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Team Europe: Unsere Zwölf für Medinah

Der Captain hat die Wildcards vergeben. Olazábal setzt vor allem auf Erfahrung: Im Team Europe ist nur ein Debütant.

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Rory McIlroy

Besser hätte die Saison 2012 für  den 22-jährigen McIlroy nicht laufen können. Er führt das World Ranking sowie das Race to Dubai an, bevor er in den USA versuchen wird, den Erfolg von 2010 zu wiederholen. Mit acht Schlägen Vorsprung gewann der Nordire die US PGA Championship und unterbot Jack Nicklaus' Rekord um einen Schlag.  McIlroy, der auf den Spuren des jungen Tiger Woods wandelt, wird laut Captain José María Olazábal eine führende Rolle in dem diesjährigen Ryder Cup einnehmen. Vor allem McIlroys mentale Stärke und Leidenschaft wird das europäische Team beflügeln.

Luke Donald

Luke Donald qualifizierte sich als Zweiter über die World Points List für den Ryder Cup 2012. Der PGA Tour Player sowie European Tour Player of the Year 2011, gilt nach McIlroy als einer der stärksten Spieler im Team. Donald, der seit 2004 gleich dreimal in Folge mit dem Team den Ryder-Cup-Pokal nach Europa geholt hat, führte die Weltrangliste 45 Wochen lang an. Die Waffe des Fünftplazierten der Open Championship ist sein messerscharfes kurzes Spiel und seine überaus präzisen Eisenschläge.

Justin Rose

Justin Rose liegt derzeit an zweiter Stelle im Race to Dubai nach einem Sieg und fünf Top-10-Platzierungen in 2012. Zwei Jahre zuvor konnte sich der Engländer nicht für den Ryder Cup qualifizieren, da er primär auf der US PGA Tour gespielt hat, und somit im European Ranking weit nach hinten fiel. Auch gab es von Seiten des Team Captains Colin Montgomery keine Wildcard. Umso motivierter wird Rose in den diesjährigen Ryder Cup starten und seine Gegner außerordentlich fordern. Der Engländer ist bekannt dafür, kaum Fehler zu machen, auch wenn er auf dem Grün hin und wieder Schwäche zeigt.

Lee Westwood

Der 22-malige European Tour Sieger schafft es als vierter der World Points List ins Team. Mit zwei Siegen auf der European- bzw. Asian Tour und seinem dritten Platz bei den Masters beweist Westwood erneut, wie wertvoll er für das Team ist. Nun schon zum neunten Mal in seiner Karriere wird der 39-jährige Engländer im Medinah Country Club für Europa an den Start gehen. Der Routinier gewann bislang 16 seiner 33 Matches, wobei er 2004 und 2006 kein einziges Match verlor. Westwood wird mit seiner Erfahrung eine wichtige Stütze für das europäische Team sein. Vor allem im Team gilt Westwood als wahrer Punktemagnet - im Vierer und im Vierball ist der Engländer auch nach neun Teilnahmen ungeschlagen.

Graeme McDowell

Der siebenfache European Tour Sieger ist 33 Jahre jung und qualifiziert sich als vierter der European Points List nun schon zum dritten Mal in Folge für den Ryder Cup. Mit  seinem zweiten Platz bei den US Open und seinem fünften Platz bei den British Open bewies McDowell, dass er zu den ganz Großen des Golfsports gehört.
Am Finaltag des Ryder Cup 2010 lochte Graeme McDowell den alles entscheidenden Putt  gegen den Amerikaner Hunter Mahan um den Sieg der Europäer zu ermöglichen. Der Nordire wird durch seine zum Teil unglaubliche Nervenstärke und Routine für spannende Momente in Medinah  sorgen.



Paul Lawrie

Der Schotte ist nach 1999 nun wieder Teil der europäischen Mannschaft des Ryder Cup. Im gleichen Jahr gewann er auch die Open Championship - sein einziger Sieg eines Major-Turniers. Nach seinem Sieg bei den Quatar Masters im Februar dieses Jahres folgten noch einige weitere Top-3-Platzierungen, darunter auch bei der Volvo World Match Play Championship, d.h. Lawrie konnte sich schon hervorragend auf die Turnierspielform des Ryder Cups vorbereiten. Um bei diesem prestigeträchtigen Event dabei zu sein, hat Lawrie sogar die US Open ausgelassen, um wichtige Punkte für die Qualifikation in European Tour Events zu sammeln. Am vergangenen Wochenende konnte Lawrie sich durch seinen Sieg bei der Johnnie Walker Championship in Gleneagles nochmal ordentlich pushen.

