship in Royal Liverpool. McIlroy war zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt und hielt vier Major-Titel. Doch es folgte nicht die rekordverdächtige Karriere, die viele im Anschluss erwarteten. McIlroy musste eine zehnjährige Major-Pause hinnehmen, die nicht auf mangelnden Leistungen beruhte, sondern auf wiederholt knappe Niederlagen zurückzuführen war. Zwischen 2015 und 2024 sammelte Rory McIlroy 21 Top-10-Platzierungen in Majors, darunter sechs beim Masters allein. Insbesondere in Augusta blieb er trotz mehrerer guter Ausgangspositionen ohne Titel – unter anderem nach einem kollabierten Vier-Schlag-Vorsprung in der Schlussrunde 2011.
Beim Masters 2025 ging McIlroy als Führender in die Schlussrunde. Ein Doppelbogey auf Loch 1 gab seinen Vorsprung zunächst ab; ein weiterer auf Loch 13 schien die Lage zu erschweren. Während der zweite des Vortags, Bryson DeChambeau mit einer 75 abreißen ließ, sorgte eine starke Aufholjagd von Justin Rose für ein Playoff um den Sieg. Im Playoff überragte dann aber doch der Nordire mit einem starken Annäherungsschlag auf unter einen Meter heran, der zum Sieg und dem Ende einer langen Leidenszeit führte.
Mission Titelverteidigung 2026
Rory McIlroy geht nach eigenen Angaben mit weniger Erwartungsdruck in die diesjährige Ausgabe. Der Grand Slam ist abgehakt; sportlich hat er das erreicht, was sein zentrales Karriereziel war. Die Saison 2026 verlief bislang solide: Ein zweiter Platz beim Genesis Invitational in Riviera war ein starker Einstieg. Eine Rückenverletzung zwang ihn zum Rückzug vom Arnold Palmer Invitational, doch beim Players Championship absolvierte er alle vier Runden und bewertete seinen körperlichen Zustand anschließend positiv.Das Teilnehmerfeld 2026 ist wie gewohnt stark besetzt. Weltranglistenerster Scottie Scheffler gilt als Hauptfavorit, auch wenn sein Saisonstart bislang etwas hinter den Erwartungen blieb. Bryson DeChambeau und Jon Rahm, beide derzeit auf der LIV Golf Tour aktiv, zeigen in der laufenden Saison gute Form und zählen ebenfalls zum engeren Favoritenkreis. Tommy Fleetwood und Cameron Young sind weitere Kandidaten, die in Augusta Chancen auf einen Spitzenplatz haben dürften.
Für Rory McIlroy spricht neben der Erfahrung aus 17 Masters-Teilnahmen vor allem seine nachgewiesene Fähigkeit, unter Druck stabile Ergebnisse zu liefern. Sein Sieg 2025 hat gezeigt, dass er auch nach Rückschlägen innerhalb einer Runde die Führung zurückgewinnen kann. Ob das für eine Titelverteidigung reicht, werden die vier Turniertage ab dem 9. April zeigen – in einem Wettbewerb, der Back-to-Back-Champions seit 24 Jahren nicht mehr gesehen hat.
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— The Masters (@TheMasters) April 5, 2026