Sergio Garcia

Zwei Top-10-Plätze und der dritte Platz bei den Nordea Masters sollten das beste Ergebnis 2012 bleiben, doch kurz vor dem Ryder Cup gewinnt Garcia nach vierjähriger Durststrecke die Wyndham Championship auf der PGA Tour.  Sowohl bei der Open Championship, als auch bei der US PGA Championship  scheiterte der Spanier deutlich am Cut. Für Garcia stehen fünf Ryder Cup Teilnahmen zu Buche, wobei er insgesamt 14 Punkte für Europa erzielen konnte. Mit 19 Jahren, als einer der jüngsten Spieler für den Ryder Cup nominiert, verlor Garcia 2006 erst im allerletzten Match gegen Steward Cink seine bis dahin weiße Weste.
2010 nach der PGA Championship pausierte der Spanier aufgrund Putting- Probleme und wurde von Colin Montgomery als Vize-Captain für den ein paar Wochen später ausgetragenen Ryder Cup  nominiert. Garcia gilt als großartiger Teamspieler, der  laut Olazabál ein überaus wertvolles Mitglied mit reichlich Erfahrung darstellt.

Francesco Molinari

Der Italiener hat sich direkt als fünfter der European Point List einen Startplatz gesichert. Kurz vor dem Ryder Cup geht die Formkurve des dreimaligen European Tour Siegers steil nach oben. Seit seinem Sieg im Mai bei den Spanish Open folgten noch zwei zweite Plätze bei den Scottish sowie den French Open. Im Gegensatz zu seinem Bruder Eduardo konnte sich Francesco Molinari nach 2010 schon zum zweiten Mal für den Ryder Cup qualifizieren. Jedoch steuerte Molinari vor zwei Jahren keine Punkte zum Sieg der Europäer bei. Er verlor im Foursome mit seinem Bruder als auch gegen Tiger Woods im Einzel.

Peter Hanson

Mit einer sehr erfolgreichen Saison ist Hanson zu recht Teil des europäischen Teams. Drei Top-5-Plätze, sowie ein dritter Platz bei den Masters stehen für den einzigen Skandinavier im Team zu Buche. Ein siebter Platz bei den US PGA Championship Mitte August lässt Hanson zuversichtlich erscheinen im Hinblick auf die schwierige Aufgabe, die ihn in Illinois erwartet. Auch der Schwede startet nun bereits zum zwei Mal bei dem wichtigsten Teamwettkampf im Golfsport. 2010 konnte Hanson in drei Matches nur einen Punkt für den Sieg Europas beisteuern.



Martin Kaymer

Martin Kaymer wird nun schon zum zweiten Mal für Europa gegen die USA um wichtige Punkte kämpfen. Direkt qualifiziert für das Team als zehnter der World Points List, wird Kaymer, trotz Formtief, versuchen alles zu geben. Mit nur drei Top 10 Plätzen,  verfehltem Cut bei den Open Championship, sowie den US PGA Championship, kann er nicht an seine überaus erfolgreichen letzten zwei Jahre anschließen. Kaymer gibt sich erstaunlich gelassen, obwohl er in der Weltrangliste auf Position 21 abgerutscht ist. Der einmalige Major-Sieger ist davon überzeugt, sein Formtief bald überwunden zu haben – der Ryder Cup wäre der richtige Zeitpunkt dafür.

Ian Poulter

Ian Poulter hat bereits dreimal (2004, 2008 und 2010) am Ryder Cup teilgenommen, zweimal konnte er am Ende den Pokal in die Höhe recken. Der extrovertierte Engländer gilt als Stimmungsmacher und Ryder-Cup-Enthusiast, was sich auch in seiner guten Bilanz wiederfindet (10-6-2). Ian Poulter konnte sich nicht direkt über das Ryder-Cup-Ranking qualifizieren, erhielt aber die Wildcard vom europäischen Team Captain José María Olazábal, der explizit Wert auf erfahrene Spieler legte.

Nicolas Colsaerts

Nicolas Colsaerts ist der einzige Ryder-Cup-Debütant im europäischen Team. Der Belgier war 2010 noch nicht mal unter den ersten 1000 Spielern der Weltrangliste (OWGR); aktuell rangiert er auf dem 35. OWGR-Platz. Colsaerts hat während der Qualifikation durch viel Engagement gezeigt, dass er sich für den Ryder Cup ein Bein ausreißen würde und war glücklich, von José schließlich die Wildcard zu erhalten: "Seit ich ein kleines Kind war, wollte ich immer am Ryder Cup teilnehmen und bin jetzt sehr stolz, Teil eines solchen Teams zu sein."